Darum hat dieser Bremerhavener Pinguins-Stürmer Donald Trump abgewählt

Christian Hilbrichs Welt dreht sich um Eishockey, aber momentan vor allem um Politik. Der US-Amerikaner hatte bewusst Biden gewählt und setzt große Hoffnung in ihn.

Eishockey-Profi Christian Hilbrich reckt auf dem Eis jubelnd die Faust empor und lächelt.
Christian Hilbrich hat den deutschen und den amerikanischen Pass und spielt seit der vergangenen Saison für die Fischtown Pinguins in Bremerhaven. Bild: Imago | Eibner

Wenn Joseph Biden heute in Washington D.C. zum 46. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika vereidigt wird, dann fiebert Christian Hilbrich im 6.300 Kilometer entfernten Bremerhaven mit – zumindest übers Internet. Hilbrich ist Stürmer bei den Fischtown Pinguins und er hat Joseph Biden seine Stimme geben. Seinem neuen Präsidenten. "Es ist ein neues Kapitel für die USA. Ich bin sehr froh, dass wir die richtige Entscheidung getroffen haben", sagt der 28-jährige Eishockey-Profi im Gespräch mit dem Sportblitz.

Hilbrichs Eltern sind Amerikaner, stammen aus Chicago, doch sie lebten einige Jahre in Frankfurt und auch in Dänemark, wo Hilbrich geboren ist. Er hat die deutsche und amerikanische Staatsangehörigkeit und das soll auch so bleiben. Nicht einmal eine zweite Amtszeit von Donald Trump hätte daran etwas ändern können. Hilbrich ist stolz auf seine Land, doch was Trump in den vergangenen vier Jahren dort angerichtet hat, kann er nicht begreifen. "Solche Sachen passieren vielleicht in Südamerika oder im Mittleren Osten, aber sie sollten nicht in den USA passieren", sagt Hilbrich kopfschüttelnd.

"Das ist der Tod von Trump"

Donald Trump im Profil bei einer Rede am Podium, im Hintergrund weht die amerikanische Flagge.
Donald Trump strebt eine weitere Kandidatur zum US-Präsidenten im Jahr 2024 an. Bild: Reuters | Tom Brenner

Umso mehr wollte er mit dafür sorgen, dass Trump das Weiße Haus verlassen muss und nahm sein Wahlrecht in Anspruch. In den USA ist es erlaubt, dass Staatsangehörige auch aus dem Ausland aus wählen können. Er wählte nicht nur gegen Trump, sondern bewusst für Biden. "Das Thema Klimakrise ist mir sehr wichtig", sagt Hilbrich, "Trump nimmt es nicht mal als wissenschaftliche Tatsache zur Kenntnis. Das ist mehr als beunruhigend. Biden schlägt dagegen die fortschrittlichste Klimainitiative aller Zeiten vor."

Die jüngsten Ereignisse, als Anhänger Trumps das Kapitol gestürmt hatten, kann Hilbrich immer noch nicht fassen. Doch er ist sich sicher, dass Trump, als er seine Anhänger zu diesem Anschlag auf die Demokratie angestachelt hatte, endgültig zu weit gegangen ist.

Das ist der Tod von Trump. Wenn er denkt, dass er 2024 wieder kandidieren kann, irrt er sich. Er hat es absolut ruiniert. Vernünftige Republikaner werden nie wieder für ihn stimmen.

Pinguins-Stürmer Christian Hilbrich im Sportblitz-Gespräch

Hilbrich setzt große Hoffnung in Biden

US-Präsident Joseph Biden vor seiner Vereidigung kämpferisch bei einer Rede am Podium.
Joseph Biden will als 46. US-Präsident wieder dem Pariser Klimaabkommen beitreten. Bild: Reuters | Kevin Lamarque

Hilbrich hat genug von Trumps Sprüchen, von seiner populistischen Rhetorik, von seiner Art, die Amerikaner gegeneinander aufzubringen. Mit Bidens Amsteinführung verbindet der 28-Jährige nicht nur die Rückkehr zur Normalität, sondern vielmehr den Aufbruch in eine – auch klimafreundlichere – Zukunft.

Ich möchte, dass mein Präsident präsidial ist. Nennen Sie mich verrückt, dass ich mir eine Rhetorik wünsche, die keinen Hass verbreitet oder eine Nation spaltet. Wir stehen an einem Scheideweg und haben keine Zeit, uns mit diesem Scheiß zu beschäftigen. Daher freue ich mich auf Bidens Präsidentschaft.

Pinguins-Stürmer Christian Hilbrich im Sportblitz-Gespräch
Blick auf die Vorbereitungen vor der Vereidigung von Präsident Biden auf das mit US-Flaggen geschmückte Kapitol.
Der Endspurt der Vorbereitungen zur Vereidigung von Joseph Biden als 46. Präsident der USA laufen vor dem Kapitol in Washington. Bild: Reuters | Jim Bourg

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Autorin

  • Petra Philippsen Redakteurin und Moderatorin und Autorin
  • Leonard Steinbeck

Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, Bremen Vier läuft, 20. Januar 2021, 17:45 Uhr