Augustinsson spielt mit Schweden wie Werder – nur erfolgreich

Verteidiger Ludwig Augustinsson reckt nach dem Remis mit Schweden gegen Spanien kämpferisch die Arme.
Werder-Verteidiger Ludwig Augustinsson absolvierte gegen Spanien sein 33. Länderspiel für Schweden. Bild: Reuters | David Ramos / Pool via Reuters

Gegen Spanien rührten die Schweden Beton an und trotzten dem frustrierten EM-Mitfavorit ein 0:0 ab. Ein erster Pluspunkt für den wechselwilligen Ludwig Augustinsson.

So hatte sich Werder Bremen das wohl auch gewünscht, was die schwedische Nationalmannschaft am Montagabend im schwül-heißen Sevilla gegen Spanien demonstrierte: Eine extrem disziplinierte defensive Ausrichtung, die den eigentlich favorisierten Gegner in die Verzweiflung treibt.

Das, was für Ludwig Augustinsson mit den Bremern in der vergangenen Saison am Ende aber zu selten klappte, konnte der 27 Jahre alte Außenverteidiger gegen Spanien nun fast in Perfektion zelebrieren. Vor allem, weil er mit Victor Lindelöf den idealen Organisator an seiner Seite hatte, der Schwedens Team auf dem Platz zum einem wahren Abwehrbollwerk formte.

Wir sind sauer, weil wir das Tor nicht machen konnten. Wir hatten nicht viel Raum. Das Einzige, was gefehlt hat, war das Tor.

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Destruktiv, aber effektiv

Verteidiger Ludwig Augustinsson ist mittendrin im Pulk beim Abwehrversuch der Schweden gegen Spanien.
Verteidigen mit Mann und Maus: Ludwig Augustinsson (2. von links) war immer mittendrin, wenn die Spanier Druck machten. Bild: Reuters | Julio Munoz / Pool via Reuters

Tiefer Frust bei den Spaniern, denen trotz der 84 Prozent Ballbesitz die Spielfreude komplett vermiest wurde – riesige Freude dagegen bei Schweden nach dem 0:0 über den unerwarteten und wichtigen Punkt zum Auftakt der Europameisterschaft.

Catenaccio nennt man diese sehr defensive Spielart, bei der auf Konter gelauert wird. Besonders attraktiv sind solche Partien natürlich nicht, das mussten die Werder-Fans schließlich ebenso durchstehen. Auch die Partie am Montagabend bei eigentlich unerträglich heißen Temperaturen war eher destruktiv, aber eben effektiv. Und dass man den EM-Mitfavorit entzaubern konnte, ist nun auch für Augustinsson persönlich ein erster, großer Pluspunkt.

Wohin wechselt Augustinsson?

Denn der Außenverteidiger will nach vier Jahren weg von Werder, sagte, er habe höhere Ambitionen als in der 2. Liga zu spielen. Eine bessere Bühne in Sachen Eigenwerbung kann es also nicht geben, als gute Leistungen bei der EM. Auf zehn Millionen Euro wird Augustinssons Marktwert derzeit geschätzt. Mit jedem weiteren guten Auftritt für Schweden könnten sich die Angebote erhöhen, auf die Werder so dringend angewiesen ist.

Augustinsson hält sich noch bedeckt, was sein Wechselziel angeht. Spekuliert wird ohnehin ins Blaue. Da reicht es schon, wenn der der "Marca" im Interview sagt, dass "in der spanischen Liga guter Fußball gespielt wird", und schon steht er vor einem Wechsel in La Liga. Augustinsson bleibt cool, erwidert trocken, dass er sich "nur auf die EM konzentriert". Aber die Aufmerksamkeit dürfte ihm dennoch nicht unangenehm sein. Trommeln gehört im Fußball schließlich zum Geschäft.

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Tim Hollmann und János Kereszti sitzen zusammen mit Deutschland Trikots und Fanutensilien auf einem Sofa und schauen ein Spiel der Europameisterschaft.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

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Autorin

  • Petra Philippsen Redakteurin und Moderatorin und Autorin

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 15. Juni 2021, 18:06 Uhr