Chongs Werder-Debüt: flink, torgefährlich – aber geht schnell zu Boden

Gegen Jena ließ Tahith Chong aufblitzen, warum Werder so große Hoffnung in ihn setzt. Ein Tor, viele Dribblings – doch der Flügelflitzer bekam mächtig auf die Socken.

Tahith Chong reckt den Arm im Lauf hoch, nachdem er gegen Jena getroffen hat.
In der 88. Minute erzielte Tahith Chong im Pokal-Spiel gegen Jena das 2:0 und damit seinen ersten Pflichtspieltreffer für Werder. Bild: Imago | Nordphoto

Für einen Moment fuhr Florian Kohfeldt an der Seitenlinie der Schreck durch die Glieder und nach dem Spiel gestand der Werder-Coach ein, dass es ihm "etwas flau im Magen" wurde. Der Grund für sein Unwohlsein passierte in der 72. Spielminute im Pokal-Duell mit Carl Zeiss Jena: Tahith Chong blieb mit schmerzverzerrtem Gesicht auf dem Rasen liegen.

Jener Chong, der gerade von Manchester United ausgeliehen wurde und in den Werder so große Hoffnung für die neue Saison setzt. Theodor Gebre Selassie stand neben ihm und fuchtelte wild mit den Armen. Er signalisierte dem Bremer Betreuerteam, sich zu beeilen. Es schien ernst. Im Sprintduell mit Justin Schau hatte sich Chong am linken Knie verletzt. Der Schreck war dem 20 Jahre alten Niederländer anzusehen. Doch nach einiger Behandlungszeit konnte Chong alleine zur Seitenlinie gehen und Werders Mannschaftsarzt Dr. Daniel Hellermann signalisierte Kohfeldt auf der anderen Seite "Daumen hoch". Er konnte weiterspielen.

Tahith hat einen Schlag über dem Knie gekriegt und ein Nerv ist eingeklemmt. Das war schon ein heftiger Anprall.

Werder-Trainer Florian Kohfeldt bei Sky

Erster Pflichtspieltreffer für Werder

Eine Viertelstunde später ist der Schmerz im Knie dann erst einmal vergessen, Chong versenkt nach Vorlage von Davy Klaassen seinen ersten Pflichtspieltreffer für Werder im Jenaer Tor zum 2:0. Kohfeldt hatte die beiden Niederländer zur zweiten Halbzeit gebracht, nachdem sich Werder durch die erste hindurch gequält hatte. Mit beiden lief das Bremer Spiel etwas gefälliger und besonders Chong brachte jede Menge Schwung in die Offensive.

Seine Schnelligkeit auf der rechten Außenbahn, seine Dribblings und die teils abgezockten Schüsse aufs Tor ließen erahnen, wie Chong das Bremer Spiel beflügeln kann, wenn er seine Schwächen beseitigt hat. "Klar hat er ein Limit, defensiv hat er mir nicht so gut gefallen", urteilte Kohfeldt, der von Chongs wissbegieriger und offener Art sehr angetan ist.

Chong muss robuster werden

Tahith Chong kommt bei einem Zweikampf im Spiel gegen Jena zu Fall.
Fällt noch zu oft und mitunter zu leicht in Zweikämpfen: Werder-Neuzugang Tahith Chong (rechts). Bild: Imago | Jan Huebner

Und so flink Chong auch ist, so schnell geht er im Zweikampf zu Boden. Da fehlt ihm noch die physische Robustheit, die er sich zügig aneignen muss. Von den Zuschauern in Jena setzte es Pfiffe, weil er so oft zu Fall kam. Sie unterstellten ihm wohl Schauspielerei.

Ein bisschen stabiler und abgehärteter und Chong dürfte bei seinen wirbelnden Dribblings nur schwer zu stoppen sein. Doch bis es soweit ist, macht es Chong vor allem verletzungsanfällig – und das kann Werder gar nicht gebrauchen.

Und er hat gesehen, was passiert, wenn man so dribbelstark ist. Er hat heute schon richtig auf die Socken gekriegt. Da müssen wir auf ihn aufpassen.

Werder-Trainer Florian Kohfeldt bei Sky

Schreck für Werder: Chong erwischt es am Knie

Video vom 13. September 2020
Spieler und Betreuer stehen auf dem Spielfeld um den am Boden sitzenden Tahith Chong herum, der behandelt wird.
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

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Autorin

  • Petra Philippsen Redakteurin und Moderatorin und Autorin

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, DFB-Pokal, 12. September 2020, 20 Uhr