Interview

Baumann: "Können nicht hoffen, dass Dortmund einen schlechten Tag hat"

Die Corona-Fälle bei Hertha BSC treiben auch Frank Baumann um. Doch der Sportchef will im Interview mit Bremen Eins nicht den Fokus auf Werders Schlüsselwoche verlieren.

Werder-Sportchef Frank Baumann vor einem Spiel beim Interview.
Werder-Sportchef Frank Baumann will nicht ausschließen, dass zum Ende der Saison doch noch Quarantäne-Trainingslager nötig werden. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz
Herr Baumann, Corona ist weiter das dominierende Thema, nun wirbelt die Quarantäne von Hertha BSC vieles durcheinander. Mit welcher Sorge blicken Sie darauf?
Ich glaube, wir sind in der Bundesliga in den vergangenen 14 Monaten sehr gut durch die Pandemie gekommen, was die Infektionszahlen betrifft. Und dass es jetzt aufgrund der Mutationen und der gestiegenen Infektionen in der Bevölkerung mal eine Mannschaft trifft, die komplett in Quarantäne muss, ist nicht ganz überraschend. Es gibt eben keine hundertprozentige Sicherheit und insofern war das auch mal zu befürchten. Jetzt ist es wichtig, dass wir uns nach den Entscheidungen der Gesundheitsämter richten und hoffen, dass wir von weiteren Mannschaftsquarantänen verschont bleiben.
Muss man die eigenen Spieler da nochmal mehr sensibilisieren oder eigene Vorschriften verschärfen, damit man eher verschont bleibt?
Nicht aufgrund der Entscheidung in Berlin. Wir haben das Team, den Trainerstab und das Funktionsteam in den vergangenen 14 Monaten immer wieder stark sensibilisiert. Und sie bekommen ja auch mit, welche Entwicklung die Pandemie in der Bevölkerung nimmt. Bisher sind wir in Bremen ja mit Ausnahme von einer Infektion (Felix Agu, Anmerkung der Redaktion) verschont geblieben. Und wir werden alles dafür tun, dass es auch weiterhin so bleibt.
Alle Kontakte lassen jedoch nicht reduzieren, viele Spieler haben ja auch Kinder, die in die Schule oder den Kindergarten gehen. Denken Sie, dass das Quarantäne-Trainingslager zum Saisonende doch kommen muss?
Nachdenken muss man auf alle Fälle darüber, die Liga hat sich mit dem Thema ja bereits beschäftigt. Und ich will auch nicht ausschließen, dass das am Ende der Saison nochmal auf uns zukommt. Aber da tue ich mich schwer, eine Empfehlung auszusprechen, weil es von ganz vielen Faktoren abhängig ist, ob das sinnvoll ist. Das wird am Ende die medizinische Task Force und dann die DFL festlegen.
Die Partie zwischen Hertha und Mainz wurde abgesagt und Sie sind davon indirekt betroffen, denn Werders Gegner am Mittwoch ist Mainz. Ist das für Sie ein Vor- oder Nachteil, dass Mainz spielfrei hat?
Man kann sicherlich für beides Argumente finden. Wir beschäftigen uns nur mit dem, was wir beeinflussen können. Das ist erst mal das Spiel in Dortmund, und wenn wir das hoffentlich erfolgreich überstanden haben, beschäftigen wir uns mit Mainz. Wichtig ist, dass wir in dieser Englischen Woche geistig und körperlich topfit sind. Die Mannschaft ist athletisch gut drauf, da gibt es keine Probleme. Insofern gehe ich davon aus, dass wir auch am Mittwoch gegen Mainz eine frische Werder-Mannschaft erleben werden.
Wird es eine Schlüsselwoche für Werder?
Es ist eine sehr sehr wichtige Woche. Und hoffentlich sind wir nach der Woche eine Stück weiter mit unserem Ziel, stabil in der Liga zu bleiben. Das haben wir ein Stück weit selbst in der Hand. Das ist der große Unterschied zur letzten Saison, als wir auf Ergebnisse der anderen Mannschaften angewiesen waren. Wir wollen aus eigenen Stücken in der Liga bleiben und dafür können wir in dieser Woche einen guten Schritt gehen.
Frankfurt war bisher das letzte Topteam, das Werder schlagen konnte. Was muss passieren, damit das auch gegen Dortmund gelingt?
Wir sind gegen Frankfurt sehr mutig und aggressiv angetreten mit einer Top-Einstellung und Mentalität. Das sind die Basics, die wir auch in Dortmund brauchen werden. Wir wollen nicht aufwarten und nicht hoffen, dass Dortmund vielleicht einen schlechten Tag hat, sondern wir müssen dafür sorgen, dass sie sich schwer tun. Dass wir in Dortmund gewinnen können, haben wir die letzten Jahre insbesondere im Pokal gezeigt. Daher fahren wir frohen Mutes nach Dortmund, in der Hoffnung, dort wirklich etwas mitnehmen zu können.

Das Interview führte Daniel Haselbach, aufgezeichnet von Petra Philippsen.

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Video vom 16. April 2021
Werder-Coach Florian Kohfeldt beobachtet mit Händen in den Taschen das Training.
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

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Autor

  • Daniel Haselbach Nachrichtenredakteur

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Die Fußball-Bundesliga, 17. April 2021, 15:30 Uhr