Revolution im Kinderfußball: Das ändert sich für Bremens junge Kicker

Diese neuen Regeln soll es ab 2024 im Bremer Kinderfußball geben

Bild: Imago | Matthias Koch

Der DFB hat umfassende Änderungen für das Regelwerk im Kinderfußball verabschiedet. Wir erklären, was künftig auf die Bremer Nachwuchskicker zukommt.

Mehr Tore, mehr Spaß, keine Torhüter: Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat am vergangenen Wochenende umfassende Änderungen im Kinderfußball beschlossen. Die Reformen, die in einem zweijährigen Probelauf getestet wurden, bedeuten einen großen Eingriff ins bestehende Regelwerk. Der Bremer Fußball-Verband (BFV) begrüßt die neuen Spielformen, die ab Sommer 2024 bundesweit umgesetzt werden: "Die Kinder sollen möglichst viele Ballkontakte haben und nicht schon frühzeitig in Positionsschema gepresst werden, sondern sich über die Jahre hinweg entwickeln können", sagte BFV-Präsident Björn Fecker bei Bremen Eins.

Zurück zum Spaß am Spiel ist das Motto. Wir wollen die Kinder spielen lassen und den Zwang und Druck herausnehmen.

BFV-Präsident Björn Fecker bei Bremen Eins

Mehr Ballkontakte für alle Spieler

Björn Fecker, Präsident des Bremer Fußball-Verbands, gibt ein Interview.
Begrüßt die Änderungen im Kinderfußball: BFV-Präsident Björn Fecker. Bild: Radio Bremen

Der Ansatz ist einfach: Je kleiner die Mannschaften, desto mehr Ballkontakte für jeden auf dem Platz. Und je mehr Ballkontakte, desto besser entwickelt sich die Technik bei den Spielern. "Die taktischen Formationen kann jedes Kind irgendwann herunterbeten, aber das Individuelle ist in der Ausbildung zuletzt ein wenig verloren gegangen", sagte Fecker. In der G-Jugend (U6 und U7) soll deshalb nur noch im Zwei-gegen-Zwei oder Drei-gegen-Drei gespielt werden. In der F-Jugend (U8 und U9) ist auf kleineren Feldern ein Drei-gegen-Drei und auf größeren Feldern ein Fünf-gegen-Fünf vorgesehen.

Vier statt zwei Tore

Für die E-Jugend (U10 und U11) wird je nach Platzgröße zwischen Fünf-gegen-Fünf und einem Sieben-gegen-Sieben variiert. Das Sieben-gegen-Sieben wird dabei die einzige Spielform sein, bei der das Spiel, nachdem der Ball im Seitenaus gelandet ist, mit einem Einwurf fortgesetzt wird. Ansonsten wird der Einwurf durch das Einschießen oder das Eindribbeln abgelöst.

Gespielt wird fortan auch nicht mehr auf zwei große, sondern auf vier Kleinfeldtore – und das ganz ohne Torwart. Dadurch möchte der DFB die Selbstständigkeit der jungen Kicker fördern, da sie so immer wieder neue Lösungen auf dem Fußballplatz finden müssen. Lediglich beim Sieben-gegen-Sieben in der E-Jugend soll zur ursprünglichen Form zurückgekehrt werden.

Festivals statt Meisterschaften

Zudem wird in der G-Jugend und der F-Jugend auf das Austragen einer Meisterschaftsrunde verzichtet. Damit soll gewährleistet werden, dass unter den Nachwuchskickern kein Leistungsdruck entsteht. Stattdessen soll der Spaß am Sport und die Weiterentwicklung der jungen Spieler im Vordergrund stehen. Anstelle der klassischen Meisterschaft wird es somit künftige Spielenachmittage und sogenannte Festivals geben, an denen mehrere Teams teilnehmen. "Es wird kein Kind ausgegrenzt", sagte Denis Lubrich vom BFV-Jugendausschuss im Sportblitz. "Egal ob männlich weiblich, ob weit entwickelt oder nicht so weit entwickelt: Jeder kommt zum Zuge, jeder partizipiert an diesem Spiel."

Auf Kleinfeld ist der Ball immer im Spiel, es ist immer Action.

Denis Lubrich vom BFV-Jugendausschuss im Sportblitz

Die Eindrücke und Rückmeldungen, die der BFV in der zweijährigen Pilotphase gesammelt hat, bewertet der Verband positiv. Wenngleich zu Beginn des Testlaufs auch manche Beteiligte gewisse Bedenken hatten. "Am Anfang gibt es immer Widerstände", sagte Fecker. "Aber alle, die das erlebt haben, wissen, dass das für die Kinder eine tolle Geschichte ist." 

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Autorinnen und Autoren

Dieses Thema im Programm: buten un binnen mit sportblitz, 13. März 2022, 19:30 Uhr