Interview

Fischtown-Geschäftsführer: "Wären für Saisonstart bereit gewesen"

Hauke Hasselbring stellt klar, dass die Bremerhavener Pinguins gern im November die Saison eröffnet hätten – und plant mit mehr als 20 Prozent an Zuschauern.

Der Geschäftsführer der Fischtown Pinguins, Hauke Hasselbring, im Sportblitz-Studio
Hauke Hasselbring ist Geschäftsführer der Fischtown Pinguins aus Bremerhaven. Bild: Radio Bremen

Schwierige Zeiten für das deutsche Eishockey: Nachdem ein Ultimatium geplatzt ist, hat die Deutsche-Eishockey-Liga am Freitag den für den 13. November geplanten Saisonstart erneut verschoben. Offen ist, ob es jetzt im Dezember wieder losgeht. Hauke Hasselbring, Geschäftsführer der Fischtown Pinguins aus Bremerhaven, stand aufgrund der unklaren Lage im Sportblitz Rede und Antwort.

Herr Hasselbring, wie enttäuscht sind Sie, dass die Liga im November nicht starten kann?
Ich bin nicht sonderlich enttäuscht, weil man das absehen konnte. Das nochmalige Verschieben war eigentlich alternativlos.
Handball und Basketball starten in zwei Wochen in die neue Saison. Warum geht das im Eishockey nicht?
Das kann nicht Eins-zu-eins miteinander verglichen werden. Eishockey ist bei den Zuschauern hinter dem Fußball die Sportart Nummer zwei. Wir hatten letzte Saison 2,5 Millionen Zuschauer in der Liga. Der Handball kommt danach mit 1,5 Millionen Zuschauern. Das ist schon einmal ein Unterschied von einer Million. Bei einem angesetzten Durchschnittspreis von 25 Euro sind das 25 Millionen Euro für die Liga in einer Saison. Ich weiß nicht, wie der Handball spielen kann. Vielleicht ist es auch nur das geringere Übel, jetzt zu spielen.
Das hört sich so an, als könnten Sie noch eine ganze Weile bestehen, ohne große Probleme zu bekommen. Wie ernst ist die Lage für die Fischtown Pinguins?
Das Instrument der Kurzarbeit spart uns jeden Monat Geld. Für uns kann ich nur sagen, dass wir auch bereit gewesen wären, das Risiko zu tragen, am 13. November in die Saison zu starten. Aber das ist eben nicht ligaübergreifend so.
Wenn die Liga startet, ist jeder Klub an seine lokalen Behörden gebunden. Ist das Hygienekonzept in Bremerhaven bereits abgesegnet?
Unser Konzept ist mit den Behörden soweit vorabgestimmt, dass die dieses freizeichnen würden. Und zwar mit deutlich mehr als nur 20 Prozent Zuschauern. Ich möchte jetzt keine Zahlen nennen, weil ich die nicht in die Bredouille bringen möchte. Die müssen es ja erst absegnen, wenn der Ligastart feststeht. Aber Stand jetzt werden das deutlich mehr. Damit haben wir natürlich eine deutlich bessere Position als viele andere. In Bayern sind zum Beispiel keine Zuschauer erlaubt.
Wie geht es jetzt weiter?
Wir warten jetzt den Oktober ab. Dann stellen wir unseren Antrag auf die Hilfe in Höhe von 800.000 Euro. Dann sind wir hoffentlich Ende des Monats schon mal schlauer, ob das klappt oder nicht. Danach ist diese Probephase mit der 20-Prozent-Begrenzung vorbei. Der Fußball lebt das ja vor, und dann soll es neu bewertet werden. Und dann rechnen wir alle nochmal neu und sind hoffnungsvoll, dass wir Mitte Dezember starten können.

Das Interview führte Pascale Ciesla. Aufgezeichnet von Karsten Lübben.

Saisonstart erneut verschoben: Das sagen die Fischtown Pinguins

Video vom 4. Oktober 2020
Der Geschäftsführer der Fischtown Pinguins, Hauke Hasselbring, im Sportblitz-Studio
Hauke Hasselbring ist Geschäftsführer der Fischtown Pinguins aus Bremerhaven. Bild: Radio Bremen

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Autorin

  • Pascale Ciesla Redakteurin und Moderatorin und Autorin

Dieses Thema im Programm: buten un binnen mit sportblitz, 4. Oktober 2020, 19:30 Uhr