Traumlos Gladbach? Auf Bremens Pokal-Teilnehmer wartet viel Arbeit

Wer den Bremer Fußball-Verband im DFB-Pokal vertritt, ist noch unklar. Fakt ist hingegen: Eine Partie unter Corona-Bedingungen auszurichten, bedeutet immensen Aufwand.

Hastedts Kai Mehrtens und Gladbachs Alassane Plea beim Pressschlag.
Vor zwei Jahren traf der BSC Hastedt (blaue Trikots) in der ersten Pokalrunde auf Borussia Mönchengladbach. Die Bremer unterlagen mit 1:11. Immerhin reichte es zum Ehrentreffer. Bild: Imago | Nordphoto

"Bremen? Da war doch was." So mancher Anhänger von Borussia Mönchengladbach hatte am Sonntagabend vermutlich ein Déjà-vu, als nach der DFB-Pokal-Auslosung feststand, auf wen die Fohlenelf in der 1. Pokalrunde trifft. Denn schon vor zwei Jahren waren die Gladbacher zum Pokal-Auftakt in Bremen zu Gast. Im David-gegen-Goliath-Duell gegen den BSC Hastedt siegten sie mehr als deutlich mit 11:1 (6:0). Beim Bremer Fußball-Verband sorgte die Aussicht auf ein Wiedersehen mit dem Bundesligisten für große Vorfreude – trotz der ungleichen Kräfteverhältnisse.

Das ist natürlich ein Traumlos. Gladbach ist ein Verein mit großer Geschichte und vielen Gästefans, die anreisen werden.

Björn Fecker, Präsident des Bremer Fußball-Verbands, im "Sportblitz"

Noch ist unklar, wer gegen den Champions-League-Teilnehmer antreten wird. Zur Auswahl stehen der FC Oberneuland, der SC Borgfeld, der Blumenthaler SV und der FC Huchting. Wer von den vier Teams am 22. August, dem "Finaltag der Amateure", den Bremen-Pokal für sich entscheidet, bekommt es zwischen dem 11. und 14. September mit dem Traumlos zu tun. Es bleiben also noch einige Wochen, um die Vorbereitung für die Austragung des Spiels den Corona-Bedingungen anzupassen. "Alle vier Vereine können sich schon mal Gedanken machen, ob sie tatsächlich in ihrem Stadion spielen können – und wollen", so Fecker. In die Vorfreude mischen sich nämlich noch viele Unklarheiten.

Vor zwei Jahren empfing Hastedt die Gladbacher auf dem Platz 11 nahe des Weser-Stadions. Mit fast 5.000 Zuschauern war die Partie ausverkauft. Die Chance, dass die Ränge des Stadion in diesem Jahr ähnlich gut gefüllt sein werden, tendiert angesichts der aktuellen Corona-Verordnungen jedoch gegen Null. "Momentan hat der Senat beschlossen, dass im Land Bremen bis zum 31. August maximal 1.000 Zuschauer dabei sein dürfen", erklärt Fecker. Was danach kommt, werde man sehen. Klar sei aber auch: "Fußball ohne Zuschauer macht eigentlich keinen Spaß", so der BFV-Präsident.

Weil bis zur Austragung des Spiels unter anderem noch die beiden Halbfinalpartien und das Endspiel des Bremen-Pokals stattfinden, bleiben dem BFV noch mehrere Testläufe. Jedoch gibt Fecker zu: "Für uns ist es ein Kaltstart. Wir planen auf Hochtouren." Angedacht ist nach aktuellem Stand, dass bei den Pokalspielen bis zu 400 Menschen ins Stadion gelassen werden. Allerdings sind darin schon eingeschlossen unter anderem die Spieler, Betreuer und Organisatoren sowie Journalisten. 400 Zuschauer werde es daher nicht geben können. So oder so: Der Aufwand, ein Fußballspiel unter Corona-Bedingungen auf die Beine zu stellen, ist enorm – auch wegen der von Fecker bereits genannten Gästefans. Dem FC Oberneuland etwa wäre es daher nur recht, sollte sich der FCO für den DFB-Pokal qualifizieren, die Erstrundenpartie auswärts auszutragen.

BFV-Präsident Björn Fecker: "Wir spielen den Pokal auf jeden Fall aus"

Video vom 26. Juli 2020
Der Präsident des Bremer Fussballverbands Björn Fecker im Studio von buten un binnen mit Sportblitz.
Bild: Radio Bremen

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Autoren

  • Pascale Ciesla
  • Helge Hommers

Dieses Thema im Programm: buten un binnen mit Sportblitz, 26. Juli 2020, 19:30 Uhr