"Guter Kompromiss": Bremer Breitensport begrüßt mögliche Lockerungen

Dass dem Amateur- und Freizeitsport Lockerungen in Aussicht gestellt werden, freut die Bremer Sportfunktionäre. Vor allem für Kinder sei der Beschluss "eine gute Lösung."

Video vom 4. März 2021
In einem Fußballtor liegen einen Ball, in dem eine Spritze steckt, Fußballschuhe, eine Maske und ein Sprayspender.
Bild: Imago | Hanno Bode
Bild: Imago | Hanno Bode

Noch liegt der Amateur- und Freizeitsport weitestgehend brach. Seit Mittwochabend dürfen sich die Sporttreibenden aber berechtigte Hoffnung machen, dass sich daran künftig etwas ändert: Bund und Länder haben sich darauf verständigt, unter gewissen Voraussetzungen stufenweise Lockerungen im regionalen Breitensport zuzulassen. Ausschlaggebend ist dafür der Inzidenzwert. Je niedriger der Wert ist, desto schneller sind Öffnungen möglich

Lichtblick am Ende des Tunnels

Für viele Bremer Sportler dürfte der Beschluss ein Lichtblick am Ende eines langen, dunklen Tunnels sein. Andreas Vroom, Präsident des Landessportbunds Bremen (LSB), sieht den Beschluss mit gemischten Gefühlen. "Es hätte schlimmer kommen können, es hätte aber auch deutlich besser kommen können", sagt Vroom im Gespräch mit dem Sportblitz. Grundsätzlich sei die Perspektive ein "guter Kompromiss", der aber "bitter" schmecke. Unter anderem hätte sich der LSB gewünscht, dass kontaktloser Sport schon eher gestattet werde und nicht abhängig von Inzidenzwerten sein sollte. "Wir glauben, dass wir dort so geringe Ansteckungsgefahren haben, dass das rechtfertigbar ist", so Vroom.

Video vom 4. März 2021
Andreas Vroom, Präsident des Landesportbunds, schaut an der Kamera vorbei.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Viele offene Fragen bei Schnelltests

Sollte es zu Lockerungen kommen, der Inzidenzwert im Anschluss aber wieder steigen, ist das Sporttreiben nur noch nach Vorlage eines negativen Schnelltests weiterhin in dem vorherigen Umfang gestattet. Für Vroom ein Punkt, der viele Fragen aufwirft: Ist die dann benötigte Anzahl an Tests überhaupt verfügbar? Und sind die Tests für jeden Geldbeutel erschwinglich? "Das ist eine Hürde, die es noch zu umschiffen gilt", betont Vroom.

Dass Sportler, die ihren Sport nur im Innenbereich nachgehen können, unzufrieden mit den Beschlüssen sein könnten, ist für den LSB-Präsident nachvollziehbar. Schließlich dürfen etwa Basketballer, Handballer und Volleyballer erst wieder ihrem Sport nachgehen, wenn ein Inzidenzwert lange Zeit stabil unter 50 bleibt. Vroom geht aber davon aus, dass die Indoor-Sportler trotzdem Verständnis für die Entscheidung der Politik aufbringen. "Die Werte müssen erst einmal runtergehen. Wir haben im Indoor-Bereich einfach andere Ansteckungsrisiken."

Kinder dürfen wieder auf den Fußballplatz

Björn Fecker, Präsident des Bremer Fußball-Verbands (BFV), ist hingegen "froh" über den Beschluss, der dem Fußball "eine Perspektive" gebe. Gerade die Aussicht, dass vermutlich schon ab Montag wieder die Nachwuchskicker in Gruppen gegen den Ball treten können, bewertet Fecker positiv. "Für Kinder ist es eine gute Lösung, dass sie schnell wieder auf den Platz dürfen", so der BFV-Präsident. Einige Jugendtrainer hätten ihm bereits geschrieben, wie heilfroh sie seien, mit ihren Schützlingen wieder trainieren zu können. Zugleich gebe es aber "noch eine Menge Fragen, die durch den Bremer Senat und den Magistrat in Bremerhaven zu klären sind". Schließlich gibt es aktuell nur eine bundesweite Verfügung, über deren Umsetzung regional entschieden wird.

Video vom 4. März 2021
Börn Fecker, Präsident des Bremer Fußball-Verbands, schaut in die Kamera.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Zugleich freut sich Fecker, dass auch erwachsenen Fußballern immerhin eine Perspektive gegeben wird. "Auch da gibt es einen Mangel an Bewegung und den Wunsch, aktiv zu spielen", so der 43-Jährige. Gerade für die Vereine sei es wichtig, Lockerungen in Aussicht gestellt zu bekommen, "damit sie keine Mitglieder mehr verlieren". Dass die Klubs in der Lage sind, die Vorgaben schnell umzusetzen, davon ist Fecker überzeugt: "Unsere Vereine sind eingeübt, kennen die Regeln und sind immer bemüht, sie einzuhalten." Wie es für den Bremer Fußball weitergeht, lasse sich aber noch nicht vorhersagen. Erst mal wollen Fecker und Co. abwarten, was die Bremer Politik entscheidet und sich erst im Anschluss beraten. 

Mehr zum Thema:

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 4. März 2021, 18:06 Uhr