Werder erhält 20-Millionen-Euro-Kredit – Land übernimmt Bürgschaft

Aufatmen bei Werder Bremen: Der durch die Corona-Pandemie in finanzielle Schieflage geratene Klub bekommt Hilfe – und kann die Saison damit durchfinanzieren.

Blick ins leere Weserstadion bei Sonnenschein.
Der Kredit der Bremer Aufbau-Bank muss innerhalb von sechs Jahren von Werder Bremen zurückgezahlt werden. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Werder Bremen hat in seiner finanziellen Notlage Unterstützung erhalten. Ein lokales Bankenkonsortium gewährt dem Verein Kredite in Höhe von 20 Millionen Euro. Die Kredite sind durch eine Bürgschaft des Landes Bremen abgesichert.

Damit ist die Liquidität von Werder Bremen laut Angaben des Vereins für die laufende Spielzeit im Wesentlichen gesichert. Die Grün-Weißen müssen diese Summe mit Zinsen in den kommenden sechs Jahren zurückzahlen.

Werder hat durch die Corona-Pandemie erstmals Schulden aufnehmen müssen, die Rede war von geschätzten 30 Millionen Euro. Die verbliebenen zehn Millionen Euro will der Verein durch einen bereits laufenden Kredit abdecken. Für das Transfergeschäft im Winter hat Werder nun eine stabilere Verhandlungsposition und muss Spieler nicht zwingend unter Wert verkaufen. Dennoch wird die Verschuldung die Planungen und den Handlungsspielraum des Klubs mittelfristig verändern. Am Freitag überwog bei Werder allerdings die Erleichterung.

Wir sind allen politischen Entscheidungsträgern insbesondere aus dem Wirtschafts- und Finanzressort dankbar, dass sie uns diese Finanzierung zur Überbrückung unserer Corona-bedingten Ausfälle ermöglichen. Es handelt sich um Kredite zu marktüblichen Konditionen. Wir werden hart dafür arbeiten, uns finanziell zu stabilisieren und uns auch in der Zukunft als verlässlicher Partner zu präsentieren.

Werders Finanzchef Klaus Filbry in einer Vereinsmitteilung

KfW-Kredit-Antrag verlief nicht vielversprechend

Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (Die Linke) hob bei der Entscheidung für den Kredit die Bedeutung des Vereins als "Aushängeschild" der Stadt und die Sicherung von Arbeitsplätzen hervor: "Allein der Verein hat an die 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. An einem normalen Spieltag, also nicht unter Corona-Bedingungen, führt jedes Heimspiel zur Beschäftigung von etwa 1.700 weiteren Menschen. An jedem Heimspieltag verdienen Bremer Unternehmen rund 15 Millionen Euro, mehr als die Hälfte davon erwirtschaftet die Gastronomie im und außerhalb des Stadions."

Werder Bremen hatte ursprünglich Liquiditätshilfen aus dem KfW-Sonderprogramm 2020 des Bundes beantragt, aber nur zurückhaltende Rückmeldungen erhalten.

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Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 4. Dezember 2020, 18:06 Uhr