Interview

Pinguins-Manager Prey: "Am Dienstag werden die Karten neu gemischt"

Fischtown Pinguins verlieren "größtes Spiel der Vereinsgeschichte"

Video vom 7. Oktober 2021
Alfred Prey steht in der Kabine und hält mit der rechten Hand Eishochey-Handschuhe. Daneben hängen am Haken Schlittschuhe.
Manager Alfred Prey glaubt daran, dass die Fischtown Pinguins am Dienstag gegen Sparta Prag ein Sieg gelingen kann. In der Defensive muss eventuell nochmal nachgelegt werden. Bild: DPA | Carmens Jaspersen
Bild: DPA | Carmens Jaspersen

Nach dem tollen Erlebnis in Prag machen den Bremerhavenern Verletzungsprobleme und ein knallhartes Programm zu schaffen. Trotzdem soll am Dienstag die Revanche gelingen.

Den Fischtown Pinguins bleibt keine Zeit zum Verschnaufen. Aus Prag sind die Bremerhavener direkt nach Iserlohn weitergefahren, wo am Freitagabend (19:30 Uhr) das Auswärtsspiel bei den Roosters ansteht. Am Sonntag (14 Uhr) folgt dann das Heimspiel gegen die Grizzlys Wolfsburg, ehe am Dienstagabend (19 Uhr) das Rückspiel gegen Sparta Prag ansteht und die Pinguins die große Chance nutzen können, ins Achtelfinale der Champions League einzuziehen. Vor dem Mammutprogramm plagen die Bremerhavener allerdings arge Probleme in der Verteidigung. Wie Manager Alfred Prey die personelle Lage einschätzt und welche Chancen er sich gegen die Prager ausgerechnet, erzählt er im Interview mit dem Sportblitz.

Herr Prey, haben Sie die 2:5-Niederlage gegen Sparta Prag bereits verarbeitet?
Klar, das Spiel muss man abhaken. Wir haben mit 2:5 verloren, das war eine deutliche Niederlage. Aber man muss es auch in der Gesamtheit betrachten. Nach dem ersten Drittel war das 2:2 für uns etwas schmeichelhaft, aber wir haben eine große kämpferische Leistung geboten. Und ansonsten müssen wir auch einfach die Prager Überlegenheit akzeptieren. Was jedoch ein bisschen vergessen wird, ist, dass wir in Prag nur noch mit drei Verteidigern gespielt haben. Wir hatten nur Vladimir Eminger, Stanislav Dietz, einen halben Mike Moore und den jungen Simon Stowasser zur Verfügung. Gleich zu Beginn haben wir aufgrund einer Verletzung auch noch Anders Kroosgaard verloren. Diese Ausfälle können wir nicht kompensieren.
Es wartet ein pickepackevolles Programm auf Ihr Team. Treffen Sie die Ausfälle zur Unzeit?
Das Verletzungspech hat uns ein wenig eingeholt. Wir müssen jetzt sehen, dass wir auf der Verteidiger-Position wieder einige Spieler zurückbekommen, weil wir ja auch in der Liga bestehen müssen. Am Freitag spielen wir gegen Iserlohn, am Sonntag gegen Wolfsburg, am Dienstag gegen Prag und am Donnerstag schon wieder in Düsseldorf. Das können wir mit unseren personellen Kapazitäten nur schwer bewerkstelligen.
Denken Sie an Nachverpflichtungen?
Wir holen jetzt den Kreutzer aus Crimmitschau (Gregory Kreutzer von den Eispiraten Crimmitschau, dem Kooperationspartner der Pinguins, Anm. d. Red.) zurück. Er wird in Iserlohn bereits spielen. Ansonsten müssen wir jetzt die Untersuchungsergebnisse abwarten und eventuell nochmal reagieren.


Gregory Kreutzer während eines Spiels gegen die Nürnberg Ice Tigers.
Gregory Kreuzer (links) soll die Probleme in der Pinguins-Defensive lindern. Bild: Imago | Zink
Sie persönlich haben sich sehr auf das Spiel bei Sparta Prag gefreut. Konnten Sie es trotz des Ergebnisses und trotz der Verletzung von Anders Kroosgaard mit Ihren vielen Fans im Rücken genießen?
Na klar, für uns war das ein sporthistorischer Moment. Ein Punktspiel in Prag in der alten Tipsport-Arena, wo 1984 die Tschechen die Russen geschlagen haben, ist vor dieser Kulisse für jeden Eishockey-Fan ein Schmankerl. Das haben wir mitgenommen. Jetzt wollen wir den Pragern am Dienstag nochmal einen guten Kampf bieten. Für uns ist ja noch alles zu holen. Erst am Ende wird abgerechnet.
Sie sind also zuversichtlich, dass Sie am Dienstag die historische Chance, ins Achtelfinale einzuziehen, nutzen werden?
Nur mit Optimismus kommt man im Sport auch weiter. Wir können nicht den Kopf in den Sand stecken, weil wir jetzt mal mit 2:5 verloren haben. Am Dienstag werden die Karten neu gemischt. Und dann werden wir mal sehen, wie den Pragern die Bremerhavener Luft bekommt.

(Das Interview führte Dino Bernabeo. Aufgeschrieben wurde es von Karsten Lübben.)

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Autor

  • Dino Bernabeo Redakteur und Autor

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 7. Oktober 2021, 18:06 Uhr