Als "Einwurf-Reinders" den HSV beim "Tor des Monats" vernaschte

Sein Einwurf-Tor machte ihn legendär. Doch bei seinem "Tor des Monats" 1981 ließ Werders Uwe Reinders Fußball-Größen wie Beckenbauer, Jakobs und Stein blass aussehen.

Video vom 30. März 2021
Uwe Reinders bejubelt mit ausgebreiteten Armen seinen Treffer gegen den HSV.
Bild: Imago | Werek
Bild: Imago | Werek

Werder Bremen gegen den HSV – das war noch nie eine fußballerische Liebesbeziehung. Schon gar nicht in den frühen 80er-Jahren, als beide Nordklubs noch um große Titel mitkämpften. Dass die Hamburger die Saison 1981/82 noch als deutscher Meister beendeten, schmerzte den Rivalen aus Bremen natürlich. Doch zumindest gelang es den Grün-Weißen, den HSV im Hinspiel im Weser-Stadion im November 1981 kräftig zu ärgern. So sehr, dass der Treffer von den Sportschau-Zuschauern sogar zum "Tor des Monats" gekürt wurde.

Es war Uwe Reinders, der die großen HSV-Stars wie Franz Beckenbauer, Dietmar Jakobs und Torwart Uli Stein in der 8. Spielminute ganz blass aussehen ließ. Reinders? Genau, jener Uwe Reinders, der mal im Weser-Stadion per Einwurf von der Seitenlinie getroffen hatte. Ein Coup, der zwar als Eigentor von Bayern-Keeper Jean-Marie Pfaff gewertet wurde, doch das die Boulevard-Presse als "Jahrhundert-Tor" feierte.

"Kaiser" Beckenbauer wirkte beleidigt

Werders Uwe Reinders setzt sich gegen HSV-Torwart Uli Stein und Abwehrspieler Peter Hidien durch und trifft.
HSV-Profi Peter Hibien (rechts) grätscht zu spät, Torhüter Uli Stein (Mitte) hechtet vorbei – und so netzte Uwe Reinders den Treffer zum 2:0 für Werder ein. Bild: Imago | Werek

Jener Mann also, der den langen Einwurf quasi erfunden hatte, konnte auch anders. Reinders preschte über die rechte Seite los und nahm den langen Pass aus der eigenen Hälfte gekonnt mit – der Hamburger Dietmar Jakobs wollte ihm den Ball im Strafraum noch weggrätschen, rutschte jedoch vorbei.

Reinders kurvte von rechts in die Mitte und zog ab – Torwart Stein hechtete am Ball vorbei, der herangerauschte HSV-Verteidiger Peter Hidien kam zu spät wie auch Jakobs bei seinem zweiten Rettungsversuch vor der Torlinie. Noch viel später kam Franz Beckenbauer von links. Der "Kaiser", mittlerweile 35 Jahre alt, nahm Reinders' Tor zum 2:0 für Werder fast beleidigt hin. Zwei Minuten zuvor hatte Reinders bereits das 1:0 erzielt, am Ende besiegten die Bremer den HSV mit 3:2. Es war sein Spiel im Weser-Stadion, bei dem Reinders den Hamburger SV gleich doppelt vernaschte – und das ganz ohne langen Einwurf.

Ich habe mich dem Mannschaftsniveau angepasst – wir haben alle klasse gespielt.

Werder-Dopppeltorschütze Uwe Reinders

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Video vom 22. August 2018
Ex-Werder Spieler Uwe Reinders im Weserstadion vor einer Tribüne mit einem Fußball in seinen Händen.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

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Autorin

  • Petra Philippsen Redakteurin und Autorin

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 30. März 2021, 18:06 Uhr