Bitter: Bremer Wellbrock schwimmt nur knapp an Olympia-Medaille vorbei

Bremer Wellbrock verpasst ganz knapp seine erste Olympia-Medaille

Video vom 29. Juli 2021
Nach Platz 4 schaut Schwimmer Florian Wellbrock enttäuscht auf die Anzeigetafel.
Bild: Imago | Moritz Müller
Bild: Imago | Moritz Müller

Im Finalrennen über 800 Meter Freistil lag Florian Wellbrock lange auf Goldkurs, wurde am Ende jedoch nur Vierter. Zwei Chancen auf Olympia-Edelmetall hat der Bremer aber noch.

Fast regungslos verharrte Florian Wellbrock im Becken, während seine Konkurrenten neben ihm ihre Medaillen feierten. Der 23-Jährige pustete ein paar Mal durch und haderte mit seinem vierten Rang. "An sich habe ich mich gut verkauft. Es ist halt nur der vierte Platz, der ärgerlich ist", sagte der gebürtige Bremer nach dem packenden Medaillenkampf bei der olympischen Premiere des 800-Meter-Rennens. Wellbrocks Zeit von 7:42,68 Minuten reichte nur knapp nicht zu Bronze.

Im Vorlauf schwamm Wellbrock neuen deutschen Rekord

"Das heute war ja an sich nicht schlecht", stellte Wellbrock fest. "7,42 ist immer noch die zweitschnellste Zeit, die ein Deutscher jemals geschwommen ist." Für ihn wäre es aber "wahrscheinlich schöner" gewesen, wenn er damit nur Fünfter geworden wäre.

Florian Wellbrock verpasst knapp olympische Medaille

Audio vom 29. Juli 2021
Nach Platz 4 schaut Schwimmer Florian Wellbrock enttäuscht auf die Anzeigetafel.
Bild: Imago | Moritz Müller
Bild: Imago | Moritz Müller

Seine fulminante nationale Bestmarke von 7:41,77 Minuten aus dem Vorlauf hätte am Donnerstag zu Gold gereicht. So fehlten 35 Hundertstelsekunden auf Bronze. Den Sieg sicherte sich etwas überraschend der Amerikaner Robert Finke. Der 21-Jährige legte einen beeindruckenden Schlussspurt hin. Silber holte Gregorio Paltrinieri aus Italien, Bronze der Ukrainer Michailo Romantschuk.

Wellbrock erhöht zu früh das Tempo

Paltrinieri, der in der Vorbereitung an Pfeifferschem Drüsenfieber erkrankt war, ging das Rennen schnell an und lag lange in Führung. Wellbrock holte jedoch auf und ging als Erster auf die letzten 50 Meter. Neben dem Becken konnte Bundestrainer Bernd Berkhahn längst nicht mehr sitzen bleiben. "Normalerweise müsste ich den Paltrinieri auf den letzten 50 im Griff haben, das hatte ich heute nicht, was das Ganze noch ein bisschen ärgerlicher macht", sagte Wellbrock über seinen Konkurrenten, mit dem er sich regelmäßig austauscht. Er habe vielleicht ein "Tickchen zu doll" oder "ein Tickchen zu früh" das Tempo erhöht, sagte Wellbrock und vermutete dies als "Knackpunkt".

Zwei Jahre nach seinem historischen Doppel-Erfolg bei der WM 2019 in Südkorea, als Wellbrock binnen weniger Tage Gold im Freiwasser über zehn Kilometer und über 1500 Meter Freistil gewann, gelang ihm zwar nicht der erhoffte Olympia-Start. Doch der Bremer war bei aller Enttäuschung von Resignation weit entfernt. Mit einem weißen Handtuch über der Schulter hatte er es eilig, zum Ausschwimmen zu kommen. Wellbrock versuchte, das Positive zu sehen. Er habe in der Vergangenheit schon gezeigt, "dass nach einem nicht so guten Rennen die 1500 noch immer sehr, sehr gut werden können", sagte er. "Da muss ich dann noch mal alles reinwerfen." Über die längste olympische Beckendistanz und im Freiwasser ist Wellbrock noch stärker einzuschätzen als über die 800 Meter Freistil.

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Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 29. Juli 2021, 18:06 Uhr