Es fehlt mehr als das Spiel: So geht es Amateur-Fußballern in Bremen

768 Bremer Kicker haben an einer Umfrage zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie teilgenommen. Fast genauso wie das Sporttreiben vermissen die Befragten die Geselligkeit im Verein.

Video vom 9. März 2021
Ein Fußballspieler dribbelt mit einem Ball durch eine Hütchenreihe.
Bild: Imago | Emil Umdorf
Bild: Imago | Emil Umdorf

Endlich: Fußballspielen im Verein ist in Regionen mit einer Inzidenz unter 100 teils wieder erlaubt, wenn auch unter Auflagen. Kinder aber dürfen etwa mit ihren ganzen Mannschaften trainieren. Auch in Bremen gelten diese Öffnungen, und bald wohl auch in Bremerhaven. Doch einfach ist und war dieses Warten auf Lockerungen für viele Sportler nicht. Zumal ein Trainings- und vor allem Spielbetrieb wie vor der Pandemie noch längst nicht in Sicht ist. Um zu erfahren, wie die Amateur-Fußballer mit ihrer Situation fertig werden, hat der Deutsche Fußball-Bund (DFB) eine Studie in Auftrag gegeben. Auch 768 Bremer haben an der Online-Umfrage teilgenommen.

Am Dienstag haben der DFB und der Bremer Fußball-Verband (BFV) die Ergebnisse veröffentlicht. "Mit der Öffnung für Kinder ist ein erster wichtiger Schritt getan, um den Sorgen zu begegnen", betonte BFV-Präsident Björn Fecker in einer Pressemitteilung. Zugleich forderte Fecker: "Jetzt müssen aber auch weitere folgen, um die Vereinslandschaft zu erhalten."

Video vom 9. März 2021
Ein junger Mann mit grauer Mütze und Trainingsanzug steht an einem Fluss und schaut in die Kamera.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Viele vermissen den Kontakt zu ihren Vereinen

Wenig verwunderlich: Fast alle der Befragten aus Bremen (98 Prozent) verspüren das große Bedürfnis, wieder auf dem Platz zu stehen. Mehr als zwei Drittel von ihnen vermisst vor allem das Sporttreiben (68 Prozent). Fast genauso viele (66 Prozent) sehnen aber ebenso das gemeinschaftliche Beisammensein mit Team- und Vereinskollegen herbei (68 Prozent). "Es fehlt nicht nur das Spiel an sich, sondern auch die Gemeinschaft, für die Sportvereine und der Fußball in besonderem Maße stehen", so Fecker. Jedoch hat zugleich die Bindung zu den Vereinen Schaden genommen: Während sich vor der Corona-Pandemie noch 84 Prozent der Befragten eng mit ihrem Verein verbunden fühlten, ist es inzwischen nur noch jeder Zweite. Nur 36 Prozent der Befragten hätten demnach seit Beginn des zweiten Lockdowns zu Kontakt mit Verein und Mitspielern gestanden.

Auch die finanziellen Folgen für die Vereine sind der Umfrage zufolge beträchtlich. Etwas mehr als die Hälfte der Bremer Befragten (52 Prozent) geht von finanziellen Auswirkungen für ihre Klubs aus. Davon wiederum nehmen 75 Prozent eine spürbare Belastung wahr, während 22 Prozent die Situation als existenzbedrohend bezeichnen. Austritte aus den Vereinen sind hingegen nicht einmal bei jedem dritten Verein zu spüren (29 Prozent). Fast alle der Befragten aus Bremen (94 Prozent) planen demnach, in Zukunft in ihre Vereine zurückzukehren. Zusammenfassend lässt sich laut Fecker dennoch festhalten: "Auch der Amateurfußball blickt nicht ohne Sorge in die Zukunft."

Die finanzielle Lage der Vereine ist durch zahlreiche Einnahmeausfälle gekennzeichnet und die Sorge um die Mitglieder besteht weiterhin. Durch den Lockdown fehlen vor allem die Neumitglieder.

BFV-Präsident Björn Fecker in einer Pressemitteilung

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Video vom 4. März 2021
Mehrere Fussbälle auf einem Sportplatz.
Bild: Radio Bremen
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Autor

  • Helge Hommers Redakteur und Autor

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 9. März 2021, 18:06 Uhr