Lockdown und kein Ende: Wie geht es im Bremer Amateur-Sport weiter?

Der Sport in Bremen steht still und den Vereinen fehlt eine Perspektive. Die Sorge ist, dass die lange Zeit ohne Bewegung und Miteinander fatale Folgen haben wird.

In einer leeren Turnhalle wird mit einer Poliermaschine der Boden gereinigt.
Gähnende Leere in Bremens Turnhallen und Sportanlagen: Bis mindestens Mitte März wird sich daran auch nichts ändern. Bild: Imago | Michael Schick

Am vergangenen Mittwoch, bei der Konferenz von Bund und Ländern, war es so gekommen, wie befürchtet: Der Sport tauchte in den Beschlüssen zu ersten Öffnungsschritten nicht auf. Erst bei einer Inzidenz von 35 soll darüber nachgedacht werden, hieß es. So herrscht weiterhin Stillstand im Trainings- und Wettkampfbetrieb, auch im Bremer Amateur-Sport. Und es fehlen zudem konkrete Perspektiven für Öffnung und Lockerungen, wie sie während der Corona-Pandemie von Verbänden und Vereinen immer wieder gefordert wurden.

Noch am vergangenen Freitag appellierte der Landessportbund Bremen in einer Pressemitteilung eindringlich an die Politik und hob dabei hervor, dass der organisierte Sport "der Kitt der Gesellschaft" sei, ein wichtiger sozialer Faktor in der Integration. Und zudem betonte man die Rolle von Sport und Bewegung für die physische und psychische Gesundheit des Menschen und warnte vor den Folgen, die dieser anhaltende Stillstand nun haben wird. Doch wie es scheint, richten die Appelle und Mahnungen aus dem Sport nichts aus.

In der öffentlichen Diskussion über Lockerungen geht es meist um die großen Blöcke Schule, Kita, Einzelhandel. Wir müssen darum kämpfen, dass der große Stellenwert des Sports genug Beachtung findet.

Björn Fecker, Präsident des Bremer Fußballverbandes, im ZDF

Dem Sport fehlen verlässliche Perspektiven

Man wolle sich im Sport nicht nach vorne drängeln, sagt auch Björn Fecker, der Präsident des Bremer Fußballverbandes, das sei der Tenor, der aus den Vereinen zu ihm dringt. Doch man brauche eine "verlässliche Perspektive" in den Klubs, fügte Fecker im ZDF hinzu.

Maßvolles Agieren und eine besonnene Haltung sei gerade angesichts der Unsicherheiten durch die Corona-Mutation jetzt angebracht. Doch die Sorge ist da, dass die Auswirkungen des Stillstands besonders Kinder und Jugendliche treffen werden. Schlimmstenfalls verlieren die Sportvereine wohlmöglich eine ganze Generation, die nur Bildschirme, aber keinen Bolzplatz mehr kennen.

Bei den meisten Vereinen sieht es wirtschaftlich nicht dramatisch aus – aber auch nur, weil es die Hilfsprogramme einschließlich Kurzarbeit, verantwortungsvolle Vereinsführungen und die Treue der Vereinsmitglieder gibt. Sorgen macht mir, wie lange es der Sportler als Mensch ohne Bewegung und Sozialkontakt mit Blick auf Gesundheit und Leistungsfähigkeit noch aushält.

Andreas Vroom, Präsident des Landesportbundes Bremen im "Weser-Kurier"

Im Amateur-Sport heißt es also weiterhin: Warten und das Beste hoffen. Doch in den höheren Ligen schwindet inzwischen auch in Bremen die Hoffnung, dass der Spielbetrieb in dieser Saison noch normal beendet werden kann. Ob Fußball, Handball, Tischtennis, Tanzen, Hockey oder Volleyball – dem Wettkampf haben die Lockdowns den Stecker gezogen. Wann der Motor wieder anläuft und wie viele Sportbegeisterte dann noch weiter mitspielen wollen, ist völlig offen.

So treffen die Corona-Einschränkungen die Bremer Sportwelt

Video vom 24. November 2020
Ein Tennistrainer und seine Schülerin am Tennis spielen in der Halle.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

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Autorin

  • Petra Philippsen Redakteurin und Moderatorin und Autorin

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 28. Oktober 2020, 18:06 Uhr