Interview

DEB-Boss Reindl: "Das ist auch für die Pinguins eine Wertschätzung"

Franz Reindl, Präsident des Deutschen Eishockey Bundes, ist voll des Lobes über Thomas Popiesch. Der Trainer der Bremerhavener half vor kurzem als Nationalcoach aus.

Für gewöhnlich steht Thomas Popiesch als Headcoach bei den Fischtown Pinguins hinter der Bande. Am vergangenen Wochenende war er jedoch als Trainer der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft im Einsatz. Weil Bundestrainer Toni Söderholm im Vorfeld des "Deutschland Cup" positiv auf das Coronavirus getestet worden war, sprang der Bremerhavener kurzfristig als Headoach ein. Mit Franz Reindl, dem Präsidenten des Deutschen Eishockey Bundes, hat der Sportblitz über Popieschs Aushilfsjob, über seine Arbeit bei den Pinguins und über die Zukunft des Eishockey in Zeiten der Corona-Pandemie gesprochen.

Herr Reindl, wie hat Thomas Popiesch reagiert, als er das Angebot bekam, als Aushilfs-Bundestrainer einzuspringen?
Ich glaube, dass es auch für ihn sehr überraschend kam. Es war wirklich eine tolle Reaktion von ihm, gleich zuzusagen. Auch die Fischtown Pinguins haben sofort zugestimmt. Ich bin happy, dass Thomas dabei war. Mit seiner Erfahrung und mit seiner Aura war er auch bei der Nationalmannschaft eine echte Bereicherung. Auch das Feedback der Spieler war durchweg positiv. Ich glaube, dass es für ihn und für die Fischtown Pinguins ein Highlight und auch eine Auszeichnung war.
Wie sind sie auf ihn gekommen?
Er wurde uns von Toni Söderholm, mit dem er früher schon zusammengearbeitet hat, empfohlen. Wenn du so einen Trainer hast wie Popiesch, der über Jahre eine hervorragende Leistung bringt und mit einem Außenseiter-Team solche Ergebnisse erzielt, ist das einfach super. Natürlich hat man so jemanden auf dem Zettel. Wir haben nicht so viele erfolgreiche Trainer in Deutschland.
Was sagt Popieschs Nominierung über seinen Verein aus?
Das ist auch für die Pinguins eine Wertschätzung. Oft werden sie belächelt, weil sie nicht so viele deutsche Spieler haben und einsetzen. Aber sie haben einen Trainer, der hervorragende Arbeit leistet. Ich denke, das muss man auch honorieren und das haben wir als Deutscher Eishockey Bund getan.
Am Mittwoch beginnt der "MagentaSport-Cup". Wie bewerten Sie das Vorbereitungsturnier, bei dem mehrere DEL-Ligisten an den Start gehen?
Es ist der lang ersehnte Start des Profi-Eishockey in Deutschland. Ich bin froh, dass wir zumindest acht DEL-Teams haben, die um den Cup kämpfen. Es wird sicherlich das Highlight werden, das die Fans, die Sponsoren und die Verantwortlichen so lange vermisst haben. Wir lieben Eishockey und so kommen wir endlich wieder in den Genuss, die Spieler und die Spiele im Fernsehen zu sehen.
Der Start der neuen Saison der Deutschen Eishockey Liga (DEL) wurde zweimal verschoben. Was denken Sie: Wird es noch eine DEL-Saison geben?
Ich glaube schon. Wir haben aus verschiedenen Bereichen gelernt, dass es funktioniert. Die DEL2 hat letztes Wochenende begonnen, die Oberligen spielen auch schon. Das sind gute Vorzeichen. Letztendlich muss es jeder DEL-Klub lokalspezifisch beurteilen, ob sich das lohnt und ob es die Budgets hergeben. Ich kann nur hoffen und alle ermutigen, es zu tun. Wir brauchen den Eishockey am Leben, wir brauchen seine Präsenz in den Medien. Vielleicht haben wir ja auch bald wieder Zuschauer in den Stadien. Man darf die Hoffnung nicht aufgeben.

Die Fragen stellte Dino Bernabeo. Aufgeschrieben von Helge Hommers.

Interims-Bundestrainer Popiesch: "Ich sehe mich als Vereinstrainer"

Video vom 10. November 2020
Der Trainer der Fischtown Pinguins, Thomas Popiesch im Sportblitz-Studio.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

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  • Dino Bernabeo Redakteur und Autor

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 10. November 2020, 18:06 Uhr