Transfer-Update: Werders Warterei geht weiter

Milot Rashica soll gehen, Tahith Chong kommen – aber bei Werder herrscht derzeit Stillstand. Die Transfers könnten noch an Geld scheitern, das die Bremer nicht haben.

Florian Kohfeldt, Frank Baumann und Clemens Fritz stehen am Rande des Trainings zusammen.
Hängepartie für Trainer Florian Kohfeldt (von links), Sportchef Frank Baumann und Scoutingchef Clemens Fritz: Beim Rashica-Deal tut sich nichts, bei Tahith Chong ist nichts fix. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Noch gut acht Wochen ist das Transferfenster für die Bundesligisten geöffnet, viel Zeit sollte man meinen. Doch die Zeit arbeitet inzwischen gegen Werder Bremen. Der Verein muss aus der vergangenen Saison noch Ablösen im zweistelligen Millionenbereich begleichen, dafür soll der Verkauf von Milot Rashica dienen. Doch die Verhandlungen sind ins Stocken geraten, nichts tut sich mehr.

Wunschverein RB Leipzig will offenbar nur 20 Millionen für den Kosovaren zahlen, Werder möchte aber 25 Millionen Euro. Durch die Corona-Pandemie sind die Marktwerte der Spieler ohnehin eingebrochen, aber zum Dumpingpreis wollen die Bremer ihren mit Abstand wertvollsten Akteur dann auch nicht abgeben. Sie können es auch gar nicht. Der Erlös ist längst komplett verplant. Kredite musste Werder bereits aufnehmen, einen weiteren hinzuzunehmen, falls der Rashica-Deal platzt, wäre ein enormer Schritt für die stets so überlegt-kalkulierenden Hanseaten.

"Denkbar, dass Milot Rashica bleibt"

Milot Rashica reckt auf dem Trainingsplatz für den Media Day im neuen Werder-Trikot jubelnd die Faust empor.
Bei Werders Media Day am Mittwoch wurde Milot Rashica im neuen Trikot und für das Mannschaftsfoto mit abgelichtet. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Doch vielleicht müssen die Bremer mit dieser Notlösung am Ende leben, denn Sportchef Frank Baumann sagte unter der Woche gegenüber Bremer Medien: "Es gibt keine Anzeichen, dass ein schneller Transfer zustande kommt." Und fügte hinzu: "Es ist unter gewissen Voraussetzungen denkbar, dass Milot Rashica bleibt." Der Vertrag des Angreifers läuft noch bis 2022. Doch selbst im kommenden Sommer ist nicht damit zu rechnen, dass sich der Transfermarkt wieder erholt und Werder die ursprünglich festgelegten 38 Millionen Euro für Rashica bekommen würde. Zumal die Bremer das Geld jetzt benötigen, in einem Jahr kommen bereits die nächsten, festgelegten Ablösen in Millionenhöhe hinzu. Wie beispielsweise für Davie Selke.

Auch andere Klubs hatten Interesse an Rashica, wirklich konkrete Angebote waren aber bisher nicht dabei. Und Werder konzentriert sich auf Leipzig. Aber RB hat keine Eile, am Donnerstagabend liegt der Fokus erst einmal auf deren Viertelfinal-Partie in der Champions League gegen Atletico Madrid. "Die Situation ist zwar ruhig, aber ausgereizt ist sie nicht", sagte Baumann. Werder hängt in der Warteschleife und das gilt auch für das Leihgeschäft mit Tahith Chong von Manchester United.

Chong-Deal könnte am Geld scheitern

Alles schien bereits klar, der Rashica-Ersatzmann will unbedingt zu Werder und hat vom Premier-League-Klub auch die Freigabe - doch nun könnte alles noch an den Details scheitern. An kostspieligen Details, um genau zu sein. Denn wie die "Bild"-Zeitung berichtet, möchte Manchester United, dass Werder Chongs Gehalt in Höhe von 2,8 Millionen Euro komplett übernimmt. Für die klammen Bremer ist das kaum zu schaffen.

Baumann appellierte daher angeblich, dass Chongs Marktwert durch regelmäßige Einsätze ja deutlich gesteigert würde. Ob Manchester dieser Argumentation folgen wird, ist noch offen. Und Werder wird hoffen, dass sich der nächste Deal nicht auch noch zur unerfreulichen Hängepartie entwickelt.

In Werders Gerüchteküche kocht es – und Rashica hat die Wahl

Video vom 6. August 2020
Eine Grafik, auf der eine Herdplatte mit einem Topf und dem Wort "Gerüchteküche" zu sehen ist.
Bild: Radio Bremen

Autorin

  • Petra Philippsen

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 6. August 2020, 18:06 Uhr