5 Gründe, warum Werder im Pokal nicht stolpern wird

Mit fünf Wochen Verspätung steigt heute Abend ab 18:30 Uhr Werders Pokal-Viertelfinale in Regensburg. Die Ausgangslage spricht mehr für den Bremer Favoriten.

Video vom 6. April 2021
Werder-Stürmer Niclas Füllkrug humpelt in Straßenkleidung die Treppe am Weserstadion herunter.
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Heute Abend um 18:30 Uhr ist es soweit, das letzte noch ausstehende Viertelfinale im DFB-Pokal zwischen dem SSV Jahn Regensburg und Werder Bremen wird mit fünfwöchiger Verspätung angepfiffen. Der Sieger spielt im Halbfinale am 30. April gegen RB Leipzig. Und der Ausgangslage nach hat die Mannschaft von Florian Kohfeldt gute Chancen, die nächste Runde zu erreichen.

1 Berlin, Berlin, sie wollen nach Berlin

Bisher kam Werder gut durch die ersten drei Pokal-Runden, überzeugte mit drei Zu-Null-Siegen. Wie bereits gegen Carl Zeiss Jena (2:0), Hannover 96 (3:0) und Greuther Fürth (2:0) gehen die Bremer erneut als Favorit ins Spiel. "Wir haben die Erwartung an uns, dieser Rolle gerecht zu werden", betonte Trainer Kohfeldt.

Und der sportliche Anreiz ist für Werder groß, nicht nur für den Coach selbst. "Ich würde gerne mal überprüfen, wie sich der Pokal anfühlt", meinte Kohfeldt, der unbedingt ins Halbfinale will und vom Pokal-Sieg träumt. Es wäre für die Bremer, die nach dem Fast-Abstieg in der vergangenen Saison nun im unteren Teil der Tabelle stehen, auf absehbare Zeit der einzige Weg, vielleicht wieder international mitmischen zu können. Das ist nochmal Extra-Motivation.

Der Pokal hat für uns einen extrem hohen Stellenwert. Es ist ein Wettbewerb, in dem du in ganz kurzer Zeit sehr viel erreichen kannst.

Werder-Trainer Florian Kohfeldt

2 Her mit den Millionen!

Ganz nüchtern betrachtet gibt es für Werder neben der sportlichen auch die finanzielle Motivation, im Pokal weiter durchzustarten. Angesichts der Verschuldung des Vereins wären die insgesamt fünf Millionen Euro Prämie mit dem Halbfinaleinzug laut Sportchef Frank Baumann zwar "ein Tropfen auf den heißen Stein", aber dennoch ein dringend benötigter warmer Regen. Mehr noch, sollte Werder sogar das Pokal-Finale gewinnen – der Sieg würde mit gut zehn Millionen Euro versüßt werden.

3 Regensburg nicht im Rhythmus

Mehrere Corona-Fälle in der Mannschaft des Zweitligisten aus der Oberpfalz sorgten für die Verschiebung des Pokal-Spiels. Und die zweiwöchige Quarantäne brachte Regensburg aus dem Tritt. Zwei Punkte aus drei Spielen sprechen nicht für den Außenseiter, dessen größte Stärke immer die Physis und der Wille war.

Wir müssen an unsere absolute Leistungsgrenze kommen, damit wir eine Chance haben.

Jahn-Kapitän Benedikt Gimber im "Blickpunkt Sport"

4 Reicht die Puste fürs Elfmeterschießen?

"Die Stärke der Regensburger ist mir durchaus aufgefallen", sagte Kohfeldt mit einem Augenzwinkern. Die drei Pokal-Runden hatte der Jahn per Elfmeterschießen gewonnen, zudem hielt Keeper Alexander Meyer jeweils mindestens einen Strafstoß.

Die Frage ist nun jedoch, ob der Zweitligist überhaupt genug Puste hat, um eine Verlängerung und das Elfmeterschießen zu erreichen und zu überstehen. Kohfeldt selbst ist nicht ganz sicher, ob die Auswirkungen der Quarantäne ein konditioneller Nachteil für Regensburg sein wird.

Es ist definitiv kein Vorteil, zwei Wochen nicht trainieren zu können. Andererseits lag dann etwas Glück im Unglück in der Länderspielpause, wo man ohne Wettkampf trainieren konnte. Ich rechne erstmal nicht mit einem Einbruch, aber seriös kann ich das nicht beantworten.

Werder-Trainer Florian Kohfeldt

5 Keine Lücke ohne "Lücke"

Niclas Füllkrug, genannt "Lücke", fällt Werder mit einem gebrochenen Zeh aus. Das ist zwar bitter, aber kein Drama für die Bremer. Denn die können die personelle Lücke gegen Regensburg schließen.

Mit Joshua Sargent kehrt der in der Liga gelbgesperrte Stürmer im Pokal wieder zurück und ist bei Kohfeldt ohnehin derzeit erste Wahl. Im Pokal lief es für den US-Amerikaner bisher gut mit zwei Treffern, in der Bundesliga war bei Sargent erst zuletzt der Knoten geplatzt. Milot Rashica sucht zwar derzeit noch seine Form, doch gegen Regensburg dürfte der Flügelflitzer wohl von Beginn an eingeplant sein. Mit Yuya Osako hat Kohfeldt zudem noch eine weitere Offensivoption in der Hinterhand. Der Japaner hat auf der Länderspielreise sichtlich Selbstvertrauen getankt und wirkte beim Kurzeinsatz gegen Stuttgart so engagiert und auffällig wie lange nicht.

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Autorin

  • Petra Philippsen Redakteurin und Moderatorin und Autorin

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 7. April 2021, 18:06 Uhr