Jetzt sitzt Werder nicht mehr die Faust im Nacken

Dem nicht unbedingt erwarteten 2:1-Sieg gegen Frankfurt sei dank kann Bremen die vorentscheidenden Spiele gegen Köln und Bielefeld etwas entspannter angehen.

Werder-Trainer Florian Kohfeldt klatscht nach dem Frankfurt-Spiel Niclas Füllkrug und weitere seiner Spieler auf dem Rasen ab.
Werder-Trainer Florian Kohfeldt (2. von rechts) war nach dem Spiel gegen Eintracht Frankfurt sehr zufrieden mit seinen Spielern. Bild: DPA | Revierfoto

Bei Werder geht es schon länger ums Eingemachte. In der vergangenen Saison ist man dem fatalen Abstieg gerade noch von der Schippe gesprungen, danach hat die Pandemie die angespannte Lage in der Vereinskasse zur handfesten Finanzkrise verschlimmert. Bisher hält sich Werder in der Liga recht wacker über Wasser, doch mit dem Totalausfall gegen Hoffenheim vor einer Woche, der 0:4-Klatsche, hätte die Sache für die Grün-Weißen sehr schnell wieder sehr viel unangenehmer werden können.

Trainer Florian Kohfeldt hatte daher im Vorfeld des Frankfurt-Spiels keinen tiefenentspannten Schlaf. Die Negativspirale hätte Werder mit der nächsten Niederlage sofort wieder hinunter in die unschönen Tabellenregionen gezogen. Und da die Eintracht zuletzt im Dezember ein Spiel verlor, sprach kaum etwas für Werder. Umso erleichterter waren die Bremer Spieler samt ihres Trainers dann nach dem überraschenden 2:1-Sieg, der ihnen im wahrsten Sinne des Wortes Luft zum Durchatmen verschafft.

"Werden keine existenziellen Spiele für uns"

Denn wenn am Dienstagabend das Pokal-Spiel gegen Jahn Regensburg überstanden ist, wartet auf Werder in der Liga eine Woche der Wahrheit: Erst mit dem Duell gegen den Tabellen-14. Köln (7. März) und dann mit dem Nachholspiel gegen Arminia Bielefeld (10. März), die auf dem Relegationsplatz steht. Mit zwei Siegen gegen Teams, die hinter Werder rangieren, könnten die Bremer den Klassenerhalt schon vorzeitig so gut wie perfekt machen. Die drei Punkte aus dem Frankfurt-Spiel reduzieren den Druck nun ein wenig, der auf Werder vor den beiden Spielen lastet.

Wir haben uns in die Lage versetzt, dass das keine existenziellen Spiele für uns werden, sondern positive Spiele für uns werden können. Wir haben geschafft, was ich immer wieder gesagt habe: Ich möchte, dass diese junge Mannschaft nicht zu früh in dieser Saison diesen existenziellen Druck bekommt. Damit es eine gewisse Sicherheit und Entwicklung gibt.

Werder-Trainer Florian Kohfeldt nach dem Frankfurt-Sieg

"Beide Spiele sind megawichtig für uns"

Werder-Spieler feiern und umarmen den Torschützen Theodor Gebre Selassie.
Durch die Tore von Theodor Gebre Selassie (3. von rechts) und Joshua Sargent holte Werder gegen Frankfurt drei wichtige Punkte. Bild: Reuters | Pool

Werder hat als derzeit Tabellenzwölfter acht Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz, umso wichtiger wird es für die Bremer, das Nachholspiel gegen Bielefeld zu gewinnen. Vom ersten direkten Abstiegsplatz trennen Werder neun Punkte, dieses Polster weiter auszubauen, ist Kohfeldts drängendstes Ziel. Denn er weiß, dass seine Mannschaft trotzdem immer noch in einer vulnerablen Position ist.

Wir können uns das mit den nächsten beiden Spielen wieder kaputt machen. Diese beiden Spiele sind megawichtig für uns. Da baue ich auch keinen zusätzlichen Druck auf.

Werder-Trainer Florian Kohfeldt

Der Druck ist weiterhin da, gerettet ist Werder noch nicht. Aber selbst, wenn die Bremer beide Partien verlieren sollten, würden sie noch nicht sofort auf einen der prekären Tabellenplätze rutschen. Das hat sich Kohfeldt mit seiner Mannschaft erarbeitet und das macht die Woche der Wahrheit immer noch wichtig, doch die Chance auf positiven Schwung, der daraus resultieren kann, ist mit dem Frankfurt-Sieg deutlich gestiegen.

Kohfeldt nach Werder-Sieg: "Waren heute etwas über unserem Limit"

Video vom 27. Februar 2021
Florian Kohfeldt sitzt nach dem Spiel gegen Frankfurt vor einer Werbewand bei der digitalen Pressekonferenz.
Bild: Radio Bremen

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Autorin

  • Petra Philippsen Redakteurin und Moderatorin und Autorin

Dieses Thema im Programm: ARD, Sportschau, 27. Februar 2021, 18:45 Uhr