EM-Spiele im Weser-Stadion? So entscheidet der DFB

Am Freitag wird der Deutsche Fußball-Bund die 10 Stadien für die Fußball-Europameisterschaft 2024 bekannt geben. Auch Bremen hat sich beworben.

Weser-Stadion
Bild: gumzmedia

Stimmenkauf, schwarze Kassen und Millionenzahlungen – das ist von der WM-Vergabe 2006 nach Deutschland hängen geblieben. Ein solcher Skandal soll sich beim Deutschen Fußball-Bund nicht wiederholen. Deshalb soll die Bewerbung um die Europameisterschaft 2024 nachvollziehbar und transparent ablaufen. Das bezieht sich auch auf die Auswahl der EM-Stadien. Nur die besten Arenen sollen den Zuschlag erhalten. Deswegen wird die gesamte Bewerbungsphase auch von Transparency International begleitet.

Welche Kriterien entscheiden?

10 Kriterien entscheiden über die Vergabe der EM-Stadien. Zu jedem Kriterium hat sich eine DFB-Arbeitsgruppe gebildet, die die Angaben der Bewerber-Stadien bewertet und Punkte für jeden Bereich verteilt. Die Infrastruktur nimmt dabei den größten Raum ein. Sie umfasst das Stadion selbst, das Verkehrskonzept, die Leistungen im Bereich der Sicherheit und die Trainingsbedingungen. Aber auch Umwelt und Nachhaltigkeit des Konzepts jedes einzelnen Bewerbers werden bewertet.

Wie wird bewertet?

Die 10 DFB-Arbeitsgruppen verteilen Punkte für jedes Kriterium. Am Ende ergibt sich ein Ranking, dass über die Vergabe der EM-Stadien entscheidet. Nicht alle Punkte werden gleich bewertet. So ist das Stadion nur eines von 10 Punkten, wird aber mit 25 Prozent gewichtet.

AuswahlkriterienGewichtung der Auswahlkriterien
Allgemeines Konzept (u.a. Nachhaltigkeit, Umwelt und Soziales27 Prozent
Infrastruktur (u.a. Stadion, Sicherheit und Verkehr)62 Prozent
Operatives Geschäft (u.a. Organisation, Werbung und Finanzen)11 Prozent

Welche Regionen werden berücksichtigt?

Nachdem aufgrund der Kriterien ein Ranking erstellt wurde, muss dann auch Rücksicht auf die einzelnen Regionen in Deutschland genommen werden. Die Europameisterschaft soll in ganz Deutschland stattfinden. Um dieser Anforderung der UEFA gerecht zu werden, wurde das Bundesgebiet in 4 Zonen eingeteilt. Pro Zone wird mindestens ein Spielort ausgewählt und maximal vier Spielorte.

Karte des DFB vom Bundesgebiet, das vier Zonen aufgeteilt wurde
Bild: DFB

Im Norden ist es also möglich, dass beispielsweise nur Hamburg als Spielort ausgewählt wird.

Welche Kapazität müssen die Stadien haben?

Wichtigste Voraussetzung, um EM-Stadion zu werden: Die Sitzplatzkapazität muss mindestens 30.000 Plätze betragen. Diese Bedingung erfüllen alle Kandidaten. Der DFB hat zudem 3 zusätzliche Kategorien aufgestellt:

Netto-SitzplatzkapazitätGeforderte Anzahl
60.000 plus3 Stadien
40.000 plus3 Stadien
30.000 plus3 Stadien

Diese Einteilung muss im Ranking berücksichtigt werden. Das heißt: Es können nicht vier Stadien mit weniger als 40.000 Zuschauern ausgewählt werden, obwohl sie im Ranking ganz oben stehen.

Welchen Einfluss hat das Präsidium?

Das DFB-Präsidium legt die entgültige Auswahl der 10 Spielorte fest, ist dabei aber an das vorher festgelegte Ranking gebunden. Sie entscheiden nach Regionalität und Stadiongröße. Sollten zwei Spielorte die gleiche Punktzahl in diesem Ranking erhalten, dann erfolgt eine Abstimmung. Sollte bei dieser Abstimmung ein Mitglied in einen Interessenkonflikt kommen, dann darf es nicht teilnehmen.

  • Claus Wilkens

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 14. September, 23:20 Uhr