Abstiegsplatz oder fast gerettet – Werders Schicksalsspiel am Samstag

Der vorletzte Spieltag ist für Werder ein echtes Finale. Mit einem Sieg in Augsburg könnte der Klassenerhalt fast perfekt sein – oder auch nicht. Die Rechenbeispiele.

Video vom 14. Mai 2021
Mehrere Werder-Spieler gehen in der Bremer Flughafen-Halle in Richtung Abflugschalter.
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Zwei Spieltage bleiben noch, der Abstiegskampf in der Fußball-Bundesliga steuert auf den Höhepunkt zu: Schalke 04 steht als Absteiger bereits fest, Mainz ist fast gerettet – doch dazwischen kämpfen gleich fünf Klubs ums Überleben.

Das Restprogramm der "Keller-Kinder"

TabellenplatzMannschaftPunkte / TordifferenzGegner 33. SpieltagGegner 34. Spieltag
12.Mainz 0536 / -16Borussia Dortmund (H)VfL Wolfsburg (A)
13.Hertha BSC34 / -101. FC Köln (H)TSG Hoffenheim (A)
14.FC Augsburg33 / -17Werder Bremen (H)Bayern München (A)
15.Werder Bremen31 / -17FC Augsburg (A)Gladbach (H)
16.Arminia Bielefeld31 / -28TSG Hoffenheim (H)VfB Stuttgart (A)
17.1. FC Köln29 / -27Hertha BSC (A)Schalke 04 (H)

Kölns Abstieg könnte am Samstag bereits besiegelt sein und auch Werder steht am Abgrund. Wir gehen die Szenarien der Bremer vor dem entscheidenden Spiel gegen den FC Augsburg einmal durch.

1 Werder gewinnt gegen Augsburg

Es ist das Szenario, das sich die Bremer unbedingt wünschen und auch unbedingt erreichen müssen. Mit einem Sieg am Samstag würde Werder mit 34 Punkten auf Rang 14 vorrücken und mit Augsburg den Platz tauschen. Selbst wenn die Hertha gegen Köln parallel verlieren sollte, würden die Berliner aufgrund des besseren Torverhältnisses dennoch vor Werder Tabellen-13. bleiben.

Gewinnt Bielefeld ebenfalls am Samstag gegen Hoffenheim, bliebe Werder auch vor der Arminia, die das schlechtere Torverhältnis hat. Sollte Köln gegen die Hertha verlieren, stünde der FC als zweiter Absteiger fest, die Berliner hätten sich mit 37 Punkten gerettet. Dann müsste Werder, je nachdem wie die Konkurrenz am Samstag spielt, nur noch gegen den Relegationsplatz ankämpfen. Gewinnen Bielefeld und Köln jedoch ebenfalls, wird die Abstiegsentscheidung auf das Saisonfinale vertagt.

Wenn wir beide Spiele gewinnen, sind wir durch. Wir haben es in der eigenen Hand, das gibt einem ein anderes Gefühl.

Werder-Trainer Florian Kohfeldt am Donnerstag

2 Werder verliert gegen Augsburg

Die Werder-Spieler gehen als Gruppe den Weg zum Trainingsplatz entlang.
Mit einer Niederlage in Augsburg kann Werder nur noch auf Ausrutscher der Konkurrenten hoffen - oder zum Fußballgott flehen. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Bei einer Niederlage bliebe es für die Bremer bei 31 Punkten und die Mannschaft von Florian Kohfeldt müsste den Fußballgott dann inständig anflehen, dass Bielefeld und Köln parallel auch verlieren. Denn sollten die beiden Konkurrenten gewinnen, rutscht Werder auf den 17. Tabellenplatz ab und hätte das eigene Schicksal am 34. Spieltag dann nicht mehr selbst in der Hand.

Spielen Köln und Bielefeld jeweils Unentschieden, landet Werder wie in der Vorsaison auf dem Relegationsplatz. Das bedeutet, beim Saisonfinale müssten die Bremer zwingend einen Punkt gegen Gladbach holen. Und nur bei einem Remis oder einer Niederlage der beiden Konkurrenten würde das bessere Torverhältnis die Bremer dann wieder auf den rettenden Rang 15 hieven.

Sollte Köln verlieren, aber Bielefeld gewinnen, wären die Bremer 16. und könnten sich am 34. Spieltag nur noch mit einem Sieg über Gladbach und der gleichzeitigen Niederlage der Bielefelder befreien.

3 Werder spielt Unentschieden gegen Augsburg

Bei diesem Szenario beginnt wieder die Rechnerei und das Anflehen in Richtung Fußballgott, denn dann hinge alles von der Konkurrenz ab. Dann ginge es nur noch darum, wie Bielefeld und Köln spielen. Gewinnen beide, ziehen beide an Werder vorbei und die Bremer stünden auf Rang 17.

Spielen alle Unentschieden, wäre die Schicksalsfrage auf den 34. Spieltag vertagt. Sollten Bielefeld und Köln am Samstag verlieren, hätte Werder mit 32 Punkten im Vergleich zu 31 und 29 zwar einen Vorteil, auch aufgrund des Torverhältnisses. Doch Kohfeldts Elf darf sich gegen Gladbach nicht darauf verlassen, dass selbst die eigene Niederlage zum Klassenerhalt reichen könnte. Und dann würde das Saisonfinale im ungünstigsten Fall doch noch zur Bremer Zitterpartie.

Werder vor dem "Nervenspiel" gegen Augsburg

Video vom 13. Mai 2021
Werder-Trainer Florian Kohfeldt mit einer Kaffetasse in der Hand vor dem Bremer Parkhotel.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

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Autorin

  • Petra Philippsen Redakteurin und Moderatorin und Autorin

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 14. Mai 2021, 18:06 Uhr