Dieser Bremer Amateur nahm vor 28 Jahren an der Darts-WM teil

Wie sich ein Bremer Dart-Amateur 1993 für die Profi-WM qualifizierte

Bild: Radio Bremen

Als erster Deutscher qualifizierte sich der Bremer Bernd Hebecker 1993 für die Darts-WM in England. Trainiert wurde für diese abends in der Kneipe "Broadway".

Seit Mittwoch fliegen im Alexandra Palace, den viele nur als "Ally Pally" kennen, in einem Londoner Vorort wieder die Pfeile, die die Welt bedeuten. Die Darts-WM am Jahresende ist für viele Sportfans längst ein Pflichtprogramm. Zumal drumherum jede Menge Spektakel geboten wird, denn in der Halle herrscht während der Spiele Volksfeststimmung. Erst recht, wenn einer die berühmte "One hundred and eighty" wirft, also drei Pfeile in Folge in der "Triple 20" versenkt. Insgesamt 96 Sportler kämpfen bis bis zum Finale am 3. Januar um ein Preisgeld von 2,5 Millionen Pfund. Allein der Sieger erhält 500.000 Pfund.

Dies zeigt, dass Darts längst professionell betrieben wird und gerade die großen Favoriten auf den WM-Titel wie Michael van Gerwen, Peter Wright oder Gerwyn Price mit ihrem Sport auch jede Menge Geld verdienen. Vor 28 Jahren war dies teilweise noch anders, als mit dem Bremer Bernd Hebecker erstmals ein Deutscher an der WM teilnahm. Als einziger der 32 Teilnehmer war der damals 37-Jährige kein Profi, sondern lediglich Amateur. Abends trainierte Hevecker eifrig in der Kneipe "Broadway". Tagsüber arbeitete er im Sankt-Jürgen-Krankenhaus als Anästhesieassistent. "Da trifft er", scherzte Chefarzt Hans-Dieter Kampf seinerzeit. "Wenn er so gut seinen Dart wirft, kann er Weltmeister werden."

Aus in der ersten Runde

Der Traum vom Titel ging nicht in Erfüllung. Direkt zum Auftakt verlor Hebecker gegen den Dänen Jann Hoffmann mit 0:3. Später gelang ihm aber noch der Schritt zum Profi, sodass auch Hebecker acht Stunden pro Tag trainieren konnte, ehe er zu Beginn des Jahrtausends seine Karriere langsam auslaufen ließ.

Ich hatte einfach keine Lust mehr. Viele denken, dass man als professioneller Dartspieler ein tolles Leben hat. Du bist aber viel unterwegs, lebst im Hotel, siehst kaum etwas von den Städten und reist nach einem Turnier wieder ab. Mir haben diese Jahre auch meine erste Ehe zerbröselt. Ich habe mir einfach klar gemacht, dass mein Talent nicht reicht, um es wirklich ganz nach oben zu schaffen und das war dann auch in Ordnung so.

Bernd Hebecker im Gespräch mit "dartn.de"

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Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 16. Oktober 2021, 18:06 Uhr