Kohfeldt lässt sich bei Gladbach-Gerücht ein Hintertürchen offen

Dass er sehr, sehr, sehr gerne Werder-Trainer sei, betonte Florian Kohfeldt am Freitag. Doch ob auch sein Vertrag eine Ausstiegsklausel hat, gab er nicht Preis.

Video vom 19. Februar 2021
Florian Kohfeldt in Nahaufnahme bei Weg zum Trainingsplatz.
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Es wäre wohl ein wenig wie die ultimative Erfüllung gewesen. Der des fiebrigen Wunschtraumes, den wohl jeder Sportjournalist, der im Bereich der Fußball-Bundesliga arbeitet, insgeheim hegt: einmal eine klare Antwort eines Trainers zu seiner Zukunft zu erhalten.

Für den Hauch einer Sekunde schien dieser große Moment am Freitag in den Katakomben des Weser-Stadions gekommen zu sein, aber dann wollte Florian Kohfeldt doch nicht als Vorreiter seiner Zunft voranschreiten und beließ es beim üblichen, freundlichen Wegducken.

Das wäre eine Weltpremiere, wenn ich hier in einer Pressekonferenz Vertragsinhalte preisgeben würde.

Werder-Trainer Florian Kohfeldt

Dann also nicht, dann würde die Öffentlichkeit also nicht an diesem Tag erfahren, ob Kohfeldt eine Ausstiegssklausel in seinem Vertrag mit Werder Bremen hat, der noch bis 2023 läuft. Aber fragen muss erlaubt sein, und es wurde viel gefragt in dieser Pressekonferenz. Viel zur gerade so fleißig debattierten Zukunft des Cheftrainers. Aber bei den Antworten blieb am Ende doch ein wenig Raum zur Spekulation übrig.

"Bin sehr, sehr, sehr gerne Werder-Trainer"

Kohfeldt bekannte sich am Freitag zwar zu Werder, schloss einen möglichen Wechsel zu Borussia Mönchengladbach aber nicht ausdrücklich aus. Und damit ließ er sich verbal ein Hintertürchen offen und dürfte so die Gerüchte um seine Person nicht verstummen lassen. Denn Kohfeldt wird potenzieller Nachfolger von Marco Rose, der ab dem Sommer zu Borussia Dortmund wechselt, gehandelt.

Im Sommer bin ich 20 Jahre bei Werder und sehr, sehr, sehr gerne Werder-Trainer. Für mich hat sich in den vergangenen Tagen daran nichts geändert. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.

Werder-Trainer Florian Kohfeldt am Freitag

Doch als Kohfeldt gefragt wurde, warum er nicht einfach klipp und klar sagen würde, dass er nicht Trainer in Gladbach würde, sprang ihm sein Sportdirektor Frank Baumann bei: "Florian hat in den letzten Jahren gezeigt, wie stark seine Verbundenheit zum Verein ist und dass er nicht auf dem Sprung ist."

Baumann rechnet erstmal nicht mit einem Wechsel

Baumann fügte hinzu, dass sie schließlich nicht jede Woche, wenn irgendein Verein einen neuen Trainer sucht und Spekulationen aufkommen, jedes Mal dementieren könnten. "Ich habe für mich Klarheit", so Baumann weiter: "Florian hat einen Vertrag über die Saison hinaus und er hat sich regelmäßig geäußert, daher bin ich sehr entspannt."

Doch auch Baumann weiß genau, wie es im Bundesliga-Geschäft läuft. Dort ist oft wenig Verlass auf Gesagtes und noch weniger auf Gedrucktes. Zumindest aber hat Baumann für sich selbst die Gewissheit, ob wie bei Marco Rose auch in Kohfeldts Vertrag eine Ausstiegsklausel enthalten ist. Das weiß er. So lange es Baumann aber nicht kommuniziert, wird er damit leben müssen, dass die Spekulationen um Kohfeldt wohl immer mal wieder Fahrt aufnehmen.

Kommentar zu Kohfeldt-Spekulationen: Wie realistisch ist sein Weggang?

Video vom 16. Februar 2021
Sportblitz-Reporter Lowin steht vor dem Weser-Stadion
Bild: Radio Bremen

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Autorin

  • Petra Philippsen Redakteurin und Moderatorin und Autorin

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 19. Februar 2021, 18:06 Uhr