Vorerst kein Eishockey in Bremerhaven: DEL-Start erneut verschoben

Die Deutsche Eishockey Liga (DEL) muss den Saisonstart erneut verschieben – diesmal auf unbestimmte Zeit. Das Ultimatum der Klubs an die Politik war gescheitert.

Carson McMillan schaut auf der Ersatzbank mit offenem Mund dem Geschehen auf dem Eis zu.
Weiter in der Warteschleife: Carson McMillian und die Fischtown Pinguins müssen wohl mindestens bis Weihnachten zum Saisonstart warten. Bild: Imago | Eibner

Der Saisonstart in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) ist nach einem gescheiterten Ultimatum erneut verschoben worden. Ziel sei es jetzt, "in der zweiten Hälfte des Dezembers" zu beginnen, sagte Geschäftsführer Gernot Tripcke nach einer mehrstündigen Telefonkonferenz mit den Verantwortlichen der 14 Klubs am Freitag.

Wir haben stets sehr deutlich und transparent kommuniziert, dass wir unter den aktuellen Vorgaben sowie mit der Unsicherheit, ob und in welchem Umfang die nötige finanzielle Unterstützung für die Klubs kommt, nicht in die Saison starten können. Daran hat sich bis heute leider nichts geändert. Von daher war diese Entscheidung alternativlos, auch wenn sie uns sehr schwer fällt.

DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke

Bestenfalls Starttermin um Weihnachten

Der 13. November war als zweiter Starttermin vorgesehen, nachdem schon der ursprünglich geplante Auftakt am 18. September aufgrund der wirtschaftlichen Probleme durch die Coronakrise nicht gehalten werden konnte. Im besten Fall fliegt der Puck in der DEL rund um Weihnachten wieder über das Eis. Bis spätestens Mitte November sollen weitere Entscheidungen zum Saisonablauf getroffen werden.

Geht es Ende Dezember weiter, wäre eine volle Saison nicht mehr durchführbar, auch würden die Play-offs dem Modus wohl zum Opfer fallen. Eine komplette Absage der Saison ist aber noch kein Thema. Die DEL hatte einen Saisonstart am 13. November an verbindliche Zusagen aus der Politik über Finanzhilfen bis zu diesem Freitag (2. Oktober) geknüpft. Diese blieben aus, auch wenn die Politik Verständnis für die missliche Lage der Eishockeyklubs zeigte.

DEL-Klubs leben von Zuschauereinnahmen

Die DEL hat ein durch die Corona-Pandemie ausgelöstes Finanzloch in Höhe von 60 Millionen Euro ausgemacht. Die neue Regelung einer maximal 20-prozentigen Auslastung der Hallen hilft nicht, DEL-Klubs leben bis zu 80 Prozent von den Einnahmen aus Heimspielen. Eine zeitnahe Aufstockung auf gewünschte 50 bis 60 Prozent ist aufgrund gestiegener Corona-Fallzahlen höchst unwahrscheinlich. Für den im Konjunkturpaket beschlossenen Ausgleich von bis zu 800.000 Euro gebe es auch "noch keine verbindlichen Bescheide", sagte Tripcke.

Andre Hahn, Obmann der Linken, kritisierte in der Sitzung des Sportausschusses des Bundestags am Mittwoch das komplizierte Antrags- und Vergabeverfahren als "bürokratisches Monster". SPD-Politiker Mahmut Özdemir versprach Nachbesserungen – doch konkrete Zusagen gab es keine. Auch der Blick in andere Länder lässt die DEL-Klubs nahezu verzweifeln. In Österreichs Topliga wird dank einer Art staatlichen Vollkaskoversicherung wieder um Punkte gekämpft. Auch Schweden, Finnland und die Schweiz konnten den Spielbetrieb aufgrund deutlich besserer TV-Verträge wieder aufnehmen.

Corona-Krise: Wie geht es weiter bei den Fischtown Pinguins?

Video vom 22. September 2020
Die leere Eishockey Halle der Fischtown Pinguins.
Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 2. Oktober 2020, 18:06 Uhr