"Gruseliges Fußballspiel": Kohfeldt versteht das Leid der Werder-Fans

Nicht schön, aber effektiv: Das ist Werders Motto in dieser Saison, unter dem die Bremer Fans wöchentlich zu leiden haben. Doch der Trainer warb für Verständnis.

Werder-Trainer Florian Kohfeldt schaut mit weißer Gesichtsmaske nachdenklich.
Werder-Trainer Florian Kohfeldt ist realistisch: Seine Mannschaft kann in dieser Saison Spiele nicht offensiv dominieren und muss daher eine weniger attraktive Taktik wählen. Bild: Nordphoto / Gumzmedia

Ganz egal, in welche Kamera oder in welches Mikrofon Florian Kohfeldt am Samstagabend sprach, der Werder-Trainer gab unumwunden zu: "Wir haben nicht schön gespielt, aber clever und effektiv. Aber ja, die erste Halbzeit war ein gruseliges Fußballspiel."

Das ist die Krux in dieser Bremer Saison, die es den Werder-Fans so schwer macht, mit ihrer Mannschaft begeistert mitzufiebern. Vielmehr ist es ein Mitleiden, ein Durchquälen, ein Flehen um ein schnelles Ende, das einem Besuch beim Zahnarzt gleichkommt. Die beiden Tore gegen Augsburg erlösten die Zuschauer am Samstag erst sehr spät aus ihrem Martyrium. Bis es soweit war, hatte es bis zur 64. Minute gedauert, bis Werder eine Torchance zustande brachte, die den Namen verdient hatte.

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Kohfeldt kann das wöchentliche Leid der Werder-Anhänger gut verstehen, dennoch warb er nach dem wichtigen 2:0-Sieg, der den Bremern ein kleines Polster zum Tabellenkeller verschaffte, erneut für Verständnis für die fußballerische Schonkost – es geht derzeit eben nicht besser.

Der Werder-Coach über unschönen Fußball und zu hohe Erwartungen:

Es war ein sehr unansehnliches Fußballspiel. Wir haben absolut verdient gewonnen, ohne dass wir einen Schönheitspreis gewinnen. Aber wir müssen in diesem Jahr sehr realistisch sein, dass wir nicht jedes Spiel dominieren können. Nicht vorne draufgehen und uns en masse Torchancen erspielen können. Deshalb spielen wir nicht schön, aber clever und effektiv.

Werder-Trainer Florian Kohfeldt in der ARD

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Ich weiß, dass die erste Halbzeit nicht schön war. Es war insgesamt für die Zuschauer ein gruseliges Fußballspiel. Aber wir mussten clever spielen heute. Weil wir die Möglichkeiten, die wir haben, realistisch einschätzen müssen.

Werder-Trainer Florian Kohfeldt

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Es ist ja nicht so, dass wir sagen: 'Spielt bitte nicht attraktiv und keinen Kombinationsfußball.' Sie können mir glauben, dass wir das trainieren, trainieren, trainieren. Unsere Trainingsinhalte sind zu 80 Prozent auf Offensivfußball ausgerichtet. Aber ein Spiel ist eben etwas anderes als Training.

Werder-Trainer Florian Kohfeldt in der ARD

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In der ersten Halbzeit habe ich auch nicht gedacht, dass wir ein Tor schießen. Weil wir mit Ball einfach nicht gut waren. Aber es war schon der Grundgedanke, erst einmal sicher zu stehen. Im Laufe des Spiels wollten wir sukzessive das Risiko erhöhen. Wir hatten das etwas früher geplant, da bin ich ehrlich.

Werder-Trainer Florian Kohfeldt im ZDF

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Die Erwartungshaltung an uns ist: Ihr sollt attraktiven, dominanten Ballbesitz-Fußball spielen, weil ich das mal so gesagt habe. Dazu stehe ich auch. Aber diese Erwartung wird an uns gerichtet mit deutlich weniger Mitteln, die wir in dieser Saison zur Verfügung haben. Das braucht Zeit, bis wir wieder so spielen. Bis dahin spielen wir clever.

Werder-Trainer Florian Kohfeldt

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Man sollte nicht unfair mit der Mannschaft und den Erwartungen umgehen. So, wie wir es heute gemacht haben, ist es für diese Saison der absolut richtige Weg. Aber immer mit dem Ziel, wieder zu etwas Anderem hinzukommen. Nur kann man das nicht über Nacht entwickeln, das geht einfach nicht.

Werder-Trainer Florian Kohfeldt

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Heute war es ein Mega-Sieg für uns. Tabellarisch, fürs Selbstvertrauen, für die Stabilität. Alles andere wäre gelogen. Ich bin sehr erleichtert.

Werder-Trainer Florian Kohfeldt

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Verdient verloren? Kohfeldt mit Freudschem Versprecher

Video vom 16. Januar 2021
Werder-Trainer Florian Kohfeldt vor einer Werbewand bei der Pressekonferenz nach dem Spiel gegen Augsburg.
Bild: Radio Bremen

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Autorin

  • Petra Philippsen Redakteurin und Moderatorin und Autorin

Dieses Thema im Programm: buten un binnen mit Sportblitz, 17. Januar 2021, 19:30 Uhr