Hütter sauer auf Werders "12. Mann": "Grenzen wurden überschritten"

Beim Nachholspiel zwischen Werder und Frankfurt kochten die Emotionen hoch - auch bei Ersatzspielern und Betreuern. Eintracht-Coach Adi Hütter ging das zu weit.

Adi Hütter legt nach dem Spiel Florian Kohfeldt die Hand zum Gespräch auf die Schulter.
Aussprache nach Abpfiff: Werder-Coach Florian Kohfeldt (links) und Frankfurts Trainer Adi Hütter beteuerten beide später, sie hätten keine Probleme miteinander. Bild: gumzmedia/nordphoto/Pool

Es ging eher rustikal zu im Weser-Stadion, doch nicht nur auf dem Rasen, sondern ebenso auf den Rängen. Abstiegskampf pur eben. Und Werders Ersatzspieler und der Betreuerstab haben seit dem blutleeren Auftritt gegen Leverkusen im ersten Geisterspiel nach der Corona-Zwangspause begriffen, dass Rumsitzen alleine die Unterstützung von 41.000 Fans nicht annähernd kompensieren kann.

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Seither machen alle Werderaner, die nicht auf dem Spielfeld stehen, kräftig Alarm. Als "12. Mann" auf der Tribüne: reinrufen, aufschreien, Krach machen. Eintracht-Coach Adi Hütter ging das am Mittwochabend jedoch zu weit.

Jeder kämpft für seinen Verein, für seine Mannschaft. Aber man muss nicht bei jeder Entscheidung aufspringen und in unsere Richtung deuten. Das gehört sich einfach nicht. Hier ist eine Grenze überschritten worden. Das hat einfach etwas mit Respekt zu tun. Ich bin niemandem böse, aber wenn es etwas zu sagen gibt, dann sage ich es auch.

Frankfurt-Trainer Adi Hütter bei Sky

Wortgefechte, aber keine Kritik an Kohfeldt

Florian Kohfeldt ist auch kein stummer Vertreter an der Seitenlinie und bei manch strittiger Szene hatten sich die beiden Trainer laute Wortgefechte geliefert, zudem ging Kohfeldt mit dem vierten Offiziellen auf Tuchfühlung. Seinen Werder-Kollegen hatte Hütter bei seiner Kritik jedoch nicht gemeint, "mit Florian ist alles in Ordnung", meinte er.

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Aufgestoßen war ihm dagegen das Verhalten von Kohfeldts Betreuerstab. Torwarttrainer Christian Vander und die Co-Trainer Tim Borowski, Thomas Horsch und Ilia Gruew hatte Hütter als "aufmüpfig" empfunden: "Ich würde das nicht dulden, wenn sie so weit vorne in der Coaching-Zone stehen. Aber das muss jeder selbst wissen."

Werders Ersatzspieler und Betreuer sitzen mit Abstand auf der Tribüne und feuern an.
Laut, lauter, Werder: Zumindest beim Anfeuern gehören die Spieler zu den Besten der Liga. Bild: Imago | Poolfoto

Dass Werders Ersatzspieler um Philipp Bargfrede dann auch noch die Kunststoffsitze vor ihnen als Trommeln umfunktionierten, dürfte Hütter ebenso genervt haben. Doch genützt hatte den Bremern der Radau dieses Mal nichts, die Frankfurter gewannen mit 3:0. Und so fielen Hütter die versöhnlichen Gesten mit Kohfeldt nach dem Spiel sicherlich leichter.

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Vor dem Nachholspiel ist bei Frankfurt die Lockerheit zurück

Video vom 3. Juni 2020
Der Trainer von Eintracht Frankfurt Abi Hüller auf einer Pressekonferent.

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Autorin

  • Petra Philippsen

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 4. Juni 2020, 18:06 Uhr