Werders Ehrenpräsident Fischer würde mit Kohfeldt in die 2. Liga gehen

Der ehemalige Funktionär hält die Zusammenarbeit mit dem Trainer für ein "langfristiges Modell". Das sagte er der "Deichstube". Fischer übt auch Kritik an Teilen der Klub-Führung.

Ex Werder Bremen Präsident Klaus-Dieter Fischer im Gespräch, im Hintergrund das Logo von Werder Bremen.
Klaus-Dieter Fischer war bei Werders bislang einzigem Abstieg 1980 Vizepräsident des Klubs.

Werder Bremens langjähriger Präsident Klaus-Dieter Fischer würde auch im Falle eines Abstiegs an Trainer Florian Kohfeldt festhalten. Das hat der 79-Jährige im Interview mit dem Onlineportal "Deichstube" gesagt. "Wenn man dieses Vertrauen hat, dann muss man diesen Weg auch konsequent gehen. Und dann kann es im Fußball passieren, dass man in der Zweiten Liga landet", so Fischer. Für ihn sei die Zusammenarbeit mit Kohfeldt ein "langfristiges Modell". Fischer weiter: " Wenn der Aufsichtsrat und die Geschäftsführung nicht glauben würden, dass wir mit ihm den Wiederaufstieg schaffen, dann müsste man es schon jetzt beenden."

Er sieht auch andere Gründe für die Krise der Bremer, allen voran der Wechsel von Max Kruse zu Fenerbahce Istanbul. "Dann haben wir zwar mutig auf dem Transfermarkt agiert, allerdings mit dem Risiko, gute Spieler mit einer gewissen Verletzungsanfälligkeit geholt zu haben. Aus finanzieller Sicht ist das bei unserer Ausgangslage durchaus nachvollziehbar, aber es ist uns vor die Füße gefallen", sagte Fischer der "Deichstube."

Kritik an Filbry und Hess-Grunewald

Außerdem wünschte er sich von Geschäftsführer Klaus Filbry und Vereinspräsident Hubertus Hess-Grunewald mehr öffentliche Rückendeckung für Trainer Kohfeldt und Sportchef Frank Baumann.

Wir müssen als Verein eine geschlossene Einheit bleiben
und dieses langfristige Modell mit Florian Kohfeldt auch nach außen hin leidenschaftlich verteidigen. Das wird nicht an allen Stellen, gerade in der Führung des Klubs, konsequent genug gemacht. Das ist gefährlich.

Klaus-Dieter Fischer im Interview mit der "Deichstube"

Anderen Denkmodellen wie etwa einer Verpflichtung von Bruno Labbadia oder einer Reaktivierung von Thomas Schaaf als Cheftrainer erteilte Fischer eine Absage. "Bruno Labbadia wurde immer wieder auch entlassen oder hat die Vereine selbst verlassen. Für mich wäre das kein langfristiges Modell", sagte er. Die Idee, den früheren Meistercoach Schaaf für den Abstiegskampf zu holen und danach im Sommer wieder mit Kohfeldt weiterzumachen, nannte der langjährige Vereinsfunktionär sogar "albern. "Du kannst doch Florian jetzt nicht für drei, vier Monate aus der Schusslinie nehmen und ihn dann zurückholen", meinte Fischer. "Das würde er selbst nicht wollen."

Beim Tabellenvorletzten der Fußball-Bundesliga war Fischer zwischen 1974
und 2014 unter anderem Vizepräsident, Vorstandsmitglied und auch einer der
drei Geschäftsführer der 2004 ausgegliederten Profifußball-Gesellschaft Werder Bremen GmbH & Co. KGaA. Nach dem bislang einzigen Abstieg der Bremer Vereinsgeschichte 1980 gelang mit ihm als Vizepräsident der direkte Wiederaufstieg.

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 24. Februar 2020, 23:30 Uhr