Ob Bayern oder Sandhausen? Hauptsache Pokal!

Noch ist unklar, wer im DFB-Pokal als Bremer Amateur-Vertreter ins Rennen geht. Wir erklären, warum die Teilnahme für die "Kleinen" sportlich und finanziell so große Bedeutung hat.

FC Oberneuland im Pokalspiel gegen Darmstadt.
Im Vorjahr unterlag der FC Oberneuland (rote Trikots) dem SV Darmstadt in der ersten Pokal-Runde mit 1:6. Bild: Imago | Jan Huebner

Zweimal stand Kristian Arambasic als Trainer in einem DFB-Pokalspiel an der Seitenlinie, zweimal setzte es für seine Teams deutliche Niederlagen: Vor sieben Jahren unterlag der von ihm trainierte SG Aumund Vegesack nach 0:0-Halbzeitstand noch mit 0:9 gegen die TSG Hoffenheim, in der vergangenen Saison verlor er mit dem FC Oberneuland gegen den SV Darmstadt mit 1:6 (0:3). Dennoch gehören beide Spiele zu der Sorte, an die er sich gerne erinnert: "So ein Pokal-Erlebnis ist sensationell", sagt der FCO-Coach. "Jeder, der so etwas mal erlebt hat, weiß, wie schön so ein Tag sein kann."

Wer Bremen im Pokal vertritt, ist noch unklar

Gut möglich, dass die Oberneulander als Bremer Amateur-Vertreter auch an der diesjährigen ersten Runde des DFB-Pokals (11. bis 14. September) teilnehmen. Ebenfalls Hoffnungen machen dürfen sich allerdings auch noch der SC Borgfeld sowie der FC Huchting und der Blumenthaler SV, die gemeinsam mit dem favorisierten FCO in der Runde der letzten Vier des Bremen-Pokals stehen. Die Sieger der Halbfinalpartien (15. und 16. August) ermitteln schließlich am "Finaltag der Amateure" (22. August) den DFB-Pokal-Teilnehmer.

Da der Bremer Vertreter entsprechend noch aussteht, wird bei der Auslosung der ersten Pokalrunde am Sonntagabend (18:30 Uhr/ARD) ein Platzhalter durch die Lostrommel rollen. Zwar wird auch der FCO verfolgen, wer der mögliche Gegner sein wird. Der Fokus des Klubs liegt jedoch vielmehr darauf, sich erst einmal zu qualifizieren. Denn allein schon die Teilnahme am DFB-Pokal ist für jeden Amateur-Verein eine enorme Finanzspritze: Etwa 100.000 Euro erhält das Team, das Bremen vertritt. Zum Vergleich: Der FCO plant als Regionalliga-Aufsteiger für die kommende Saison mit einem Etat von 175.000 Euro. "Der DFB-Pokal wäre ein sensationaller Geldregen für uns, der unserem Etat einen unglaublichen Schub geben würde", sagt Arambasic, dessen Verein die Pokal-Einnahmen vom Vorjahr in seine neue LED-Flutlichtanlage investierte.

Eher zweitrangig ist für Arambasic daher auch die Frage, wer der potenzielle Kontrahent der Oberneulander ist. "Natürlich ist es schöner, je größer der Gegner ist", so der FCO-Trainer. "Aber ob es Sandhausen oder Bayern wird, ist im Grunde genommen egal." Sollte es aber Werder sein, wäre das natürlich für jeden der vier möglichen Bremen-Vertreter ein "Traumlos", so Arambasic.

Pokalfinale vermutlich mit 400 statt 4.000 Zuschauern

FC Oberneuland Trainer Kristian Arambasic auf dem Trainingsplatz
Stand bereits zweimal als Trainer im DFB-Pokal an der Seitenlinie: Oberneuland-Coach Kristian Arambasic. Bild: Radio Bremen

Mit der Auslosung sieben Wochen vor der ersten Hauptrunde will der DFB den zumeist eher kleinen Klubs mehr Zeit einräumen, um auch in Corona-Zeiten ein Fußballfest organisieren zu können – und das im Idealfall mit Zuschauern. Der FCO hat sich als Ausrichter des Endspiels im Bremen-Pokal bereits mit dem Thema befasst. Laut Arambasic sei der Einlass von rund 400 Zuschauern im Florian Wellmann Stadion möglich. "Wenn Corona nicht wäre, wären vermutlich zehnmal so viele Leute da." Der Aufwand, neben der Saisonplanung eine Partie gegen einen namhaften Klub unter Corona-Bedingungen auf die Beine zu stellen, sei riesig. Sollte die Qualifikation für den DFB-Pokal gelingen, sehe es der Verein daher am liebsten, wenn der Gegner die Partie ausrichtet. "Wir würden uns freuen, sollten wir in der Alianz Arena oder im Weser-Stadion spielen dürfen", sagt Arambasic. Dafür würde der FCO sogar auf seinen Heimvorteil verzichten. Und das will bekanntlich was heißen.

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Video vom 22. Juli 2020
Leere Ränge im Bremer Weserstadion.
Bild: Radio Bremen

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Autor

  • Helge Hommers Autor

Dieses Thema im Programm: buten un binnen mit Sportblitz, 26. Juli 2020, 19:30 Uhr