Rashicas Marktwert im Sinkflug

Noch nicht in Form und keine Tore: Milot Rashica wurde von "Transfermarkt.de" abgewertet. Für Werders erhofften Verkauf im Winter ist das wenig erfreulich.

Milot Rashica dreht sich auf dem Spielfeld bei leichtem Regen zur Seite und schaut nach links.
Werder-Stürmer Milot Rashica sollte im Sommer eigentlich geschätzte 30 Millionen Euro einbringen - vor der Pandemie und seiner Formkrise. Bild: DPA | Tim Groothuis

Es hätte der Moment werden können, auf den alle so ungeduldig warten. Jener Moment, in dem bei Milot Rashica endlich der Knoten platzt. In dem der alte Milot Rashica wieder zum Vorschein kommt, Werders torgefährlicher Wirbelwind. Doch als der 24-Jährige am vergangenen Samstag zu Beginn der zweiten Halbzeit auf Manuel Neuer zupreschte, mit dem wohl besten Torhüter der Welt Auge in Auge, hätte er nur noch draufhalten müssen. Doch Rashica zögerte, bremste ab, verpasste die Chance zum 2:0 gegen die Bayern. Die Chance zum Befreiungsschlag.

Trainer Florian Kohfeldt jedoch sieht die Fortschritte, die Rashica macht. Dass seine Fitness wieder fast bei 100 Prozent ist, dass er in die Sprints und Dribblings geht, nur eben "der Tick Selbstvertrauen" noch fehlt. Doch das, was von außen wahrgenommen wird, ist nüchtern: die Tore fehlen und die Form von vor einem Jahr ist nicht da. Und das sind in der Fußballwelt eben entscheidende Parameter, die den Wert eines Spielers bemessen. Und so hat das Portal "Transfermarkt.de" nach knapp der Hälfte der Hinrunde bei einigen Spielern den Marktwert nachjustiert – und bei Rashica ist er im Sinkflug: von 22 auf 18 Millionen Euro.

Gleich sechs Werder-Spieler aufgewertet

Manuel Mbom nimmt volley einen Ball an.
Konnte zum Beginn der Saison sofort überzeugen und wurde von Trainer Kohfeldt mit bisher sieben Einsätzen belohnt: Manuel Mbom. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Im Sommer des letzten Jahres rangierte der Kosovare zuletzt so niedrig in der Bewertung. Und da Werder seinen wertvollsten Spieler eigentlich im Winter noch dringend zu Geld machen muss, dürfte die Bremer diese Tendenz zumindest nicht begeistern. Ein anderer Umstand dagegen sicherlich: Denn ein halbes Dutzend Werder-Profis wurde von "Transfermarkt.de" aufgewertet.

Bei Manuel Mbom verwundert die große Steigerung sicherlich nicht, der zurückgekehrte Leihspieler bekam gleich sechs Startelfeinsätze von Kohfeldt und verkaufte sich auf Anhieb gut in der Bundesliga. So darf sich der 20-Jährige über den Sprung von zuvor 450.000 Euro auf zwei Millionen Euro freuen. Ebenso wie die Stürmer Joshua Sargent und Niclas Füllkrug, die von Rashicas Formdelle profitieren konnten: Sargent steigerte sich von sieben auf neun Millionen Euro, Füllkrug von 3,5 auf fünf Millionen Euro. Stabilere Auftritte dürften auch bei Marco Friedl (von 3,2 auf fünf Millionen Euro), Leonardo Bittencourt (von 4,8 Mio. auf 6 Mio. Euro) und Christian Groß (300.000 auf 500.000 Euro) für das Plus beim Marktwert gesorgt haben.

Autorin

  • Petra Philippsen Redakteurin und Autorin

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 26. November 2020, 18:06 Uhr