Mäurer legt nach: "Geisterspiele ab Mai kein gutes Signal"

Auch wenn Bremens Innensenator Werder nun doch erlaubt hat, das Training wieder aufzunehmen: Die Aufnahme des Spielbetriebs wird er wohl nicht einfach durchwinken.

Innensenator Ulrich Mäurer mit ernstem Gesichtsausdruck.
Rechnet mit dem Höchststand der Pandemie im Mai und Juni: Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) hält Geisterspiele in der Bundesliga zu diesem Zeitpunkt für falsch. Bild: DPA | Sina Schuldt

Ein wenig überraschend kam sie am Montag dann doch, die Erlaubnis für Werder Bremen, den Trainingsbetrieb unter strengen Auflagen wieder aufzunehmen. Schließlich hatte das Thema die Streitigkeiten zwischen Verein und Bremens Innensenator in den vergangenen Tagen erneut befeuert.

"Werder wird wie Bayern München behandelt", betonte Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) den Schritt dann bei buten un binnen. Fast alle anderen Bundesliga-Mannschaften hatten am Montag bereits wieder den eingeschränkten Trainingsbetrieb aufgenommen. Noch am Freitag hatte sich Mäurer jedoch gegen Ausnahmeregelungen gestellt. Nun also der Sinneswandel?

Pandemie im Mai vermutlich auf Höchststand

"Wir hatten keinen Sinneswandel", entgegnete Mäurer im Interview mit der Internetplattform der "Deutschen Welle": "Meine Bemerkung bezog sich auf die Ansage der DFL, ab Mai die Ligaspiele fortsetzen zu wollen. Ich bin weiter der Auffassung, dass das keine gute Idee ist."

Für die Deutsche Fußball Liga (DFL) mit den 36 Profi-Klubs ist das Szenario, die Saison mit Geisterspielen bis zum Sommer zu Ende zu bringen derzeit das favorisierte.

Wenn unsere Einschätzung richtig ist und wir im Mai und Juni den Höchststand der Pandemie haben, dann ist es kein gutes Signal, zu glauben, dass man in dieser Zeit Geisterspiele durchführen kann. Ich glaube, dann haben wir andere Probleme.

Bremens Innensenator Ulrich Mäurer bei buten un binnen

Wird Mäurer die Geisterspiele in Bremen verbieten?

Vor etwa vier Wochen hatte Mäurer die Austragung des Geisterspiels zwischen Werder Bremen und Bayer Leverkusen zu Beginn der Corona-Krise gestoppt. Würde sich der Bremer Innensenator im Mai ähnlich entscheiden? "Erst mal abwarten", schränkte Mäurer gegenüber der "Deutschen Welle" ein. Schließlich sei zwischen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten vereinbart, bis zum 19. April "den Ball flachzuhalten". Und wie sich die Pandemie genau entwickeln wird, wisse derzeit noch niemand.

Aber: "Gegenwärtig können wir keine Geisterspiele austragen", fügte Mäurer hinzu: "Weil wir ja auch das Problem hatten, dass dann Tausende von Menschen vor den Stadien standen. Auch das passt nicht in die Gegenwart." Was das Fußball-Training der Profis angeht, hat Bremens Innensenator also zwar eingelenkt, doch Werder Bremen muss wohl weiterhin damit rechnen, dass Mäurer die Aufnahme des Ligabetriebs in Bremen nicht so einfach durchwinken wird.

Innenbehörde erlaubt Werder das Training – unter Auflagen

Video vom 6. April 2020
Ein Fußball liegt auf einem Rasenstück vor dem Weserstadion.

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Autorin

  • Petra Philippsen

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 6. April 2020, 18:06 Uhr