Werders nüchterne Nullnummer: Spektakel geht anders

Für Fußball-Feinschmecker war die Partie gegen Freiburg nichts. Das wusste auch Werder-Coach Kohfeldt. Aber dennoch hielt er ein Plädoyer für seine stabile Defensive.

Werder-Profi bläst nach dem Spiel gegen Freiburg enttäuscht die Backen auf.
"Es ist ein Punkt, mit dem wir leben müssen", sagte Werders Mittelfeld-Spieler Kevin Möhwald nach dem 0:0 gegen Freiburg. Bild: Nordphoto / Gumzmedia

In der Brust von Florian Kohfeldt schlugen nach dem Abpfiff am Samstagnachmittag im Bremer Weser-Stadion zwei Herzen. Da war auf der einen Seite der Trainer Kohfeldt, der von der gewissenhaften, taktischen Disziplin seiner Mannschaft und ihrer defensiven Stabilität entzückt war und daher das Ergebnis von 0:0 gegen "das formstärkste Team der Liga" aus Freiburg als "in Ordnung" akzeptierte.

Aber da war eben andererseits auch noch der begeisterte Fußball-Liebhaber Kohfeldt, der eigentlich den rasanten, mitreißenden Offensiv-Fußball bevorzugt. Und der hatte, wie auch die Zuschauer an ihren Bildschirmen, zwar niveauvolle, aber dennoch gähnende Langeweile über 90 Minuten auf dem Rasen ertragen.

Mit dem Spiel muss ich als Trainer zufrieden sein. Aber wenn ich wie früher in Block 51 gesessen hätte, wäre ich auch nicht nach Hause gefahren und hätte gesagt: 'Yeess, wie geil!' Das ist heute einfach ein Tag, den musst du mitnehmen.

Werder-Trainer Florian Kohfeldt gegenüber Bremer Medien

Keiner wollte den entscheidenden Fehler begehen

Werder-Trainer Florian Kohfeldt steht an der Seitenlinie und gibt mit seinen Fingern Anweisungen.
Taktisch war Werders Partie gegen Freiburg ein Leckerbissen – doch ein Fußball-Spektakel wurde es nicht. Bild: Nordphoto / Gumzmedia

Kohfeldt wusste, dass die "Spektakel-Liebhaber" bei der Partie gegen Freiburg sicherlich nicht auf ihre Kosten gekommen waren. Aber das habe seiner Meinung nach eben daran gelegen, dass es Werder mit einem "verdammt guten Gegner zu tun gehabt" hatte, der wie seine Mannschaft auch wenig Räume und wenig Fehler zugelassen habe. "Dann kommt da eben so ein Spiel dabei heraus", so Kohfeldt.

"Jeder hat Angst vor dem alles entscheidenden Fehler gehabt, deswegen war es schon ein sehr destruktives Spiel", meinte Freiburgs Stürmer Nils Petersen, der früher mal für Werder spielte, bei Sky: "Aber es ist auch Qualität, dieses Spiel nicht zu verlieren." Auch Werder-Angreifer Davie Selke wollte es positiv sehen: "Freiburg ist für uns ein schwerer Gegner, deswegen nehmen wir den Punkt mit und sind froh."

Kohfeldts Mantra: Stabilität in der Defensive

Froh war auch Kohfeldt, der inmitten der überschaubaren Fußball-Unterhaltung einmal mehr Fortschritte seiner Mannschaft erkennen konnte. Denn Kohfeldts Mantra in dieser Saison hatten seine Spieler auf dem Rasen perfekt umgesetzt: Stabilität in der Defensive – das ist der Werder-Weg, "um irgendwann wieder Offensiv-Fußball spielen zu können", so Kohfeldt. Nur 27 Gegentore nach 20 Spielen sprechen für die Bremer, die gegen Freiburg nur zwei Torschüsse zuließen. Doch Spektakel, wie man ihn von einem amüsanten Fußball-Nachmittag erhofft, geht eben anders.

Es war kein Torchancen-Festival, aber auch kein Drama. So ein Spiel muss man mitnehmen.

Werder-Trainer Florian Kohfeldt gegenüber Bremer Medien

Werder-Coach Kohfeldt: "Es war jetzt kein Torchancen-Festival"

Video vom 13. Februar 2021
Werder-Trainer Florian Kohfeldt bei der Pressekonferenz vor einer Werbewand nach dem Freiburg-Spiel.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Autorin

  • Petra Philippsen Redakteurin und Autorin

Dieses Thema im Programm: ARD, Sportschau, 13. Februar 2021, 18:45 Uhr