Werders neuer Frauen-Coach: "Das Ziel ist der Klassenerhalt"

Bis vor neun Monaten saß Thomas Horsch noch auf der Trainerbank neben Florian Kohfeldt. Jetzt soll er bis zum Sommer die Frauen-Mannschaft in der Bundesliga halten.

Video vom 16. April 2021
Trainer Thomas Horsch sortiert am Rande des Trainingsplatzes violette Leibchen.
Bild: Imago | Nordphoto

Zeit hatte Thomas Horsch, als sich Werder Bremen zu Ostern bei ihm meldete, und Lust natürlich auch. Bis zum vergangenen Sommer saß der 52-Jährige noch neben Bundesliga-Coach Florian Kohfeldt auf der Trainerbank, doch der sortierte ihn aus.

Nun saß Horsch coronabedingt also vor allem auf dem Sofa. Bis zum Sommer 2021 wird er zwar ohnehin noch von den Grün-Weißen bezahlt – doch Herumsitzen ist einfach nicht seine Sache. Also sagte er sofort ja zu Werders Jobangebot als Frauen-Cheftrainer.

Die Freude ist sehr groß, ich habe richtig Lust, wieder auf dem Platz zu stehen. Das hat mir sehr gefehlt.

Werders Frauen-Trainer Thomas Horsch im Gespräch mit dem Sportblitz

Horsch ist keine Notlösung

Von den Männern zu den Frauen wechselt es sich nicht so oft, doch Horsch arbeitete bereits in seiner Zeit beim Deutschen Fußball Bund im Mädchen- und Frauenbereich. Die Entscheidung für Horsch als Nachfolger von Alexander Kluge war demnach keine Notlösung für Werder, sondern eher eine wohl überlegte.

Über sein Aus bei den Männern möchte Horsch nicht sprechen, vielmehr aber über seine neue Aufgabe: "Die Mädels gehen mit 100 Prozent Einsatzbereitschaft rein, absolut top. Sie haben den Traum, unbedingt in der Frauen-Bundesliga zu bleiben", sagt Horsch im Gespräch mit dem Sportblitz.

Die Mission Klassenerhalt ist nicht leicht

Leicht ist das nicht für die Aufsteigerinnen. Sich in der Bundesliga zu etablieren, ist im Frauen-Fußball weiterhin schwierig, der Leistungsunterschied zur 2. Liga ist zu groß.

Doch die Bremerinnen stehen mit 13 Punkten als Tabellenneunte von zwölf Mannschaften recht gut da. Fünf Spieltage bleiben noch zur Mission Klassenerhalt und so lange bleibt auch nur für Horsch Zeit. Ob sein Vertrag über den Sommer hinaus verlängert wird, darüber will er sich jetzt keine Gedanken machen: "Für uns zählt erstmal nur der Klassenerhalt."

"Unheimlicher Motivationsschub durch den Trainerwechsel"

Seit Ostern arbeitet Horsch mit seiner neuen Mannschaft, führte zunächst viele Einzelgespräche. Dass Spielerinnen mitunter eine andere Ansprache benötigen als ihre männlichen Kollegen, ist Horsch vertraut. Doch ansonsten weiß auch er: "Fußballtaktische Dinge sind im Männer- und Frauenfußball gleich."

Seine Spielerinnen haben ihn direkt mit offenen Armen empfangen, sagt Horsch, der gemerkt hat, "dass die Mannschaft einen unheimlichen Motivationsschub durch den Trainerwechsel bekommen hat". Diesen Schwung gilt es bis zum Klassenerhalt mitzunehmen. Der erste von fünf Härtetests wartet am Sonntag um 14 Uhr auf Werder, mit dem Duell gegen die Tabellenfünften aus Leverkusen.

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Autoren

  • Pascale Ciesla Redakteurin und Moderatorin und Autorin
  • Petra Philippsen Redakteurin und Moderatorin und Autorin

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 16. April 2021, 18:06 Uhr