Interview

Werder-Sportchef Baumann: "Uns hilft gerade jeder Euro"

Schneechaos und Spielabsage in Bielefeld, Glückslos im Pokal: Frank Baumann spricht mit Bremen Eins über den turbulenten Sonntag und die Aussichten für Werder.

Werder-Spieler im Schneetreiben auf dem Weg zum Abschlusstraining vor dem Schalke-Spiel.
Werders Sportchef Frank Baumann kann in der schwierigen Lage des Vereins die Millionen-Prämien aus dem Pokal-Wettbewerb gut gebrauchen. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Eigentlich sollte Werder Bremen am Sonntagabend gegen Arminia Bielefeld spielen, doch der Wintereinbruch machte das unmöglich. Nun hat Werder im Kampf um den Klassenerhalt noch ein Bonus-Spiel in der Hinterhand und zudem mit Jahn Regenburg ein glückliches und sehr lukratives Los im Pokal-Viertelfinale erwischt.

Bremen Eins hat mit Werder-Sportchef Frank Baumann über den turbulenten Sonntag und den warmen Regen im Pokal-Wettbewerb gesprochen.

Herr Baumann, Sie haben sich nach der Spielabsage tatsächlich noch in den beiden Mannschaftsbussen auf den Heimweg gemacht – wie war die Fahrt?
Es ging relativ gut. Wir mussten natürlich sehr langsam und bedächtig fahren und waren die meiste Zeit mit 40, 50 Kilometern pro Stunde auf der Autobahn unterwegs. Die Straßen waren schon schneebedeckt. Aber wir hatten das Glück, dass wir eine längere Zeit den Streufahrzeugen hinterherfahren konnten, so dass wir gut und sicher in Bremen angekommen sind.
Der Wintereinbruch kam aber auch nicht überraschend. Hätte man die Partie nicht vorzeitig absagen oder auf den Samstag vorverlegen können? Da lag in Bielefeld noch kein Schnee, oder?
Als ich am Samstag gegen 23 Uhr ins Bett gegangen bin, lag noch kein Schnee in Bielefeld, der kam dann über Nacht sehr stark. Das ist eine gute Frage, allerdings hat die DFL sehr viel Wert darauf gelegt, dass aufgrund der Fernsehverträge die Ansetzungen so bleiben. Und hat uns darum gebeten, nach Bielefeld anzureisen, weil man eben auch nicht so genau sagen konnte, ob das Schneegebiet tatsächlich in Bielefeld runterkommt. Oder ob nur so viel Schnee fällt, dass man doch spielen kann.

Leider hat sich heute dann im Laufe des Vormittags herausgestellt, dass die Schneemassen doch zu groß waren, um den Platz freizubekommen. Und die Verletzungsgefahr für die Spieler wäre zu groß gewesen.
In der kommenden Woche soll es in Bielefeld noch kälter werden, mit einem Nachholtermin könnte es also noch etwas dauern?
Ja genau, aufgrund der Witterungsverhältnisse ist diese Woche eigentlich ausgeschlossen. Und mit der aktuellen Terminierung ist für mich die Woche vom 9., 10. März realistisch für den Nachholtermin.
Werder-Spieler im Schneetreiben auf dem Weg zum Abschlusstraining vor dem Schalke-Spiel.
Werder hat jetzt durch die Absage eine lange Trainingswoche vor dem Heimspiel gegen Freiburg vor sich. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz
Jetzt haben Sie dieses Duell gegen einen direkten Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt, es muss aber verschoben werden – ein Vorteil oder ein Nachteil?
Wir haben keinen Einfluss darauf, daher nehmen wir es so, wie es kommt. Natürlich hätten wir gerne gespielt, weil wir aktuell sehr sehr gut in Form sind und hätten den Lauf gerne mitgenommen und wären im Rhythmus geblieben. Aber die Bedingungen haben es einfach nicht zugelassen. Jetzt können wir uns in Ruhe auf das wichtige Heimspiel gegen Freiburg vorbereiten und haben dann noch ein Nachholspiel gegen Bielefeld in der Hinterhand.
Und immerhin konnten Sie sich dafür heute ganz auf die Auslosung des Pokal-Viertelfinals konzentrieren. Ist Zweitligist Jahn Regensburg ein Glückslos?
Ja, die Bundesligisten wären zumindest auf der Papierform schon stärker gewesen, insofern sind wir natürlich zufrieden. Allerdings hat die letzte Pokal-Runde auch gezeigt, dass Jahn Regensburg eine sehr gute Mannschaft hat. Dass sie unangenehm zu spielen sind. Dass sie auch Erstligisten schlagen können, wie sie gegen Köln zuletzt gezeigt haben. Insofern sind wir gewarnt. Wir hätten gerne zu Hause gespielt. Aber auch das nehmen wir so hin und wollen natürlich in die nächste Runde einziehen.
Wie wichtig wäre denn ein Halbfinal-Einzug aus finanzieller Sicht? Es wird dafür um die 2,8 Millionen Euro geben. Das könnte Werder richtig gut tun, oder?
Ja, im Moment hilft uns jeder Euro, das muss man ganz klar so sagen. Meines Wissens gibt es etwas weniger, aber eine Millionensumme ist definitiv etwas, das wir aktuell sehr gut gebrauchen können. Aber das sollte nicht im Vordergrund stehen.

Das sportliche Ziel, ein Pokal-Halbfinale zu erreichen, ist schon etwas ganz Besonderes. Wir waren in den letzten Jahren immer mindestens im Viertelfinale, insofern wollen wir erstmal sportlich den nächsten Schritt in diesem Wettbewerb gehen, um dann auf diesem Weg noch etwas ganz Besonderes in dieser Saison erreichen zu können.

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Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

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Autor

  • Felix Gerhardt

Dieses Thema im Programm: buten un binnen mit Sportblitz, 7. Januar 2021, 19:30 Uhr