Impfquote 100 Prozent: Pinguins von neuen Testregeln nicht betroffen

Audio vom 28. Oktober 2021
4 Mannschaftsmitglieder der Fischtown Pinguins stehen mit freiem Oberkörper in der Kabine und werden von einem Arzt geimpft
Bild: Fischtown Pinguins Bremerhaven
Bild: Fischtown Pinguins Bremerhaven

Nachdem drei Teams in Quarantäne mussten, hat die DEL neue Regeln für die Testungen beschlossen. Die Bremerhavener sind davon nicht betroffen und werben für Impfungen.

In der Deutschen Eishockey Liga (DEL) droht zunehmend das Corona-Chaos. Mit den Münchnern und Düsseldorfern waren zwei komplette Teams und bei den Iserlohn Roosters zunächst 16 Spieler nach mehreren Corona-Fällen von den Gesundheitsämtern in Quarantäne geschickt worden. Am Dienstag gaben die Roosters bekannt, es habe "weitere Corona-Fälle" gegeben.

Daher hat die DEL nun mit einer Verschärfung ihrer Teststrategie auf das zunehmende Corona-Chaos reagiert – und den Impfdruck erhöht. Die neuen Maßnahmen werden nämlich nur für Mannschaften fällig, die ab dem 1. November noch ungeimpfte Spieler oder Offizielle in ihren Reihen haben. Auf die Fischtown Pinguins trifft das nicht zu.

Pinguins noch ohne Corona-Fälle

Der kleine Klub aus Bremerhaven hat bisher keine positiven Fälle und nach Angaben von Manager Alfred Prey sind alle geimpft, nicht nur die Spieler. "Wir können doch von den Fans nicht erwarten, sich impfen zu lassen, wenn wir es selbst nicht tun", wird Prey im "Weser-Kurier" zitiert.

Die neuen DEL-Regeln besagen, dass sich Personen ohne Impfschutz dann drei Mal in der Woche mittels PCR-Methode testen lassen müssen. Geimpfte oder seit mehr als zwei Monaten genesene Personen einmal wöchentlich. Schnelltests sind dann zudem nicht mehr ausreichend. Die aktuelle Impfquote bei den DEL-Klubs liegt nach Ligaangaben bei 93 Prozent.

Die DEL bekommt ein Termin-Problem

Doch niemand ist vor Ansteckungen gefeit. Die Münchner, bei denen 22 Tests positiv ausfielen, klagten über "zahlreiche Impfdurchbrüche" bei Geimpften. Diese können sich – sofern symptomfrei – laut Protokoll nach fünf Tagen freitesten. Bei Ungeimpften ist diese Zeitspanne doppelt so lang. Auch deshalb hofft die Liga auf Impf-Nachzügler.

Denn die DEL hat keine Zeit zu verlieren. Zahlreiche Spiele mussten verlegt werden, der Spielplan ist schon jetzt reichlich verzerrt. Viel Puffer hat die DEL im Terminkalender nicht, da in dieser Saison neben der WM in Finnland (13. bis 29. Mai) auch die Olympischen Spiele in Peking (4. bis 20. Februar) auf dem Plan stehen.

Kabine als kritischer Übertragungsort

Jeder Ungeimpfte erhöhe "das Risiko für sich selbst, seine und die anderen Mannschaften und den gesamten Spielbetrieb", sagte DEL-Spielbetriebsleiter Jörg von Ameln den "Eishockeynews". Auch deshalb werben die Pinguins fürs Impfen. Auf einem großen Plakat am Eingang der Eisarena beziehen sie Stellung und ernten dafür nicht nur positive Resonanz.

Der Verein will mit gutem Beispiel vorangehen und probiert vieles, um sich und andere bestmöglich zu schützen. So gibt es vor dem Spiel keine Einlauf-Show, gegessen wird in der Kabine und nicht wie üblich im VIP-Raum und Zutritt haben in der Kabine nur Teammitglieder und der Stab. Dennoch vermuten Experten als Grund für die so hohe Ansteckungszahl im Eishockey bei relativ hoher Impfquote, dass die übervollen Umkleidekabinen mit Spielern, Trainern und Betreuern ein kritischer Übertragungsort seien.

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 27. Oktober 2021, 23:30 Uhr