Transferfenster öffnet: Welche Spieler muss Werder jetzt verkaufen?

Am 2. Januar beginnen die Winter-Transfers. Für Werder wird es aber ein einseitiges Geschäft – einkaufen fällt flach und Angebote für Bremer gibt es auch noch nicht.

Milot Rashica geht mit gesenktem Kopf zur Halbzeit in die Kabine.
Eigentlich ein Muss-Transfer im Winter: Stürmer Milot Rashica ist jedoch momentan verletzt und daher weniger attraktiv für andere Vereine. Bild: Imago | Nordphoto

Am Samstag ist es soweit. Nicht nur muss Werder gegen Union Berlin ein wichtiges Heimspiel bestreiten – mehr noch, das Winter-Transferfenster öffnet und bietet bis zum 1. Februar die Möglichkeit Spieler ein- und zu verkaufen.

Für die Bremer wird es aber wohl dieses Mal ein sehr einseitiges Geschäft werden. "Es sind schwierige Zeiten, durch die wir durchgehen", betonte Werders Sportlicher Leiter Clemens Fritz am Montag noch einmal: "Wirtschaftlich hat sich bei uns im Vergleich zum Sommer nicht viel verändert. Die Situation ist nicht viel besser geworden."

Verkaufen ja, einkaufen nein

Yuya Osako läuft sich mit gesenktem Kopf warm vor dem Spiel in Mainz.
Muss Yuya Osako gehen? Sollte Werder ein Angebot für den 30 Jahre alten Japaner bekommen, wäre er wohl ein Verkaufskandidat. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Soll heißen – ein Schaufensterbummel durch Europas verlockende Fußball-Angebote ist für Werder zwar erlaubt, aber ausschließlich nach dem Motto: nur gucken, nicht anfassen. Fritz verlegt sich beim Gucken mit seiner Scoutingabteilung sogar bereits auf den kommenden Sommer, denn in diesem Winter kann Werder nichts investieren.

Dafür aber muss Werder angesichts der finanziell prekären Lage unbedingt mindestens einen Spieler möglichst lukrativ verkaufen. Das Problem: Die Interessenten stehen derzeit beim Tabellen-13. nicht gerade Schlange. Doch nach Lage der Dinge gibt es wohl keinen Spieler, den Werder in diesem Winter nicht verkaufen würde – oder müsste.

Wenn wir Angebote bekommen, werden wir uns damit seriös beschäftigen und entscheiden, was für uns Sinn ergibt und was nicht. Aktuell ist es recht ruhig, aber man weiß ja auch nicht, was in den nächsten Tagen und Wochen noch passiert.

Werders Sportlicher Leiter Clemens Fritz am Montag

1 Milot Rashica

Werders Verkaufskandidat Nummer eins befindet sich in einer schwierigen Situation. Durch Verletzungen konnte sich der Kosovare in der Hinrunde nicht in den Vordergrund spielen, mit seiner Oberschenkel-Blessur fällt Rashica wohl noch bis Ende Januar aus – das dürfte potenzielle Käufer eher abschrecken oder es wirkt sich zumindest negativ auf den Preis aus.

Auch mit dem Preis ist es so eine Sache: Momentan ist Rashica nur noch von "Transfermarkt.de" geschätzte 18 Millionen Euro wert – Werder wollte im Sommer eigentlich noch das Doppelte für ihn haben. Sollten aber 18 Millionen geboten werden, könnten es sich die Bremer gar nicht leisten, das Angebot abzulehnen. Bayer Leverkusen ist als Interessent inzwischen abgesprungen, neue Offerten gibt es noch nicht.

2 Yuya Osako

Geht es nach der Meinung vieler Werder-Fans, so stünde der 30 Jahre alte Japaner wohl ganz oben auf der Transferliste. Und obwohl es sicher nicht nach Beliebtheit geht, ist die Beziehung zwischen Osako und Werder eher unglücklich. Oft ungeschickt in den Aktionen und mit einer Körpersprache, die wenig Energie und Überzeugung ausstrahlt, konnte Osako in dieser Saison noch zu selten und nicht restlos überzeugen. Auf eine magere Torvorlage brachte es der Offensive erst, seinen geschätzten Marktwert von drei Millionen Euro kann er mit diesen Leistungen wohl nur schwer steigern. Dennoch könnte Werder auch bei einem Angebot für Osako schwer nein sagen, jeder Euro zählt in der Krise.

3 Milos Veljkovic

Der Verteidiger hat nach Verletzungen seinen Stammplatz verloren und kämpft um seine Position in der Bremer Abwehr. Obwohl die Leistungen des 25-jährigen Serben schwanken, gab es im Sommer Angebote für Veljkovic, was ihn zu einem interessanten Kandidaten für den Winter machen könnte.

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Autorin

  • Petra Philippsen Redakteurin und Moderatorin und Autorin

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 29. Dezember 2020, 18:06 Uhr