Interview

So begann in Bremen die Karriere von Europameister Wellbrock

Mit seiner Gold und Bronze bei der Schwimm-EM hat sich Florian Wellbrock an die Weltspitze gekrault. Beim Micky-Maus-Schwimmen in Bremen hat alles begonnen.

Scwhimmtrainer Harald Wolf zu Gast im Sportblitz-Studio.

Mit 16 Jahren verließ Florian Wellbrock seine Bremer Heimat und wechselte in das Schwimm-Leistungszentrum in Magdeburg. Denn dort waren die Trainingsbedingungen besser, um eine internationale Schwimmkarriere zu starten. Die Grundlagen gelernt hatte der heute 20-Jährige bei Harald Wolf. Im Interview mit buten un binnen erzählt sein ehemaliger Trainer und Lehrer von der Bremer Oberschule Ronzelenstraße von den Anfängen im Tenever-Bad und was er seinem ehemaligen Schützling bei der EM in Glasgow noch zutraut.

Harald Wolf, wie stolz sind Sie auf die Leistung Ihres ehemaligen Schützlings?
Das war grandios, galaktisch. Alles, was einem an Superlativen einfällt, hat sich erfüllt. Bremen hat mitgezittert. Ich weiß, dass die ganze Schwimmer-Gemeinde zugeschaut hat. Mit deutschem Rekord ist Florian in die absolute Weltspitze vorgeschwommen. Es war einfach sensationell.
Hatten Sie nach seinem EM-Erfolg schon Kontakt zu Florian Wellbrock?
Am Montagvormittag habe ich mit ihm telefoniert und er hat alles noch gar nicht richtig verarbeitet. Alles rauscht noch rechts und links an ihm vorbei. Es war sehr beeindruckend für ihn und er muss jetzt sehen, dass er zur Ruhe kommt. Am Dienstag muss er schon wieder über die 800-Meter-Strecke ran.

Das war unglaublich. Ich hatte auf den letzten 50 Metern solche Schmerzen. Ich habe es dann nur noch über den Willen zum Ende gebracht.

Florian Wellbrock, Europameister 1.500 Meter Freistil
Wieviel Bremen steckt denn in Florian Wellbrock?
Er fühlt sich immer noch als Bremer, auch wenn er der Magdeburger Trainingsgruppe viel zu verdanken hat. Er erinnert sich gern an seine Bremer Wurzeln zurück. Er kommt oft zu Siegerehrungen bei uns in der Schule Ronzelenstraße vorbei. Er ist ein sehr bescheidener, bodenständiger Mensch. Einfach ein Pfundstyp.
Ein Schwimmer (Florian Wellbrock) ballt die Hände als Siegesgeste zu Fäusten.
Es war die zweite Goldmedaille für den Deutschen Schwimm-Verband. Bild: dpa | Ian Rutherford
Haben Sie sein Talent schon früh erkennen können?
Das Talent konnte man schon sehen, als er beim Micky-Maus-Schwimmkurs war. Er ist ein Wasserfloh gewesen durch und durch. Wie er im Wasser liegt und gleitet, das ist schon sensationell. Ich sage zu meinen Schwimmern immer, das ist wie Capucchino-Sahne mit Schokostreusel.
Sie haben ihn also schon als Achtjährigen trainiert?
Ja, damals im Tenever-Bad bei einem Grundschulkurs. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie er beim Schnellschwimmen plötzlich abtauchte und alle fragten sich: 'Was macht er denn jetzt?' Dann tauchte er auf und sagte: 'Guck mal, ich habe einen Ring gefunden.' So leicht lässt er sich jetzt aber nicht mehr ablenken (lacht).

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  • Claus Wilkens

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 6. August 2018, 18:06 Uhr