Interview

Pinguins-Trainer Popiesch: "Haben uns weiter verbessert"

Die Fischtown Pinguins haben die Viertelfinal-Playoffs der DEL verpasst, für Trainer Popiesch war es dennoch eine sehr gute Saison. Lob kommt auch von höchster Stelle.

Pinguins-Coach Thoams Popiesch schaut mit entschlossenem Blick von der Bande aus.
Wurde gerade zu Bremens Trainer des Jahres 2018 gekürt: Thomas Popiesch. Bild: Zink

Am Sonntag war alles aus und vorbei. Nach dem Golden Goal der Ice Tigers Nürnberg in der Overtime stand in Bremerhaven das Ende der Eishockey-Saison für die Pinguins fest. "Wir sind stolz auf unser Team! Bremerhaven!", sangen die Fans dennoch in der Eisarena. Die Anhänger feierten ihre Mannschaft für ihren großen Kampfgeist und für drei hochspannende Eishockey-Duelle gegen die Franken.

Und das zu Recht, findet Trainer Thomas Popiesch. Er wirkte nach dem Ausscheiden zwar noch sichtlich enttäuscht, lobte seine Mannschaft und die Fans im Interview mit dem Sportblitz nach dem Spiel aber für die Saison insgesamt.

Herr Popiesch, steht es eigentlich in Ihrem Vertrag, dass es bei den Fischtown Pinguins in den Pre-Playoffs immer spannend sein muss?
Es ist von Haus aus eine spannende Geschichte. Es ist immer eine kurze Serie. Und es sind immer viele Emotionen dabei. Aber wir hätten es natürlich lieber gehabt, dass wir es nicht so spannend machen und vielleicht schon vorher, wo wir die Möglichkeiten hatten, die Entscheidung herbeiführen.
Sie haben das Thema Möglichkeiten angesprochen. Woran hat es aus Ihrer Sicht gelegen?
Ist schwierig zu sagen. Hinten raus hat uns – gerade im Powerplay – die Durchschlagskraft gefehlt. Wir hätten da Tore schießen müssen. Das war, glaube ich, der entscheidende Punkt. Dass wir unsere Chancen nicht so verwertet haben, wie wir es hätten sollen.
Woran liegt das? Sie sind viel in Überzahl gewesen und dann fallen die Tore nicht.
Es sind immer zwei Sachen. Vielleicht hat der Gegner sehr gut gespielt, der Torhüter sehr gut gehalten. Fakt ist natürlich auch, dass uns wichtige Spieler – gerade im Powerplay – gefehlt haben. Trotzdem haben wir auch das Vertrauen in die Spieler, die auf dem Eis waren. Die haben gut gearbeitet. Aber das letzte Quäntchen hat halt gefehlt. Und immer genau zu sagen, woran es gelegen hat, ist sehr schwer.
Was ziehen Sie für ein Fazit nach den Pre-Playoffs und nach der gesamten Saison?
Über weite Strecken ein sehr positives. Wir haben gezeigt, dass wir uns nochmal verbessern konnten. Wir waren noch konkurrenzfähiger. Wir haben gegen große Mannschaften auch sehr gute Ergebnisse erzielt. Über die Saison hinweg hat uns natürlich immer wehgetan, dass wir mit vielen Verletzungen zu kämpfen hatten. Deswegen hatten wir im Januar und Februar ein Loch, wo wir die Ergebnisse nicht hatten. Wo wir vielleicht um den sechsten Platz hätten kämpfen müssen. Aber andererseits hat man auch gesehen, gerade in den Heimspielen mit den Zuschauern, mit den Emotionen, die wir hier aufs Eis bringen, dass wir eine Top-Saison gespielt haben.

Aufgezeichnet von Bastian Mojen

"Es ist ein würdiger DEL-Standort geworden"

Bereits am Samstagabend trafen sich im Bremerhavener Mediterraneo die Größen des deutschen Eishockeysports, um das 25-jährige Bestehen der Deutschen Eishockey Liga (DEL) zu feiern. Am Rande des Gala-Abends würdigte auch DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke die Leistungen der Bremerhavener als Mitglied der höchsten deutschen Eishockey-Liga. "Sie haben immer ein volles Haus, haben sehr reisefreudige Fans und sich aller Unkenrufe zum Trotz sportlich sensationell dargestellt", so Tripcke, "drei Mal in den Playofs, tolle Serie, tolle Stimmung hier. Ich glaube, das ist ein sehr würdiger DEL-Standort geworden."

Auch wenn die Spielzeit 2018/2019 aus Sicht der Pinguins nun zwar viel zu schnell vorbei ist, der Respekt für die Bremerhavener nach der dritten Spielzeit in der DEL ist weiter gewachsen. Vor ihrem Einstieg in der Saison 2016/2017 war die Skepsis bei einigen Kritikern groß, ob Bremerhaven in der DEL würde bestehen können. Mit dem Abschluss dieser Saison dürften sie verstummt sein.

DEL-Geschäftsführer Tripcke über den Standort Bremerhaven

DEL Geschäftsführer Gernot Tripcke

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Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 10. März 2019, 19:30 Uhr