"Besser als auf'm Sofa sitzen" – Dieser Bremer kickt auch mit 80 noch

Dieser Bremer kickt auch noch mit 80: "Spiele so lange wie ich kann"

Bild: Radio Bremen

Vom Angeln oder von Reisen nach Dubai will Helmut Pasierbeck nichts wissen. Auch als 80-Jähriger steht er noch mindestens zweimal pro Woche auf dem Fußballplatz.

"Fußball ist unser Leben" ist für Helmut Pasierbeck nicht nur eine Phrase. Auch mit 80 Jahren spielt der Senior noch liebend gerne Fußball. Nicht mit Kindern aus der Verwandtschaft im Garten, sondern in einer richtigen Liga. So auch am Freitagabend, als die Ü40-Mannschaft von Grün-Weiß Beckedorf sich mit 2:2 von der SG Schasto/Buschhausen/Ihlpohl/Platjenwerbe getrennt hat. "Helmut ist immer beim Training und mindestens zweimal pro Woche auf dem Feld", erzählt sein Coach Marcus Nettelmann. "Und wenn das Training mal ausfällt, ist Helmut der erste, der meckert, weil er immer Bock hat."

Wer so fleißig ist, darf natürlich auch in der Startelf nicht fehlen. Zweimal 35 Minuten wird in der Altersklasse gespielt. 60 Minuten spielt Pasierbeck insgesamt am Freitagabend. Als er ausgewechselt wird, gibt es lauten Applaus für ihn. Seine Wangen sind rot von der Anstrengung, doch er strahlt über das gesamte Gesicht. Ins Dribbling geht er auch mit 80 Jahren noch gerne. "Früher ging das noch besser", scherzt er. Dass er auch in der kommenden Saison weitermacht, ist für den Mittelfeldspieler schon klar.

Dienstag ist schon wieder Training, es geht ja weiter. Vielleicht Freitag auch noch, wenn wir Leute genug zusammenkriegen. Warum nicht? Das ist doch besser, als zu Hause auf'm Sofa zu sitzen.

Helmut Pasierbeck lächelt in die Kamera.
Helmut Pasierbeck im Gespräch mit dem Sportblitz

Die ersten Fußballschuhe waren viel zu groß

Die Begeisterung für den Fußball begann bereits in der Kindheit. Mit zwölf Jahren, erinnert sich Pasierbeck, stand er vor dem Schaufenster eines Elektronikgeschäfts, um dort das "Wunder von Bern", also den ersten deutschen Titel bei einer Weltmeisterschaft zu verfolgen. Mit 3:2 gewann das Team von Sepp Herberger damals gegen Ungarn.

Die ersten eigenen Fußballschuhe seien allerdings viel zu groß gewesen. In diese musste er erst richtig reinwachsen, um den Ball bestmöglich kontrollieren und in das geliebte Dribbling gehen zu können. Dem Sport blieb er auch während seiner Zeit bei der Bundeswehr treu. Anschließend wurde in einer klassischen Thekenmannschaft gekickt, ehe es 1973 zu Grün-Weiß Beckedorf ging. Dem Klub ist er bald seit 50 Jahren treu. Neben der Bewegung schätzt er dabei vor allem die Geselligkeit in der Kabine. So auch am Freitag nach dem letzten Spiel der abgelaufenen Saison.

So macht das Spaß. Gleich mit den ganzen Jungs nochmal ein schönes Bierchen trinken und das Spiel nochmal durchkaspern. Dann reden wir so lange, bis es 3:2 für uns steht (lacht).

Helmut Pasierbeck lächelt in die Kamera.
Helmut Pasierbeck im Gespräch mit dem Sportblitz

Angeln ist nichts für ihn

"Fußball", erzählt Pasierbeck, "bedeutet mir alles." Zwei bis drei Jahre will er gerne mindestens noch spielen, denn eine bessere Freizeitbeschäftigung kann er sich nicht vorstellen. "Solange ich dabei bleiben kann, will ich das gerne machen." Mit dem Angeln, berichtet er, was ansonsten gerne Rentner betreiben, könne er nichts anfangen. Auch das Reisen hat es ihm nicht angetan. Zumindest nicht, solange er noch mehrmals pro Woche auf dem Fußballplatz stehen kann.

Ich habe ja auch keinen Bock, alleine jetzt nach Dubai zu fahren. Das bringt nichts. Dann spiele ich lieber Fußball, als dass ich stundenlang im Flieger sitze.

Helmut Pasierbeck lächelt in die Kamera.
Helmut Pasierbeck im Gespräch mit dem Sportblitz

Dieser Bremer kickt auch noch mit 80: "Spiele so lange wie ich kann"

Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: buten un binnen mit Sportblitz, 20. Juni 2022, 19:30 Uhr