Sein letztes Mal? Für Kohfeldt ist Werders Halbfinale ein Endspiel

Für die Bremer geht es gegen RB Leipzig (20:30 Uhr) nicht nur um den Traum von Berlin, sondern auch um Kohfeldts Zukunft. Das Spiel könnte sein letztes als Werder-Coach sein.

Florian Kohfeldt steht nachdenklich vor der Bremer -Trainerbank. Auf dieser sitzen die Co-Trainer Tim Borowski und Danijel Zenkovic.
Das Pokal-Halbfinale gegen RB Leipzig könnte für Florian Kohfeldt nach dreieinhalb Jahren sein letztes Spiel als Werder-Coach sein. Bild: Imago | Noah Wedel

Die Situation hätte für Werder wie gemalt sein können. Eigentlich wird den Bremern im Halbfinale des DFB-Pokals gegen RB Leipzig am Freitagabend (20:30 Uhr, live in der ARD) keine Chance zugerechnet, doch dann kam bei den Leipzigern in dieser Woche plötzlich mächtig Unruhe auf.

Julian Nagelsmann lacht frontal in die Kamera. im Hintergrund ist das Emblem des FC Bayern zu sehen.
Julian Nagelsmann wechselt zur kommenden Saison zum FC Bayern. Bild: Imago | Sven Simon

Zunächst erklärte Sportchef Markus Kösche am Montag, dass er den Klub nach der Saison verlassen wird. Am Dienstag wurde dann bekannt, dass Erfolgscoach Julian Nagelsmann im Sommer zum FC Bayern wechselt. Vor so einem wichtigen Spiel könnte dies die Konzentration der Leipziger Mannschaft stören – und sich für Werder der Türspalt zum Finale in Berlin ein wenig öffnen.

Die Trainerfrage stellt sich nur bei Werder

Doch die Realität ist eine andere. Die Leipziger haben schnell für Klarheit gesorgt und für die kommende Saison Jesse Marsch vom Schwesterklub aus Salzburg verpflichtet. Stattdessen steckt den Bremer Spielern die Trainerfrage in den Knochen. Für sie ist es "nur" ein Halbfinale, doch für Florian Kohfeldt ist es bereits ein Endspiel.

Zeigt sein Team nach zuletzt sieben Bundesliga-Niederlagen in Folge nicht die von der Klubführung geforderte Reaktion, war es das für ihn nach dreieinhalb Jahren aller Voraussicht nach als Cheftrainer von Werder.

Ganz Deutschland schaut auf Werder

Die Bremer Spieler stehen somit am Freitagabend doppelt im Fokus. Zum einen, weil das komplette Land auf ein Halbfinale im Pokal schaut. Zum anderen, weil natürlich jeder wissen will, wie sie auf dem Platz auf die besondere Situation ihres Trainers reagieren. Kohfeldt selbst versucht, seinem Team den Druck zu nehmen.

Niemand muss das Gefühl haben, dass der Druck auf seinen Schultern liegt, ob ich nach Freitag weiterhin hier Trainer bin. Die Spieler spielen für sich und für das Pokal-Finale. Mir muss keiner Loyalität oder Vertrauen beweisen.

Florian Kohfeldt sitzt bei der Pressekonferenz vor dem Halbfinale im DFB- Pokal gegen Leipzig auf dem Podium.
Florian Kohfeldt auf der Pressekonferenz am Donnerstag

Werder fehlte wohl eine Alternative

Was Kohfeldt am Freitagabend braucht, ist eine klare Leistungssteigerung. Irgendetwas, das die Verantwortlichen davon überzeugt, dass er in den letzten drei Bundesliga-Spielen den Klassenerhalt mit Werder schaffen kann. Dass dieser Glaube geschwunden ist, zeigten allein schon die – zumindest mit Blick auf den Zeitrahmen – ausführlichen Beratungen nach dem 1:3 gegen Union Berlin am Samstag.

Zudem sickerte im Anschluss verstärkt durch, dass Kohfeldts Verbleib wohl vor allem der Tatsache geschuldet ist, dass die Bremer auf Anhieb keine brauchbare Alternative parat hatten. Deswegen erhält er gegen Leipzig jetzt eine weitere Chance – nutzen müssen sie für ihn die Spieler auf dem Platz.

Kohfeldt: "Bin in der Lage, solche Situationen zu bewältigen"

Video vom 30. April 2021
Florian Kohfeldt sitzt bei der Pressekonferenz vor dem Halbfinale im DFB- Pokal gegen Leipzig auf dem Podium.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

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Autor

  • Karsten Lübben Redakteur und Autor

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 30. April 2021, 18:06 Uhr