Aushilfs-Nationaltrainer Popiesch hinterlässt "sehr guten" Eindruck

Trotz Dementi: Der Bremerhavener gilt weiter als potenzieller Eishockey-Bundestrainer. Vorerst steht für den Fischtown Pinguins-Coach jedoch der lang ersehnte Ligastart im Fokus.

Thomas Popiesch schaut mit verschränkten Armen zur Hallendecke.
Unterlag mit der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft im Finale des "Deutschland-Cup": Pinguis-Trainer Thomas Popiesch (hinten). Bild: DPA | picture alliance/dpa

Am Ende schrammte Aushilfstrainer Thomas Popiesch nur knapp an seinem ersten Titel mit dem deutschen Eishockey-Nationalteam vorbei. Erst nach der Verlängerung verloren der Bremerhavener und seine Auswahlmannschaft das Finale des "Deutschland Cup" am Sonntag mit 2:3 (1:2, 0:0, 1:0) gegen Lettland. Am Vortag hatte das Team, das Popiesch zusammen mit U18-Nationaltrainer Steffen Ziesche interimsweise betreute, die Auswahl aus dem Baltikum noch mit 2:0 geschlagen. Doch der sportliche Ausgang des Wettbewerbs war ohnehin eher zweitrangig. Vielmehr galt das Traditions-Turnier als Testlauf, bei dem auch die Fischtown Pinguins sehr genau hingesehen haben dürften.

Dass Popiesch, der eigentlich bei den Bremerhavenern in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) an der Bande steht, kurzfristig als Headcoach des Nationalteams fungierte, war der Corona-Erkrankung des Bundestrainers Toni Söderholm geschuldet. Der Finne stand jedoch auch aus der Quarantäne heraus mit Popiesch in Kontakt und war schon vor Turnierbeginn voll des Lobes über seine "Aushilfe".

Er ist geradlinig und kommuniziert klar mit den Spielern. In Bremerhaven hat er sehr gute Erfahrungen gemacht. Ich habe einen sehr guten Eindruck von Thomas gewonnen.

Bundestrainer Toni Söderholm über Pinguins-Coach Thomas Popiesch

Manchen Experten galt die Nominierung Popieschs als Fingerzeig für die Zukunft. Schon im Februar hatte er mit Söderholm das deutsche Perspektivteam für Peking 2022 betreut. Damals hatte es offenbar eine Empfehlung vom Deutschen Eishockey Bund (DEB) gegeben, als es um einen geeigneten Assistenten ging. Schon zuvor hatte der "Trainer des Jahres 2018" weit oben auf der Liste des DEB gestanden, als vor zwei Jahren nach einem Nachfolger für Bundestrainer Marco Sturm gesucht wurde. Der Bremerhavener galt als Alternative, hätte es mit Wunschkandidat Söderholm nicht geklappt. Dessen Vertrag endet im Jahr 2022. Popieschs Integration in die Trainerarbeit beim DEB nährt Spekulationen, dass er Söderholm als Bundestrainer beerben könnte, sollte dieser etwa nach dem Olympia-Turnier zu einem großen Club wechseln wollen.

Keine Bundestrainer-Ambitionen bei Popiesch

Der 55-Jährige selbst hat sich schon vor dem "Deutschland Cup" zu seiner Zukunft bei der Nationalmannschaft geäußert – und deutlich abgewunken. "Grundsätzlich hat das immer eine hohe Bedeutung, wenn man so eine Aufgabe bekommt", sagte Popiesch im Gespräch mit dem Sportblitz. Dennoch sei er eher an der täglichen Arbeit mit einem Team, das er über Jahre hinweg aufbaue, interessiert. Mit solchen Aufgaben könne er sich mehr identifizieren, als mit denen, die bei der Nationalmannschaft auf ihn warten würden.

Ohnehin steht bei dem gebürtigen Berliner erst einmal die weitere Vorbereitung mit seinem Verein im Fokus. Zweimal wurde der Saisonstart in der DEL aufgrund der Corona-Pandemie bereits verschoben. Der "Deutschland Cup" galt entsprechend als Probelauf für Hygienekonzepte und Abläufe. "Wir haben lange genug darüber gesprochen, was alles nicht geht", sagte Popiesch. "Jetzt müssen wir mal zeigen, was geht." Die erste Chance dazu haben seine Pinguins am Mittwoch (19.15 Uhr). Denn dann treffen die Bremerhavener beim "Magenta Sport Cup" auf die Krefeld Pinguine. An dem Vorbereitungsturnier nehmen insgesamt acht DEL-Klubs teil. Sollte die Austragung ohne Zwischenfälle funktionieren, spräche vieles dafür, dass die DEL im Anschluss zeitnah ihre Spielzeit beginnen könnte.

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Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 10. November 2020, 18:06 Uhr