Interview

Pinguins-Coach Popiesch: "Wir schauen nicht jeden Tag auf die Tabelle"

Die Bremerhavener stehen vor dem Einzug in die DEL-Playoffs. Pinguins-Trainer Thomas Popiesch sprach mit dem Sportblitz über die hohe Belastung, Reisestress und die weiteren Ziele.

Video vom 9. April 2021
Moderator Niko Schleicher im Studio von buten un binnen und der Fischtown Pinguins Trainer Thomas Popiesch über Video zugeschaltet.
Bild: Radio Bremen

Langsam, aber sicher nähert sich die Eishockey-Saison der heißen Phase. Das gilt vor allem für die Fischtown Pinguins: Die Überraschungsmannschaft der Deutschen Eishockey Liga (DEL) liegt fünf Spieltage vor Ende der Hauptrunde klar auf Playoff-Kurs. Nur ein Zähler fehlt den Bremerhavenern noch, um ins Viertelfinale einzuziehen.

Die nächste Chance, die Playoffs bereits vorzeitig zu erreichen, bietet sich den Pinguins bereits am Freitagabend (19:30 Uhr) beim Gastspiel gegen den EHC Red Bull München. Schon wieder, will man meinen. Denn Coronabedingt ist der Terminplan eng gestrafft, die Schlagzahl der Aufeinandertreffen entsprechend hoch. Einen Tag nach der deutlichen 2:5-Pleite in Augsburg sprach der Sportblitz mit Cheftrainer Thomas Popiesch über das Reisen in Corona-Zeiten, die Verletzung von Torjäger Jan Urbas und die weiteren Saisonziele.

Herr Popiesch, Ihre letzten drei Spiele fanden alle in verschiedenen Städten statt. Heute spielen Sie in München. Wie empfinden sie solche Roadtrips von einer Stadt zur anderen?
Grundsätzlich ist es für uns erst einmal angenehm. Wir sparen uns natürlich die langen Fahrten hin und zurück. Für die Mannschaft war es auch mal ganz gut, längere Zeit zusammen zu sein. Wir haben in den ersten beiden Spielen gute Ergebnisse abgeliefert, gestern war es nicht ganz so gut.
Wie muss man sich das – gerade in Corona-Zeiten –vorstellen: Sind Sie alleine im Hotel und lassen sich das Essen immer nur liefern?
So ungefähr läuft es ab. Im Hotel in Mannheim haben wir etwa eine komplette Etage für uns gehabt. Auch das Essen wird für uns separat zubereitet, sodass wir im Prinzip die ganze Zeit wie in unserer eigenen Bubble sind.
Teilweise haben Ihre Spieler nicht einmal einen Tag Pause, bevor sie wieder aufs Eis müssen. Wie gehen Sie mit der hohen Belastung um?
Unsere Physios müssen schon Extraschichten schieben, weil die Spieler natürlich kleinere Wehwehchen haben und auch auf ihren Körper hören sollen. Aber grundsätzlich hat jede Mannschaft dasselbe Pensum zu erledigen. Darauf sind die Spieler gut vorbereitet. Das größere Problem ist eher das Mentale und die Frage, wie man sich wieder auf jedes neue Spiel fokussiert.
Verletzungen bleiben trotzdem nicht aus. Ihr Topstürmer Jan Urbas hat sich verletzt, wie sieht es bei ihm aus?
Er wird heute nicht auflaufen, da er noch Zeit braucht, um die Verletzung auskurieren zu können. Wir wollen da auch kein Risiko eingehen. Der Spieler muss vollständig gesund sein, damit er eine Topleistung bringen kann.
Sportlich läuft es ja gut bei Ihnen. Einen Punkt brauchen Sie noch für die Playoffs-Qualifikation. Was bedeuten das für Ihre Ziele?
Wir schauen nicht jeden Tag auf die Tabelle, sondern fokussieren uns darauf, unser Spiel zu verbessern. Natürlich versuchen wir, uns in jedem Spiel eine Siegchance zu erarbeiten. Das ist uns in vielen Spielen in dieser Saison gelungen. Aber man hat auch gestern gesehen: Wenn man hinten liegt und zu offen agiert, dann wird es in der jetzigen Phase sehr schwer, noch einmal zurückzukommen. Das müssen wir einfach verbessern.

(Die Fragen stellte Niko Schleicher. Aufgezeichnet von Helge Hommers.)

Autoren

  • Niko Schleicher Redakteur und Autor
  • Helge Hommers Autor

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 9. April 2021, 18:06 Uhr