Werder im Pokal-Halbfinale – aber Kohfeldt träumt schon von Berlin

Mit reichlich Mühe haben die Bremer im Pokal das Halbfinal-Duell gegen Schwergewicht Leipzig erreicht. Werder-Trainer Florian Kohfeldt denkt aber schon ans Endspiel.

Video vom 7. April 2021
Werder-Trainer Florian Kohfeldt gibt nach dem Pokalsieg gegen Regensburg vor einer Werbewand ein Interview.
Bild: Radio Bremen

Es gehörte schon viel Fantasie dazu, sich an diesem bitterkalten und ungemütlichen Abend in Regensburg ein Traumbild in strahlend-schönen Farben zu malen. Florian Kohfeldt aber konnte es.

Dabei hatte der Werder-Trainer gerade 90 Minuten lang ein mehr als durchwachsenes Spiel verfolgt, das seine Mannschaft durch ein wunderbares Tor von Yuya Osako mit 1:0 gegen den Zweitligisten gewann. Am Ende musste Kohfeldt allerdings nicht nur aufgrund der eisigen Temperaturen noch einmal kräftig mit seiner Elf zittern, die den Ausgleich nur mit großer Mühe verhinderte.

Es war natürlich nicht unser bestes Spiel, Regensburg hat uns das Leben sehr schwer gemacht. Aber heute ging es nur darum, weiterzukommen. Das war das Einzige, was zählt und das haben wir geschafft.

Werder-Kapitän Niklas Moisander

Traum von Berlin: "Nichts, was unangemessen ist"

Dieses Spiel hatte Kohfeldt also gesehen, das sicherlich keine Werbung für Fußball-Gourmets war, Werder jedoch den Einzug ins Pokal-Halbfinale bescherte. Und dort wartet am 30. April mit RB Leipzig ein schwerer Brocken. Dennoch war Kohfeldt in seinen Gedanken schon einen Schritt weiter, malte sich in seiner Fantasie bereits das Finale in Berlin aus.

Klar träumen wir von Berlin und das ist auch nichts, was unangemessen ist. Natürlich wissen wir: Wir spielen gegen den schwersten Gegner, der noch im Wettbewerb ist. Aber wir sind im Halbfinale und es ist ein Spiel.

Werder-Trainer Florian Kohfeldt in der ARD

"Wir glauben an uns. Alles ist möglich"

Werder-Kapitän Niklas Moisander geht mit ausgebreiteten Armen auf Torschütze Yuya Osako zu.
Werder-Kapitän Niklas Moisander (rechts) wusste, bei wem er sich bedanken muss: Yuya Osako erzielte den Siegtreffer für die Bremer. Bild: Reuters | Andreas Gebert

Den zweiten Schritt vor dem ersten zu machen, kann nicht nur im Fußball leicht zur Stolperfalle werden. Und Werder hatte sich in Regensburg nicht gerade als Mannschaft präsentiert, die souverän ihre eigentliche Überlegenheit ausspielt. Wie sollte das dann gegen ein Schwergewicht wie Leipzig aussehen? Einen ersten Vorgeschmack bekommen die Bremer bereits am Samstag, beim Bundesliga-Duell gegen die Sachsen.

"Berlin ist unser großes Ziel. Wir glauben an uns. Alles ist möglich", betonte auch Kapitän Niklas Moisander. Es wäre für Werder das erste Pokal-Endspiel seit 2010. Damals unterlagen die Bremer dem FC Bayern mit 0:4. Kohfeldt aber malte sich seinen Final-Traum in leuchtenden Farben aus – und vielleicht brauchte es dafür diesen grauen, nasskalten Fußballabend in Regensburg.

Es wird mein drittes Halbfinale, als Co-Trainer und zwei Mal als Cheftrainer, und ich würde jetzt gerne irgendwann mal den vorletzten Schritt nach Berlin machen. Von Berlin träumen wir alle.

Werder-Trainer Florian Kohfeldt in der ARD

Osakos Traumtor, Frust und ein Sack Reis: Werders Pokal-Highlights

Video vom 8. April 2021
Werder-Spieler bejubeln mit Yuya Osako dessen Tor gegen Regensburg.
Bild: Nordphoto / Gumzmedia

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Autorin

  • Petra Philippsen Redakteurin und Moderatorin und Autorin

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 8. April 2021, 18:06 Uhr