5 düstere Fakten zu Werders Abstiegskrimi gegen Köln

Florian Kohfeldt glaubt noch fest an Werders Chancen auf den Klassenerhalt. Auf die Statistiken sollte der Werder-Coach dabei aber besser nicht schauen.

Fin Bartels hockt nach dem Spiel enttäuscht auf dem Rasen.
Gegen Mainz musste Werder am vergangenen Samstag einen üblen Tiefschlag hinnehmen - nun haben es die Bremer gegen Köln nicht mehr selbst in der Hand, um sich zu retten. Bild: Imago | Pool

1 Letzte Strohhalme

Bei einer Niederlage oder einem Remis ist Werder also abgestiegen, ein Sieg würde nicht reichen, wenn parallel auch Düsseldorf bei Union Berlin gewinnt. Teilt Fortuna in der Hauptstadt die Punkte, benötigt Werder einen Sieg mit vier Toren Unterschied. In einem ganz verrückten Szenario könnte sogar der direkte Vergleich entscheiden (hierfür müsste Werder zum Beispiel 4:0 gewinnen und Fortuna 4:4 spielen) - den aber Düsseldorf für sich entschieden hat.

In Werders Traumvorstellung würden die Grün-Weißen aber nach einem eigenen Sieg und einer Niederlage von Düsseldorf auf den Relegationsplatz springen und dort dann (am besten gegen den HSV) die Klasse halten. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass es Werder gegen HSV nächste Saison in der 2. Liga gibt.

2 Unten festgenagelt

Werders direkter Abstieg wäre eigentlich logisch, belegen die Bremer doch seit dem 21. Spieltag den 17. Platz. Der Sprung auf den Relegationsrang wäre also fast schon eine Punktlandung, aber auch nicht komplett ungewöhnlich: Bayer Leverkusen zum Beispiel belegte in der letzten Saison ein einziges Mal einen Platz, der für die Champions League berechtigt, und das war nach dem letzten Spieltag. Für Werder würde es bei Platz 16 eine Premiere geben - Relegationsspiele gab es in der langen Geschichte der Grün-Weißen noch nie.

3 Rare Vorbilder

Nicht viel spricht dafür, dass Werder noch den Klassenerhalt schafft und auch ein Blick in die jüngere Vergangenheit, macht wenig Mut: Seit Einführung der Drei-Punkte-Regel hielten nur zwei Mannschaften noch die Klasse, die nach dem 33. Spieltag auf einem der letzten beiden Plätze standen. Eine Ausnahme war die TSG Hoffenheim in der Spielzeit 2012/13. Die damals übrigens vom aktuellen Kölner Coach Markus Gisdol trainierten Kraichgauer siegten am letzten Spieltag spektakulär in Dortmund und setzten sich dann in der Relegation gegen den 1. FC Kaiserslautern durch. Zudem schaffte es 2014/15 auch der HSV auf diesem Weg. Von einem solchem Verlauf träumt momentan wohl jeder Bremer.

4 Echte Horrorbilanz

Die jüngere Heimbilanz der Bremer ist noch dramatischer und einfach nur zum Gruseln: Aus den letzten 11 Heimspielen holte Werder nur einen von 33 möglichen Punkten, in den letzten 10 Partien im Weser-Stadion gelang nur ein einziger Treffer (bezeichnenderweise markierte diesen Verteidiger Gebre Selassie, am 26. Spieltag gegen Leverkusen)! Eine solche Torflaute im eigenen Stadion ist einzigartig in der Geschichte der Bundesliga und dürfte die Zuversicht der Werder-Fans nicht unbedingt steigern.

5 Die vermaledeite Statistik…

Nimmt man die Zahlen dieser Saison zur Hand, liegt die Heimsiegwahrscheinlichkeit der Bremer gegen Köln bei nur sechs Prozent (bislang ein Sieg in 16 Partien). Da Düsseldorf lediglich jedes zweite Auswärtsspiel dieser Spielzeit verlor, werden die Chancen der Bremer, auf den zunächst rettenden Relegationsplatz zu springen, noch einmal halbiert. Zieht man diesen Zahlensalat zu Rate, liegt die Abstiegswahrscheinlichkeit der Grün-Weißen bei 97 Prozent...

Bremen betet für Werder

Video vom 25. Juni 2020
Pastor Christian Gotzen sitzt auf der Bank im St. Petri Dom, ein Werder Schal liegt auch auf der Kirchen Bank.
Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 26. Juni 2020, 18:06 Uhr