Vor Pokal-Spiel: Werders 5-Millionen-Euro-Chance ins Glück

Am Dienstag wartet Regensburg im Viertelfinale, doch Werder träumt vom Pokal-Sieg. Denn Eintracht Frankfurt hat vorgemacht, welche Chance er für klamme Klubs birgt.

Werder-Trainer Florian Kohfeldt gut gelaunt mit seinen Spielern auf dem Weg zum Trainingsplatz.
Nach dem Sieg gegen Eintracht Frankfurt und vor dem Pokal-Viertelfinale gegen Jahn Regensburg ist die Stimmung bei Werder Bremen gut. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Am Ende geht es ums Geld. Mit diesem nüchternen Satz rüttelt man wohl auch den letzten Fußball-Romantiker aus seinen süßen Träumen von Berlin. Berlin, Berlin, ja genau, da will man hin. Als Fan, als Spieler, als Trainer – Pokal-Finale im Olympiastadion, der heimelige Traum vom großen Fußball-Glück.

Kevin Möhwald träumt ihn schon, Theodor Gebre Selassie auch, Florian Kohfeldt sowieso, und allzu weit ist er von der Realität ja auch nicht mehr entfernt. Erst gegen Zweitligist Jahn Regensburg am Dienstag gewinnen, dann noch das Halbfinale überstehen und die Reise wäre für Werder Bremen tatsächlich gebucht für den 13. Mai Richtung Berlin. Finale.

Im Halbfinale warten weitere 2,5 Millionen Euro

In Werders Geschäftsführung träumt man den Traum von Berlin auch, allerdings auf etwas andere Art. Obwohl mit Frank Baumann dort einer sitzt, der den glänzenden Pokal als Spieler in Händen halten durfte. Doch in diesen Tagen ist für Fußball-Romantik nicht viel Raum, wenn die Vereinskassen leer sind.

Finanziell ist der DFB-Pokal wohl die einzige Chance für Werder, zusätzliche Tantieme zu generieren. Und das in Millionenhöhe. Sportchef Baumann hatte es kürzlich im Interview mit Bremen Eins ganz sachlich betrachtet: "Uns hilft im Moment jeder Euro." Er geht zwar davon aus, dass die Pokal-Prämien in dieser Saison etwas niedriger ausfallen werden als zuvor, doch mit dem Viertelfinaleinzug hat Werder bereits 2,5 Millionen Euro mehr in der Kasse.

Das Ziel: der internationale Wettbewerb

Mit einem Sieg gegen Regensburg wird noch einmal etwa die gleiche Summe für das Halbfinale überwiesen – und mit einem Plus von insgesamt schon fünf Millionen Euro lässt es sich für Werder deutlich entspannter zum Saisonende blicken.

Die ersten Raten für die Ablöse von Davie Selke wären damit beispielsweise schon gedeckt. Doch der Einzug ins Pokal-Finale, idealerweise der Sieg, würde den Bremern noch eine weitere Perspektive öffnen: den internationalen Wettbewerb.

Werder will den Frankfurter Weg

Werders letzter Gegner Eintracht Frankfurt hatte es ihnen gerade vorbildlich vorgeführt, welchen Schub ein Pokal-Sieg auslösen, welch enorme Wende er in einem strauchelnden Verein einleiten kann. 2016 kämpften die Hessen noch wie Werder gegen den Abstieg, der Klub war klamm. Dann gewann Frankfurt 2018 gegen Bayern München den Pokal und das Blatt wendete sich rasant.

Frankfurt hatte den Vorteil, durch den Pokal-Sieg auch international spielen zu können. Das hat dafür gesorgt, dass die Transfererlöse in die Höhe gingen.

Werder-Sportchef Frank Baumann

Die Bremer hoffen auf den Frankfurter Weg, das macht den sportlichen Erfolg nun umso drängender. So kurz vor dem Ziel wäre ein Scheitern besonders bitter, doch der Pokal ist eben unberechenbar. Ein Sieg am Dienstag gegen Regensburg ist dennoch Pflicht, danach ist alles offen. Es sind noch genügend Schwergewichte im Rennen, Stolpersteine lauern. "Ich träume jedes Jahr vom Pokal-Sieg", sagt Werder-Coach Kohfeldt: "Träumen ist ja erlaubt." Doch in Werders angespannter Lage hängt dieses Mal am Pokal weit mehr als verträumte Fußball-Romantik.

Werder ist heiß auf den Pokal – und kann die Millionen gut gebrauchen

Video vom 28. Februar 2021
Der goldene DFB-Pokal steht auf einem Plexiglas-Ständer in einem leeren Fußball-Stadion.
Bild: Imago | Osnapix
Bild: Imago | Osnapix

Mehr zum Thema:

Autorin

  • Petra Philippsen Redakteurin und Autorin

Dieses Thema im Programm: buten un binnen mit Sportblitz, 28. Februar 2021, 19:30 Uhr