Kompliziert hoch vier – Playoffs der Pinguins werden zum Rechenchaos

Pinguins-Coach Thomas Popiesch erklärt seinen Spielern an der Bande die Taktik.
Rechnen für Fortgeschrittene: In dieser Saison entscheiden nicht die Punkte, sondern der Quotient. Bild: Imago | Stefan Ritzinger

Wer im Endspurt dieser Eishockey-Saison noch durchblicken will, sollte besser Mathe-Experte sein. Wir entwirren, wie die Bremerhavener Platz 6 erreichen können.

Diese Eishockey-Saison in der DEL ist so zerfahren wie selten zuvor und so langsam drohen auch die eingefleischtesten Fans den Überblick zu verlieren. Im Endspurt der Hauptrunde stehen bisher nur zwei Dinge fest: die Eisbären Berlin sind Erster und die Krefeld Pinguine steigen ab (obwohl der Klub noch juristisch dagegen vorgehen will).

Alles andere ist völlig offen. Corona hatte die Eishockey-Teams fest im Griff, so kam es zu unzähligen Nachholspielen. Für jene Mannschaften, die spielen konnten, war diese Phase der letzten Wochen extrem stressig. Auch die Fischtown Pinguins mussten lange drei Mal pro Woche ran. Einige Partien konnten jedoch nicht mehr nachgeholt werden und das macht die Rechnerei um die Playoff-Plätze nun so kompliziert.

Quotientenregel statt Punkte

Da es manche Teams am Ende auf 56 Spiele gebracht haben werden, andere wiederum nur auf 52 Partien, gibt die Tabelle also ein schiefes Bild ab. Auch der Vergleich der Punkte hilft nicht weiter. Es gilt daher den Durchschnitts-Punktewert zu ermitteln per Quotientenregelung, die die abgesagten Spiele ausgleicht.

Tabellenplatz sechs ist nun der begehrte und umkämpfte Rang, denn es ist der letzte direkte Qualifikationsplatz. Die Teams von Rang sieben bis zehn müssen die sogenannten Pre-Playoffs betreiten, am Ende kommen im Best-of-Three-Modus zwei Mannschaften in die Playoffs.

Alle Augen auf Ingolstadt am Freitagabend

Diesen Umweg würden die Fischtown Pinguins gerne vermeiden, sie hocken derzeit auf eben jenem Platz sechs – doch der wackelt. Die Bremerhavener haben einen Durchschnittswert von 1,556 Punkten, müssen der Konkurrenz am Freitag jedoch tatenlos zusehen: Sollte Ingolstadt als Siebter gegen den Tabellenvorletzten Schwenningen gewinnen, wird es knifflig für die Pinguins.

Die wären dann in ihren letzten Spiel am Sonntag zum Siegen verdammt, denn sollten die Pinguins gegen Wolfsburg verlieren, würde der Durchschnittswert auf 1,527 Punkte sinken und Ingolstadt könnte an den Bremerhavenern vorbeiziehen – sofern diese dann auch am Sonntag bei den Kölner Haien gewinnen.

Der Showdown um die Playoffs hat begonnen – mit einer Niederlage Ingolstadts am Freitagabend wäre es für die Bremerhavener ein entspanntes Wochenende. Damit rechnen tun sie nicht. Vielmehr wird es ein Wochenende für Rechenkünstler und Mathematik-Profis. Die übrigen Eishockey-Fans sollten ihre Taschenrechner parat halten.

Autorin

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 31. März 2022, 18:06 Uhr