Geisterspiele bringen die Fischtown Pinguins in Finanznot

Pinguins-Spieler um Mike Moore klatschen an der Bande nach einem Treffer mit den Teamkollegen ab.
Bild: Imago | Eibner

Auch im Prof-Eishockey bleiben die Hallen nach Weihnachten wieder leer. Die fehlenden Zuschauer-Einnahmen bereiten dem kleinen Klub aus Bremerhaven große Sorge.

Sportlich war der Dienstag ein richtig guter Tag für die Fischtown Pinguins. Mit einem 6:5-Torfestival gegen die Augsburg Panther festigten sie Rang sieben in der Tabelle der Deutschen Eishockey Liga (DEL) und zudem durfte Stürmer Jan Urbas noch seinen 100. Treffer bejubeln.

Doch zum Jubeln war den Verantwortlichen des Bremerhavener Klubs nach dem Spiel dann doch nicht zumute. Denn die neuen Corona-Beschlüsse legen fest, dass ab dem 28. Dezember keine Zuschauer mehr in den Hallen zugelassen werden.

"Kein einziger positiver Fall"

Wie lange es Geisterspiele in der DEL geben wird, ist völlig offen. Klar ist nur, dass es für die Fischtown Pinguins wirtschaftlich extrem schwierig wird.

Wir haben mit Zuschauereinnahmen geplant, sehr vorsichtig. Aber Geisterspiele haben wir nicht eingeplant.

Pinguins-Geschäftsführer Hauke Hasselbring im Sportblitz

Gegen die Panthers waren noch einmal knapp 1.900 Fans in der Eisarena Bremerhaven. Allein bis zum 9. Januar sind für die Pinguins vier Heimspiele angesetzt, die nun trotz des erfolgreichen 2G-Hygienekonzepts nicht mehr vor Publikum stattfinden dürfen.

Wir hatten nicht eine einzige Kontaktnachverfolgung durchs Gesundheitsamt, also hier war kein positiver Fall bekannt geworden. Deshalb kann man das auch nicht nachvollziehen. Andererseits möchte ich auch nicht die Entscheidungen treffen, die die Politiker zu treffen haben. Wir wissen alle nicht, was uns erwartet.

Pinguins-Geschäftsführer Hauke Hasselbring im Sportblitz

Pinguins hoffen auf staatliche Finanzhilfe

Auch bei den Pinguins hofft man auf Unterstützung in dieser schwierigen Situation, doch bisher liegt alles in der Schwebe. DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke hatte weitere staatliche Finanzhilfen gefordert. Und ebenso, dass die Kappungsgrenze von 1,8 Millionen Euro pro Klub erhöht wird, denn diese sei für 2020 und 2021 bereits ausgeschöpft.

Zusagen aus der Politik gibt es noch nicht, daher ist die Unsicherheit bei den Klubs groß. Auch Pinguins-Manager Alfred Prey macht sich Sorgen: "Wir machen keinen Hehl daraus – die wirtschaftlichen Folgen machen uns schon Angst."

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Autorin

  • Petra Philippsen Redakteurin und Autorin

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau, 22. Dezember 2021, 12 Uhr