Pinguins sind heiß auf die Playoffs – und den Meistertitel

Am Dienstag steigt das erste Viertelfinal-Duell der Eishockey-Cracks aus Bremerhaven gegen Wolfsburg. Der verkürzte Modus ist umstritten, vielleicht aber ein Vorteil.

Video vom 19. April 2021
Ein gespanntes Banner mit den Worten "Playoffs baby!" darauf.
Bild: Radio Bremen

Am Montag werden sie erst einmal kollektiv eingemottet, die Rasierer der Spieler der Fischtown Pinguins. "Das hat im Eishockey eine lange Tradition", erzählt Kapitän Mike Moore mit breitem Grinsen im Gespräch mit dem Sportblitz: "Heute haben wir uns alle zum letzten Mal rasiert, so lange die Playoffs dauern – hoffentlich die vollen drei Wochen."

In drei Wochen also, dann wird erstmals seit 2019 der Meister in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) gekrönt. Nur Viertelfinale, Halbfinale, Finale – dieses Mal coronabedingt im Eilverfahren. Hat der Außenseiter aus Bremerhaven gar eine Titelchance?

Wir sind heiß und hoffen auf einen guten Start, denn diese Playoffs sind richtig kurz – und mit sechs Siegen könnte man den Meistertitel gewinnen. Sechs Siege in drei Wochen? Das könnten wir auch schaffen, die Chance ist da.

Mike Moore im Interview mit dem Sportblitz
Pinguins-Kapitän Mike Moore im Sportblitz-Interview

Pinguins sind Favorit gegen Wolfsburg

Bevor es soweit ist, steht am Dienstagabend um 20:30 Uhr erst einmal der erste Schritt an: Spiel Nummer eins von drei möglichen Playoff-Viertelfinals gegen die Grizzlys Wolfsburg. Und die Fischtown Pinguins gelten als Favorit.

Drei der vier Partien in der regulären Saison konnte Bremerhaven für sich entscheiden. Mit zehn Punkten Vorsprung beendeten die Pinguins zudem als Zweiter vor Wolfsburg die Vorrunde der Nordgruppe.

Leider zählt die Hauptrunde nichts mehr. Und Wolfsburg hat sich in den letzten Wochen gesteigert. Aber wir wissen, wie wir sie packen können.

Thomas Popiesch steht an der Bande.
Pinguins-Coach Thomas Popiesch

"Wir brennen wie der Dornbusch in der Wüste"

Sollte Bremerhaven die Grizzlys packen, könnte jener Klub, der von sich selbst behauptet, der DEL-Verein mit dem mit Abstand kleinsten Etat zu sein, tatsächlich erstmals ins Playoff-Halbfinale einziehen.

"Wir brennen wie der Dornbusch in der Wüste", meinte Teammanager Alfred Prey im Gespräch mit dem Sportblitz, der "stolz" ist auf die erneute Qualifikation für die K.o.-Runde.

Wir haben es jetzt jedes Mal in den fünf Jahren in die Playoffs geschafft, darauf sind wir stolz. Das war harte Arbeit und ist nicht selbstverständlich.

Mike Moore im Interview mit dem Sportblitz
Pinguins-Kapitän Mike Moore im Sportblitz-Interview

"Modus öffnet Tür und Tor für Zufälle"

Und ab jetzt sei alles möglich, weil in dieser Saison eben mit einem verkürzten Modus gespielt wird, der "Tür und Tor für Zufälle öffnet", so Prey weiter: "Ein schlechter Abend kann über das Wohl und Wehe einer ganzen Saison entscheiden."

Mussten die Teams in der Vergangenheit drei oder vier Partien in einer Playoff-Runde für sich entscheiden, reichen durch die coronabedingte Veränderung nun bloß zwei Erfolge. Das schmeckt längst nicht allen in der Liga, auch Trainer Thomas Popiesch ist kein Fan. Doch die Hoffnung ist da, den Modus für sich nutzen zu können.

Bei 'Best-of-seven' wird sich am Ende wohl der sportlich bessere durchsetzen. Aber bei 'Best-of-three' ist vieles auf den Zufall gemünzt. Wir hoffen aber, dass diese Münze zu unseren Gunsten entscheidet.

Alfred Prey, der Manager der Fischtown Pinguins schaut auf das Eis
Pinguins-Teammanager Alfred Prey im Gespräch mit dem Sportblitz

Nach dem Auftakt am Dienstag steigt Spiel zwei am Donnerstag um 19:30 Uhr in Wolfsburg. Die Grizzlys spielten zuletzt 2018 in den Playoffs.

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Autoren

  • Maike Albrecht Redakteurin und Autorin
  • Petra Philippsen Redakteurin und Moderatorin und Autorin

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 19. April 2021, 18:06 Uhr