Sturm-Flaute: Jetzt müssen bei Werder schon die Verteidiger treffen

Dass Gebre Selassie und Agu am Samstag gegen Augsburg trafen, rettete Werder drei wichtige Punkte. Doch bei den ausgewiesenen Stürmern blieb mal wieder nur Frust.

Davie Selke redet nach dem Spiel auf den enttäuschten Joshua Sargent ein.
Konnten sich gegen Augsburg nicht in Szene setzen: Die Werder-Stürmer Davie Selke (links) und Joshua Sargent. Bild: Nordphoto / Gumzmedia

Natürlich herzte Florian Kohfeldt nach dem Spiel sofort Felix Agu und Theodor Gebre Selassie hatte ihn ja schon direkt nach seinem Treffer überschwänglich und freudetrunken angesprungen. Die beiden Bremer Torschützen waren also mit genügend Aufmerksamkeit von ihrem Chef bestens versorgt, doch Kohfeldt wusste am Samstag nach dem Abpfiff im Weser-Stadion, wer jetzt dringend Streicheleinheiten brauchte: seine Stürmer.

Denn eigentlich wären ja Joshua Sargent und Davie Selke dafür zuständig gewesen, die Werder-Tore gegen Augsburg einzunetzen. Stattdessen müssen jetzt schon die Verteidiger die Bremer Sturm-Flaute glätten. Kohfeldt legte dann auch fast väterlich den Arm um den geknickten Sargent und redete lange auf den 20 Jahre alten US-Amerikaner ein.

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Sargent seit fast drei Monaten torlos

Trainer Florian Kohfeldt redet nach dem Spiel dem enttäuschten Joshua Sargent gut zu.
Werder-Stürmer Joshua Sargent (links) war nach dem erneut für ihn torlosen Spiel gegen Augsburg enttäuscht. Bild: DPA | Carmen Jaspersen

Sargent nahm es offenbar schwer, dass es einmal mehr nicht geklappt hatte mit einem Treffer – so bleibt die magere Eins in seiner Tor-Bilanz weiterhin stehen und sein letztes Erfolgserlebnis im Spiel gegen Frankfurt ist bald drei Monate her. Im Pokal hatte Sargent in beiden Partien gegen unterklassige Gegner getroffen, aber in der Liga läuft es für den Youngster einfach nicht.

In der 64. Minute hätte nicht viel gefehlt und Sargent durfte sich zu recht ärgern, dass der Ball noch am Pfosten vorbei schrammte. Es war Werders erster ernsthafter Torschuss des Spiels, das allein sagte viel über den Frust des Sturmduos, das lange einfach keine Flanken von den Mitspielern bekam.

Wieder Häme für Selke

Auch Davie Selke versuchte nach dem Spiel, seinen Sturmpartner wieder aufzurichten und neu zu motivieren. Dabei hatte er ebenso nicht getroffen, hat nur ein Tor mehr auf dem Konto als Sargent. Aber das scheint eine Stärke Selkes zu sein, die Ansprache an seine Teamkollegen. Offenbar wird der 25-Jährige mannschaftsintern sehr geschätzt, obwohl auch er es bisher nicht mit guten Leistungen untermauert. Die Häme vieler Fans ist sein ständiger Begleiter. Doch Selke verfügt über ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein, jede Kritik scheint an ihm abzuprallen.

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"Davie hat gut gearbeitet"

Es war am Samstag kein dankbares Werder-Spiel für Stürmer, die tiefe, diszipliniert defensive Ausrichtung, die Kohfeldt für die erste Halbzeit gegen Augsburg wählte, machte Sargent und Selke in ihrer Kernkompetenz arbeitslos. Dafür mussten sie defensiv mit ran und Kohfeldt war besonders mit Selkes 70-minütigem Comeback zufrieden.

Davie hat gut gearbeitet, litt in der ersten Halbzeit aber unter dem Spiel von hinten raus. Da konnte er gar nichts dafür, sondern er ist einfach nicht in Szene gesetzt worden. Die defensive Aufgabe hat er zu 100 Prozent erfüllt. Es war ein guter Schritt für Davie heute.

Werder-Trainer Florian Kohfeldt

Für Außenstehende sah Selkes Auftritt allerdings nicht ganz so positiv aus, wie es Kohfeldt empfand. Viele Abspielfehler, missglückte Aktionen und wenig sichtbare Effektivität, dieser Eindruck zieht sich wie ein roter Faden durch Selkes Spiel. Auch Sargent wirkte in seinen Aktionen zwar bemüht, aber zu harmlos. Der Sturm bleibt somit Werders Sorgenkind. Mehr noch, da mit Niclas Füllkrug der erfolgreichste Angreifer wieder längerfristig verletzt ausfällt. Kohfeldt muss wohl weiter auf seine treffsicheren Verteidiger hoffen.

Verdient verloren? Kohfeldt mit Freudschem Versprecher

Video vom 16. Januar 2021
Werder-Trainer Florian Kohfeldt vor einer Werbewand bei der Pressekonferenz nach dem Spiel gegen Augsburg.
Bild: Radio Bremen

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Autorin

  • Petra Philippsen Redakteurin und Moderatorin und Autorin

Dieses Thema im Programm: buten un binnen mit Sportblitz, 17. Januar 2021, 19:30 Uhr