Deutschlands aktuell einziger Frauenfootball-Klub kommt aus Lilienthal

Derzeit einziger Frauenfootball-Verein Deutschlands sitzt in Seebergen

Bild: Radio Bremen

Beim 1. AFC Lilienthal Venom aus dem Bremer Umland wird Football nur für Frauen angeboten. Der Klub besteht seit zwei Monaten und will im Frühjahr im regulären Spielbetrieb starten.

Anna Höpner hat derzeit jede Menge Freizeitstress. "Der Nachmittag", erzählt die 30-Jährige, "ist für Venom freigehalten." Venom, das ist der 1. AFC Lilienthal Venom. Der neue Klub auf der Landkarte im Bremer Umland. Und deutschlandweit aktuell der einzige Klub, der Football nur für Frauen anbietet.

Football spielt Höpner dabei schon seit 2019. Sie und viele ihrer Mitstreiterinnen waren zuvor bei den Ritterhude Badgers aktiv. Dort fühlten sie sich aber nicht mehr wohl und entschieden sich daher dazu, etwas eigenes auf die Beine zu stellen.

Football ist schon eine Art Randsportart. Und dann noch als Frau ist es ein bisschen schwierig. In großen Vereinen fällt man immer ein bisschen hinten runter. Da hatten wir keine Lust zu. Wir haben sehr viel Potenzial. Deswegen haben wir gesagt: 'So, wir machen das jetzt einfach selber.'

Anna Höpner sitzt am Tisch und schaut in Richtung Kamera.
Anna Höpner im Gespräch mit dem Sportblitz

Große Resonanz für den neuen Klub

Auch Holger Bürger bemängelt, dass der Stellenwert zuvor das Problem und Frauenfootball in Ritterhude nicht so angesehen gewesen sei. Von Höpner ließ er sich davon überzeugen, einen eigenen Klub zu gründen. Er ist aus Ritterhude mitgekommen und bei Venom – zu deutsch "Schlangengift" – nun der 1. Vorsitzende des Vereins. Höpner, die 2. Vorsitzende, spielt nicht nur selbst, sondern kümmert sich rund um Venom um viel Organisatorisches. Sie gestaltet und betreibt auch den Social-Media-Auftritt und die Homepage des Klubs. Als diese dann online ging, sei die Resonanz direkt groß gewesen, berichtet sie. "Das ist explodiert in den ersten Tagen, das ist natürlich super." Doch die Leute gehen nicht nur auf die Homepage, sondern kommen auch beim Training vorbei oder wollen dem Klub auf andere Art und Weise helfen.

In letzter Zeit kommen sehr viele Anfragen für ein Probetraining. Es kommen ganz viele Leute vorbei, die noch nie etwas mit dem Sport zu tun hatten. Aber nicht nur Leute, die spielen wollen, sondern auch Leute, die uns anders unterstützen wollen. In unserem Staff (Trainerteam, Anm. d. Red.), im Drumherum oder die sich um die Organisation kümmern. Auch andere Vereine und andere Footballvereine melden sich bei uns.

Anna Höpner sitzt am Tisch und schaut in Richtung Kamera.
Anna Höpner im Gespräch mit dem Sportblitz

Im Frühjahr soll der Spielbetrieb losgehen

Die ganze Arbeit rund um den neuen Verein lohnt sich. Nach nur zwei Monaten trainieren bereits 24 Frauen zweimal die Woche unter der Leitung von drei Trainern. Am Spielbetrieb hat noch keine von ihnen teilgenommen, doch auch das soll sich im kommenden Frühjahr ändern. Dann will Venom in der 2. Bundesliga Nord, der einzigen Liga in der Region, melden.

Autorinnen und Autoren

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 16. Oktober 2021, 18:06 Uhr