Interview

So erklären die Fischtown Pinguins ihren Höhenflug

Ein Viertel der neuen DEL-Saison ist rum, und völlig überraschend liegen die Bremerhavener auf Rang drei. Für Manager Alfred Prey muss das nicht das Ende sein.

Zwei Spieler der Fischtown Pinguins bejubeln einen Treffer gegen Nürnberg.
Bild: Thomas Hahn
Alfred Prey, haben Sie sich schon selbst auf die Schulter geklopft, weil sie es wieder geschafft haben mit dem kleinsten Etat der Liga ein konkurrenzfähiges Team aufzustellen?
Nein, das brauchen wir nicht. Wir müssen mit Demut und Bescheidenheit durch die Liga gehen. Wir sind froh mit dem, was wir bisher erreicht haben. Klar wurden ein bisschen unsere Erwartungen übertroffen, aber wir haben noch nichts erreicht. Wir müssen jeden Tag mit neuem Mut an den Start gehen.

"Wir haben noch Luft nach oben."

Alfred Prey, Teammanager Fischtown Pinguins
Platz drei in der Liga – was macht ihre Mannschaft im Moment so stark?
Wir haben zu Saisonbeginn großen Wert darauf gelegt, dass wir eine Mannschaft mit Charakter haben. Wir haben nicht die Topspieler, die in anderen Mannschaften zu finden sind – zumindest nicht dem Namen nach, aber wir haben ein unheimlich starkes Kollektiv. Wir sind für die Gegner schwer auszurechnen, weil jede Reihe gut "performen" kann. Das ist das Geheimnis unseres Erfolges, wobei ich das Wort Erfolg gar nicht in den Mund nehmen möchte.
Ein Mann mit Brille und Bart steht vor einer Wand an der Trikots und Bilder aufgehängt sind.
Teammanager Alfred Prey hat wieder eine konkurrenzfähige Mannschaft aufgestellt.
Wie bewerten Sie diesen dritten Platz? Spielt ihre Mannschaft im Moment über ihre Verhältnisse oder die anderen Teams unter ihren Verhältnissen? Oder gehört ihre Mannschaft genau dort hin?
Das ist eine schwierige Frage, weil man nie weiß, wie sich die anderen Mannschaften im Laufe der Saison noch entwickeln werden. Aber auch wir haben vielleicht sogar noch Luft nach oben. Es ist noch ein bisschen was drin. Der ein oder andere wird noch was drauflegen können, aber grundsätzlich sind wir natürlich mehr als zufrieden mit der bisherigen Saison.
Ihre Mannschaft hat bislang nur zwei Spiele nach der regulären Spielzeit verloren. Wie selbstbewusst macht so etwas?
Wir haben in jedem Spiel bewiesen, dass wir mitspielen können. Es ist einfach so, dass die Mannschaft in jedem Spiel alles gibt und wir nie aufgeben. Dieses ständige Bohren, dieses ständige Attackieren, dieses charakterstarke Spiel, das ist unser großer Pluspunkt.

"Die Leute sollen sagen: Das sind unsere Jungs."

Alfred Prey, Teammanager Fischtown Pinguins
Wir wichtig war es, dass ein Teil des Kaders aus der vergangenen Saison in Bremerhaven geblieben ist?
Unser Traum ist es, dass wir einen Chor zusammenstellen, der über Jahre das Gesicht des Bremerhavener Eishockeys bildet. Das ist eine langjährige Arbeit und man muss die Spieler davon überzeugen, dass der Bremerhavener Weg der richtige ist. Die Spieler, die geblieben sind, sind Charakterspieler und sie können sich mit der Stadt und der Region identifizieren. Davon brauchen wir mehr. Wir wollen, dass die Spieler auf der Straße wiedererkannt werden und die Leute sagen: Das sind unsere Jungs. Am Ende des Tages spielen wir ja nicht Eishockey für uns, sondern wir spielen Eishockey für diese Stadt, für diese Fans und für diese Bürger.

Autor

  • Claus Wilkens

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 22. Oktober 2019, 23:30 Uhr