Bayern gegen Mäurer: "Bremen steht alleine da"

Am Freitag entscheidet das Bundesverwaltungsgericht, wer die Kosten für Polizeieinsätze bei Hochrisikospielen trägt. Harsche Kritik kommt nun von Bayerns Innenminister.

Innensenator Mäurer über die Polizeiausbildung in Bremen
Steht mit seiner Klage gegen die Deutsche Fußball Liga in der Kritik: Bremens Innensenator Ulrich Mäurer.

Bremens Innensenator Ulrich Mäurer möchte die Deutsche Fußball Liga (DFL) an den Kosten für Polizeieinsätze bei Hochrisikospielen beteiligen. Und das Oberverwaltungsgericht Bremen hatte in zweiter Instanz dafür entschieden, woraufhin die DFL jedoch Revision einlegte. Darüber entscheidet das Bundesverwaltungsgericht Leipzig nun am Freitag um 11 Uhr und Mäurer blickt dem Urteil "verhalten optimistisch entgegen".

Bremen nutze jede Gelegenheit, um an mehr Geld zu kommen

Der Rest der Republik stehe jedoch nicht hinter dem Bremer Alleingang, behauptet Bayerns Innenminister Joachim Herrmann im Interview mit dem Bayrischen Rundfunk.

Ich verstehe angesichts der finanziellen Lage des Landes Bremen gut, dass sie jede Gelegenheit nutzen, um an mehr Geld zu kommen. Aber die Frage ist, ob der Rest Deutschlands seine politischen Entscheidungen davon abhängig machen sollte.

Seitenhieb von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann

Fußballvereine seien zwar laut Herrmann in der Pflicht, für bestmögliche Sicherheit in den Stadien zu sorgen, "aber ansonsten ist es Kernaufgabe des Staates und damit auch der Polizei, sich bestmöglich um die Sicherheit in unserem Land zu kümmern. Es ist nicht üblich, die Veranstalter an den jeweiligen Polizeikosten zu beteiligen."

Mäurer denke nicht an kleine Vereine

Das gelte nicht nur für Fußballspiele, sondern ebenso für Konzerte wie auch in Bayern für das Oktoberfest. "Wir verlangen von der Landeshauptstadt München als Veranstalterin des Oktoberfests keine extra Kosten für den Polizeieinsatz", betonte Herrmann. Zudem kritisierte der Innenminister, dass die Bremer Klage nicht die kleinen Fußballvereine berücksichtigen würde.

Man hat jetzt die reichen Vereine im Blick. Wir haben aber auch große Polizeieinsätze, wenn beispielsweise Chemnitz bei Jahn Regensburg zu Gast ist. Soll ich dann Jahn Regensburg die Rechnung stellen, weil die Chemnitzer Anhänger sehr gewaltverdächtig sind?

Unverständnis bei Bayerns Innenminister Joachim Herrmann

Unterstützung für Bremen aus Rheinland-Pfalz

Doch alleine steht Bremen nicht da, denn Roger Lewentz, Innenminister von Rheinland-Pfalz, begrüßte im Februar 2018 das Urteil. Es sei zwar noch nicht rechtskräftig, zeige aber den richtigen Tenor: "Die zunehmende Wirtschaftskraft der Profivereine und der Deutschen Fußball Liga gibt es durchaus her, dass Klubs und DFL an den Kosten für Hochrisikospiele beteiligt werden."

Unterstützung erhält Mäurer auch aus der Bevölkerung. Eine repräsentative Umfrage von Infratest Dimap im Auftrag des WDR ergab kürzlich, dass eine große Mehrheit der Deutschen für eine Beteiligung der DFL an den Polizei-Mehrkosten ist.

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Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 26. März 2019, 18:06 Uhr